Der letzte Urlaubstag war ein Wandertag. Bei besten Wetterbedingungen lief der mensch eine schöne Runde zwischen Waitzdorf und Hohnstein. Startpunkt war der Parkplatz in Waitzdorf – von dem ist es nur ein Katzensprung zu den knuffigen Galloways und den Weiden am Waitzdorfer Berg.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Leider waren die Rinder nicht zu einer spontanen Session aufgelegt, sie blieben auf Distanz und beobachteten mich gelangweilt argwöhnisch. Was solls – der mensch kann sich auch an einer üppigen Bergwiese ohne Protagonisten erfreuen. Außer mir war dort oben zu früher Stunde ohnehin niemand zu sehen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach der bemerkenswerten Aussicht von der Höhe ging es weiter Richtung Grundmühle. Hier ließ ich mich von einem verwirrenden Wegweiser in die Irre leiten und lief zunächst den Leichenweg in falscher Richtung, kam dann aber doch – mit einem eigentlich unnötigen Schlenker zur Straße – an der Grundmühle an (siehe Route weiter unten).

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Hinter dem Hauptgebäude der Mühle führt nun ein unscheinbarer Weg in den Wald. Er bringt mich aus dem Tiefen Grund heraus auf die Höhe – zuerst noch im Busch, später durch Wiesen und Weiden bis ich am Ortsrand von Hohnstein auf den alten Bahndamm treffe.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Von diesem ist nicht mehr viel zu sehen – bis auf das Viadukt, das oberhalb des Hohnsteiner Bades steht und über welches der Wanderweg auch führt. Der mündet in eine Straße, und alsbald finde ich mich (linker Hand das alte Bahnhofsgebäude) auf der gestern vormittag nur wenig frequentierten Flaniermeile zum Brand wieder. Nun galt es hurtig auszuschreiten und Strecke zu machen, um dann in der Brand-Baude ein wenig zu verweilen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach dem Bier und der Aussicht galt es dort, der Geschichte um die Thümmelgrotte nachzugehen. Ebenso wie der Autor jener Zeilen war mir dieselbe gänzlich unbekannt, zumal ich ebenso schon etliche Male an der Brandbaude war. Kurzum: Des Rätsels Lösung findet sich linksseits der Baude – ein unscheinbarer Weg führt über eine steinerne Brücke zur Thümmelgrotte und der vergleichsweise ruhigen Aussicht anbei.

Thümmelgrotte

Letztlich handelt es sich um eine kleine, künstliche Grotte, in welcher ein kaum lesbarer Vers des Namensgebers Moritz August von Thümmel (1738-1817) zu finden ist (siehe Verweis oben). Nun ja, das ist jetzt alles nicht weltbewegend – aber schön zu wissen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach einem kurzen Hallo bei den Brand-Bauden-Ziegen und einem Abstecher zur Hafersäcke-Aussicht wurde es zum Schluss dann sportlich. Die Brandstufen hinunter, im Grund auf der Straße bis zur Sense hinauf und dann die Waitzdorfer Stufen in einem Ritt nehmen – das war schon eine ordentliche Bergwertung. Gut zu wissen: Oben in Waitzdorf findet sich schnell eine lauschig gelegene Sitzbank zur Rehabilitation.

Von dieser braucht es keine fünf Minuten bis zum Ausgangspunkt der Wanderung – so man die (bis dato immer lohnende!) Einkehr in die Waitzdorfer Schänke verweigert.


Fazit: eine kurzweilige, gemütliche Runde mit ordentlicher Einkehr und schönen Aussichten. An den Brandstufen und dem Aufstieg nach Waitzdorf wird es sportlich.

Wegstrecke: knappe elf Kilometer.

Zeitdauer: gute zwei Stunden (reine Gehzeit).

Empfohlene Einkehr: Brand-Baude oder Waitzdorfer Schänke.

Karte: Rolf Böhm: “Brand Hohnstein”

Web: Thümmelgrotte – nach dieser schönen Vorlage bin ich im Groben gelaufen.


Zum Nachweis und für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten: Ich habe die Runde aufgezeichnet.

3 Kommentare

  1. derbaum 6. August 2017 um 12:44

    die brandstufen runter geht ja noch – aber auf der anderen seite wieder hoch – uuuuops :-) an den brandstufen gibts noch mehr zu entdecken – eine alte hirschtränke und ungefähr in dieser höhe auch ein boofe richtung polenz ;-)

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    1. Rappel 6. August 2017 um 14:12

      Kenne ich beide nicht. Also beim nächsten Mal … Es wird tatsächlich niemals langweilig im Elbsandstein. :)

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