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Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

Allen vernünftigen Argumenten zum Trotz wird die große Koalition heute wohl das “Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen” und damit die Einführung einer Zensurinfrastruktur auf der Basis fadenscheiniger Argumente beschließen. Wer bis dato auf eine wirkungsvolle, argumentative Auseinandersetzung seitens der SPD mit dem Koalitionspartner setzte wurde zwischenzeitlich eines Besseren belehrt – spätestens jetzt sollte jedermann und jedefrau erkennen, daß sich der Teufel schlecht mit dem Beelzebub austreiben läßt. Wer also bei der Hoffnung auf eine Verbesserung der gesamtgesellschaftlichen Situation auf eine kluge, zukunftsorientierte Arbeit des Parlamentes setzt verkennt schlicht den Status Quo.

Die Politische Partei (v. lat.: pars, partis = Teil, Richtung) ist ein auf unterschiedliche Weise organisierter Zusammenschluss von Menschen, die innerhalb des umfassenderen politischen Verbandes (Staat o.Ä.) danach streben, politische Macht und die entsprechenden Positionen zu besetzen, um ihre eigenen sachlichen oder ideellen Ziele zu verwirklichen und/oder persönliche Vorteile zu erlangen. (wikipedia)

Nichtsdestotrotz möchte ich es mir nicht nehmen lassen, in dieser Sache derjenigen Stimme Gehör zu verschaffen, die meines Erachtens einzig ebendieses verdient.

Am Donnerstag, 2009-06-18, steht im Bundestag die Abstimmung über das “Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen” an, von Menschen mit Ahnung auch zutreffender “Internetzensurgesetz” bezeichnet.

Dieses Gesetz stellt einen Einschnitt in die demokratische Grundordnung Deutschlands dar. Egal wie der Ausgang ist, es muss Öffentlichkeit hergestellt werden. Sei es, um im Falle der Ablehnung einen Sieg der Demokratie zu feiern, sei es, um im Falle der Annahme durch den Bundestag massiv zu protestieren, auf eine Ablehnung im Bundesrat hinzuarbeiten und ggf. bereits die Verfassungsbeschwerden vorzubereiten.

Die Piratenpartei organisiert aus diesem Anlass Demonstrationen in so vielen Städten wie möglich, und zwar am

Samstag, 20. Juni 2009, 12:00 Uhr

unter dem Motto

“Löschen statt Sperren – Stoppt die Zensur”

Die Piratenpartei – das sind wir. Dieser Aufruf geht deshalb auch an euch alle: Es ist jetzt an _euch_, diesen Plan umzusetzen. Und zwar vor Ort. Findet euch zusammen. Meldet eine Demonstration an. Und dann tragt euch unten ein. Findet lokale Verbündete vor Ort (andere Parteien, Gewerkschaften, politische/gesellschaftliche Gruppen). Denkt euch Aktionen aus. Haltet Reden. Machen wir aus dem Ding was ganz, ganz großes!

Dresden findet sich leider (noch?) nicht auf der Liste der Veranstaltungsorte … Unabhängig davon sei der wichtige Hinweis erlaubt, daß die sächsischen Piraten derzeit – sprich für die Zulassung zur Landtagswahl – jede Unterstützung gebrauchen können.

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Mit dem WordPress-Plugin, das Parteien und Fraktionen aussperrt.

Eine gute Idee von Jens Grochtdreis plus die IP-Adressen von Parteien, Fraktionen und Ministerien plus ein wenig Programmierung meinerseits ergibt ein WordPress-Plugin, mit dem wir jetzt zurückzensieren können.

Das Bild, welches die eingangs erwähnte Klientel bei Verwendung der benannten IP-Adressen zu sehen bekommt, läßt sich selbst auswählen (Zensursula und die Schäublone sind vorgegeben).

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Die Nachricht ist zwar schon drei Tage alt, stößt mir aber erst heute so richtig sauer auf:

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) spricht sich für mehr Sicherheit im Netz aus und hat der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein umsetzungsreifes Konzept vorgelegt. Das sagte BDK-Chef Klaus Jansen der Neuen Osnabrücker Zeitung. Das Konzept umfasst eine Aufklärungskampagne unter dem Motto “Der 8. Sinn im Netz” sowie das Online-Angebot “Web Patrol” und eine Software, mit der Übergriffe oder Verstöße im Netz gemeldet werden können … (heise)

Bürger Meier darf dann also in altgewohnter Blockwart-Manier unliebsame Inhalte anschwärzen oder eben auch mal schnell den schrägen Typen von nebenan virtuell vor’s Schienbein treten – Gott Lob! Das war schon lange fällig und jetzt geht es gar offiziell! Die Dämonisierung des Netzes schreitet voran, Zensursula und der Herr Reichspolizeiminister nehmen Witterung auf, fletschen die Zähne und dürften sich mit Wohlbehagen die Hände reiben.

Bei all dem technologischen Fortschritt um uns herum ist keinerlei Entwicklung der humanoiden Gesellschaft in moralischer Hinsicht zu bemerken, mittelalterlich-barbarische Verhaltensstrukturen werden staatlich gefördert und den kleinen, vernunftbegabten und aktiven Gegenpol bilden offensichtlich derzeit (in diesem Land) nur 500000 Menschen. Der Rest wäscht seine Autos oder gibt den Komparsen im Deutschen Fliesentischmuseum. (thx)

Abschließend stelle ich – nur so für mich und ganz lapidar – fest: ich habe noch nie in einem Staat gelebt, in dem die Guten die Mehrheit und das Sagen haben. Es wäre doch mal an der Zeit, und ja doch ich weiß, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt … Wir werden sehen.

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Der mensch verwies lange nicht auf die Seiten der Titanic – hat heute allerdings Grund dazu – denn: das Internet wird jetzt beschildert.

Nach dem Coup mit dem Stopschild, das vor kinderpornographischen Seiten im Internet warnen soll, hat Familienministerin v. d. Leyen einen ganzen Schilderwald pflanzen lassen – demnächst auf Ihrem Bildschirm!

Dem ist außer einem breiten Grinsen und dem Verweis nichts hinzu zu fügen … (via ganz viele)

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Auch von dieser Stelle der Hinweis – verbunden mit der Bitte um Unterzeichnung – auf die Online-Petition gegen das Gesetz zu den geplanten Internetsperren. Kurzer Textauszug dazu:

Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

Muß man sicher hier nicht weiter disskutieren, die Sachlage dürfte für jedermann und jedefrau klar sein … Bei 50.000 Mitzeichnern (Stichtag ist der 16.6.2009) wird die Petition im Petitionsausschuss beraten.

Im gleichen Atemzug sei hiermit der Verweis auf das Stopp-Schild für Internet-Ausdrucker erlaubt. Hihi, eine wahrlich brilliante Idee ist das! Aber was rede ich – ihr habt sicher längst unterzeichnet und den Code in eure Seite integriert … Ich muß die vergangenen Tage erst einmal aufarbeiten.

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