Ich sage "Ja" zu Street View
Wobei ich eigentlich gar nichts zu dieser unsäglichen, paranoiden Diskussion sagen wollte. Langsam wird es allerdings penetrant.
Ich mag Google Earth, und ebenso mag ich den virtuellen Spaziergang via Street View in Google Maps. Ohne diese Angebote wäre das Netz in seiner Vielfalt an Angeboten um einiges ärmer. Und ja – natürlich sollte dabei stets auch ein besonderes Augenmerk auf die Wahrung der Privatsphäre gelegt werden, und natürlich sind die Aktivitäten Google’s stets auch mit einer gehörigen Position Skepsis zu betrachten, wir wissen das – keine Frage. Aber dann bitte maßvoll.
Daher sei es hiermit auch an dieser Stelle noch einmal gesagt: Street View liefert keine Live-Bilder. Autokennzeichen und Gesichter werden automatisch unkenntlich gemacht, und wer sein Haus nicht im Netz sehen möchte kann dies seit heute morgen beantragen.
Anatol Stefanowitsch hat einen wunderbaren Artikel zur Thematik geschrieben, den ich hiermit allen Skeptikern (und Befürwortern) zur Lektüre empfehle.
Beschwerden über Google Street View höre ich derzeit fast wöchentlich von Bekannten und Verwandten … Diesen Menschen möchte ich sagen: Eure Privatsphäre beginnt hinter eurer Wohnungstür. Der Anblick eurer Häuser und Vorgärten ist öffentliches Eigentum.
Die Straße gehört uns allen.
So ist es und so soll es sein – Punkt.
Nachtrag: auch Sascha Lobo spricht gut zum Thema.
Die Netzneutralität wahren
Was ist überhaupt unter Netzneutralität zu verstehen?
Netzneutralität ist die Grundlage für ein Internet, wie wir es kennen. Wir sind gewohnt, dass Daten ohne Ansicht von Inhalt und Größe – abgesehen von technischen Restriktionen – diskriminierungsfrei transportiert werden. Netzneutralität besagt, dass alle Daten, seien es Emails, Websites oder Musikdateien, gleich zu behandeln sind. Dadurch wird kein Dienst bevorzugt oder benachteiligt. Netzneutralität ist die Voraussetzung für die Gleichberechtigung aller Datenpakete.
Ein freies und barrierefreies Internet ermöglicht es, dass innovative Produkte und Dienstleistungen überall auf der Welt angeboten werden können. Dies fördert Innovationsprozesse.
Die Netzwerktechnologie ermöglicht es heute, Datenpakete, welche vom Sender zum Empfänger via Netzprovider gesendet werden, eine Vor- oder Nachrangigkeit zuzuteilen. Damit werden bestimmte Daten schneller oder langsamer transportiert. Die Telekommunikationsunternehmen wollen dadurch die Qualität, Schnelligkeit und Transportfähigkeit zu einem neuen Geschäftsfeld – auch vor dem Hintergrund des nur langsam vorankommenden Netzausbaus – entwickeln.
Gleichzeitig entsteht durch diese Aufhebung der Netzneutralität durch die Internet-Service-Provider (ISP) aber eine digitale Spaltung der Nutzer des Netzes. Nur wer es sich leisten kann, wird auch künftig seine Emails, Dateien oder digitale Werke schnell, barriere- und diskriminierungsfrei transportieren können. Gleichzeitig besteht die Gefahr der Einschränkung von Meinungs- sowie Informationsfreiheit und werden Hürden aufgelegt, die Innovationsprozesse über das Netz für kleinere Unternehmen und auch für die Wissenschaft erschweren.Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages definiert Netzneutralität so:
„Der Begriff Netzneutralität bezeichnet die neutrale Übermittlung von Daten im Internet, das bedeutet eine gleichberechtigte Übertragung aller Datenpakete unabhängig davon, woher diese stammen, welchen Inhalt sie haben oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben.“ (via)
Eben diese lobenswerte und freie Internet-Infrastruktur ist nach dem jüngst publik gewordenem Deal Google’s mit dem US-Provider Verizon (zwecks bevorzugtem Datentransport) akut bedroht. Somit könnte das Internet, so wie wir es kennen und schätzen, in Bälde einem Zwei-Klassen-Internet weichen.
Dies gilt es natürlich zu verhindern. Wer sich für ein freies und offenes Internet einsetzen möchte sollte daher mit seinem Signum die Initiative Pro Netzneutralität unterstützen.
Siehe auch: Google jetzt offiziell “evil” – Initiative “Pro Netzneutralität” gegründet – ein äußerst lesenswerter Beitrag zum Thema.
Socialite

Socialite ist der Nachfolger der einst auch hier im Blog gelobten EventBox – sprich die All-In-One-Lösung für die verschiedenen Social Networks.
Am Konzept hat Realmac kaum etwas geändert – die Dienste von Twitter, Facebook, Flickr, Google Reader, RSS und Reddit sind integriert und lassen sich somit durch eine zentrale Schnittstelle verwalten. Eintreffende Informationen werden via Signalton, das Dock-Icon oder Growl-Benachrichtigung angezeigt …
Die Software kann derzeit in einer kostenlosen Beta-Version geladen und getestet werden. Da sich bestehende EventBox-Accounts problemlos importieren lassen steht einem unvoreingenommenen Test also nichts im Wege …
Gesichter online malen
Mit PimpTheFace ist es tatsächlich relativ einfach ein Gesicht zu “zeichnen”.
Dazu lädt der mensch ein eigenes Foto als Schablone und wählt die entsprechende Partie aus den Vorlagen aus. Alle Elemente sind skalierbar und in der Transparenz einstellbar, so daß selbst Untalentierte im Handumdrehen ein feines Selbstporträt erstellen können.
Ein witziges Tool also für den verregneten Sonntagnachmittag … (via)
Apropos Zensur
Es geht hierzulande scheinbar nicht ohne … Zumindest soll uns Zensursula’s Vorstoß in Sachen Internet-Zensur ebendiese als notwendig und unerlässlich erscheinen lassen. Vorgeschützt die Kinderpornografie-Bekämpfung – die mir im Ergebnis dann doch mehr als halbherzig erscheint – wird auf diese Weise ein Zensur-Apparat installiert, der zukünftig problemlos und bar jedweder demokratischen Legitimierung Zielgruppen-orientiert eingesetzt werden kann.
Jens Scholz hat einen bemerkenswert sachlichen Artikel zum Thema geschrieben, den jeder halbwegs Interessierte mensch gelesen haben sollte.
Es geht nicht um Kinderpornos und wie man dagegen vorgeht. Ging es nie. Es geht um die Installation eines generellen technischen Systems und die generelle Art und Weise, wie es betrieben wird: Es geht darum, daß eine waschechte, diesen Namen zu Recht tragende, Zensur ermöglicht wird. Auch wenn die zunächst gesperrten Websites tatsächlich nur Kinderpornografie beinhalten (was die Liste eigentlich extrem kurz halten müsste) wäre sowohl die Technik, die Verwaltung und sogar die Psychologie installiert, um sofort eine effektive Zensur betreiben zu können.
Siehe auch: 20 Prozent der Internetnutzer sind “zum Teil schwer Pädokriminelle” – Frau von der Leyen und der Kreuzzug gegen Kinderpornografie: Eine Polemik. (telepolis)
58 Prozent Verweigerer
Laut einer repräsentativen Befragung der Stiftung für Zukunftsfragen der British-American Tobacco aus Hamburg sind 58 Prozent der Bundesbürger im Alter ab 14 Jahren “Nichtnutzer/ Verweigerer”, und nur 42 Prozent surfen mindestens einmal pro Woche im Netz.
“Privat liegen die meisten Bundesbürger lieber vor dem Fernseher auf der faulen Haut. Alles braucht seine Zeit – die Zukunft der Informationsgesellschaft auch: Die euphorische Prognose der Medienbranche ‘Web frisst Fernsehen’ kann weiterhin auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden … Sie finden sich im Angebotsdschungel kaum zurecht und bleiben beim Altbekannten: Sie konsumieren lieber passive TV-Angebote, als nach Feierabend wirklich aktiv zu werden.”
Hmm, wenn ich mich so umschaue – im näheren und weiteren Umfeld auch – dann kann ich kann diese Aussage durchaus bestätigen. Und muß mich also auch nicht weiter wundern – gelegentlich – ob dieser verbreiteten Unlust und Unwissenheit am und über das Netz.
Wie auch immer – vielleicht sollten wir dieses AHA-Erlebnis zum Anlass nehmen um einmal das eigene Nutzungsverhalten zu analysieren: wo lese ich was, welche Medien im Off nutze ich überhaupt, wieviel Zeit verbringe ich im Netz und warum tue ich dies überhaupt?
Verweis: “Ich bin dann mal Web – oder auch nicht.” (BAT)
Signatur
Die politisch korrekte E-mail Signatur ist nun allererste Bürgerpflicht:
Bitte beachten Sie, daß dem [grundgesetzwidrigen] Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung zufolge seit dem 1. Januar 2008 jeglicher elektronische Kontakt (E-Mail, Telefongespräche, SMS, Internet-Telefonie, Mobilfunk, Fax) mit mir oder anderen Nutzern verdachtsunabhängig für den automatisierten geheimen Zugriff durch Strafverfolgungs- u. Polizeivollzugsbehörden, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Zollkriminal- und Zollfahndungsämter, die Zollverwaltung zur Schwarzarbeitsbekämpfung, Notrufabfragestellen, Verfassungsschutzbehörden, den Militärischen Abschirmdienst, Bundesnachrichtendienst sowie 52 Staaten wie beispielsweise Aserbeidschan oder die USA sechs Monate lang gespeichert wird, einschließlich der Kommunikation mit Berufsgeheimnisträgern wie Ärzten, Journalisten und Anwälten. Mehr Infos zur totalen Protokollierung Ihrer Kommunikationsdaten auf www.vorratsdatenspeicherung.de.
Liste vorgeschlagener E-Mail-Signaturen zur freien Verwendung (via)
schöner suchen
Auch eine Art im Netz zu suchen, und gewiss nicht die Schlechteste.
12 Dienste lassen sich individuell zu einer Startseite auswählen und mit jeder Anfrage wächst und gedeiht das persönliche Blümchen. Ganz sicher nichts für Puristen und eigentlich auch überflüssig aber eine nette Idee allemal.
Suchblume – einfach schön suchen: klick.
