Der Regen prasselt auf das Dach, der Wind hat sich gelegt und die Sonne zeigt sich nimmermehr …
Es war also richtig, die kleine Runde (den Begriff Wanderung verdient es nicht) auf den Vormittag zu legen. Rund um Oelsen – nahebei, doch schon im Osterzgebirge gelegen – führte unser Weg. Es findet sich noch etliches Weiss dort oben – obwohl die Schneeschmelze im vollen Gang ist – überall plätschern die Bäche und die Gottleuba führt reichlich Wasser in das Elbtal hinab.
Ich würde gerne wissen, ob es dort oben auf dem Kamm jemals windstill ist – sprich so richtig mucksmäuschenstill?
Der letzte Besuch liegt beinahe fünf Jahre zurück – höchste Zeit also für einen neuerlichen Besuch des Pillnitzer Weinbergs. Es muss ja nicht immer erst zum Elbhangfest sein …
Wie auf den Bildern zu sehen war die Sicht nicht all zu gut heute, doch ich will nicht klagen, immerhin schien mir die Sonne wunderbar auf’s Gemüt. Der Weg ist bereits gut abgetrocknet, Touristen sind noch nicht zu viele im Land und von daher war es ein angenehmes Spazieren dort obenhalb des Weinbergs – auf dem Leitenweg.
Dieser wurde bereits um das Jahr 1800 herum zur Bewirtschaftung der Hänge angelegt und bietet eine vortreffliche Aussicht auf die Hänge und das Elbtal.
Wie an beinahe allen Weinbergen des Elbhanges finden sich auch hier die Wächterhäuschen, die einst den mit besonderen Trachten und respektablen Vollmachten ausgestatteten Weinbergswächtern als Unterkunft dienten.
Der mensch ist dann noch ein gutes Stück Richtung Borsberg gelaufen, fand irgendwann an geschützter Stelle eine Bank und ließ dort alle Viere gerade sein – bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher. Schön war das …
Es passt nicht immer, dass ein dienstfreier Tag auf einen Sonnentag fällt – heute allerdings war das so. Also schnürte der mensch sein Bündel, schwang Stock und Hut und machte sich auf in den Elbsandstein – auf der Suche nach dem Frühling … (um es vorweg zu nehmen: ich habe ihn nicht wirklich gefunden.)
Von Krippen ging es über den Koppelsbergweg relativ steil hinauf auf den Kohlbornstein (378m). Dieser bietet von der nordöstlichen Felskanzel einen hervorragenden Rundblick auf die üblichen Verdächtigen wie die Schrammsteine, den Großen Winterberg und (neben anderen) den Rosenberg.
Nach kurzer Rast ging es unterhalb der Lasensteine hinab zur Rölligmühle. Interessant zu wissen: diese war tatsächlich von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1970 ununterbrochen im Besitz der Familie Röllig, ist jedoch seit 1990 dem Verfall preisgegeben …
Weiter stapfte der mensch durch Kleingießhübel (ein nett anzuschauendes, sogenanntes Waldhufendorf), tief verschneite Wiesen und Felder und einen finsteren Wald zum Wolfsberg (343m) hinauf.
Nichts Böses ahnend platzierte sich der mensch hier, um Sonnenschein und Butterbrot zu genießen – als ein bösartiges Knurren ihn herumfahren ließ. Keine Sekunde zu spät, denn ein garstig anzuschauender, riesiger (gute sechs Ellen bis zum Widerrist) und offensichtlich schlecht gelaunter Isegrim setzte eben zum Sprung an, um diesen seinen Berg zu verteidigen. Was folgte war ein gut einstündiger Kampf zwischen mensch und Kreatur … Zu guter Letzt gelang es mir jedoch (mittels eines zu diesem Zwecke stets mitgeführten, französischen Stiletts), dem garstigen Tier durch einen gezielten Stich in die Gurgel den Garaus zu machen …
Panorama-Hotel am Wolfsberg
Kirche in Reinhardtsdorf
An der Ostwand der Reinhardtsdorfer Kirche zu sehen: ein Halseisen aus dem Jahre 1712. Hier wurden einst Dorfleute an den Pranger gestellt, die sich eines Vergehens schuldig gemacht hatten …
Nach Sonnenschein und Butterbrot folgte also der “Abstieg” nach Reinhardtsdorf, in welchem die barocke Bauernkirche einen Besuch wert ist (sie ist allerdings nur in den Sommermonaten zugänglich). Da ich inzwischen jedoch pitschnasse Schuhe und Beinkleider hatte (der Schnee!) verzichtete ich darauf, den Schlüssel zu erfragen und begab mich eiligst Richtung Krippen zum Zwecke der Heimfahrt.
Blick auf Reinhardtsdorf mit Kaiserkrone und Zirkelstein
Was noch zu sagen wäre: die Beschaffenheit der Wege war grauenvoll. In Wald und Flur versank der mensch in den verharschten, angetauten Schneewehen teils bis zum Oberschenkel, so dass der Gedanke an den Abbruch der Wanderung aufkam. Aber was so ein echter Held der Berge ist, der läuft auch mit quietschenden Schuhen und tropfenderweise durch die Weltgeschichte – mithin schien doch stetig und allerliebst die Sonne zum Trost …
Das Wandern mit drei eigenwilligen, acht- bis zwölfjährigen jungen Männern ist ein schwierig Ding … Aus diesem Grund beschränkte sich der gestrige Ausflug auf eine kleine Runde – und zwar bei dem linkselbisch gelegenen Reinhardtsdorf-Schöna.
Über diese kleine Gemeinde im Sächsischen wird gerne berichtet – wenn auch nicht im Positiven – und das ganz gewiss zu Recht. So bot sich immerhin die Gelegenheit, den Zeigefinger zu heben und der eingangs erwähnten Rasselbande einige Stichworte zum Thema zu geben, was auch interessiert aufgenommen wurde.
Themenwechsel: die Heimatstube Schöna residiert in einem sehenswerten Umgebindehaus, welches auf Grund seiner bemerkenswerten Bauweise (Blockbauweise, Fachwerk und Massivbau in Einem) das allgemeine Interesse weckte und ausgiebig erörtert wurde.
Alsdann ließen wir die braune Gemeinde hinter uns und stiegen zur Kaiserkrone auf, dem stark abgeschliffenen und zerklüfteten Rest eines Tafelberges nahebei. Vom Gipfel bot sich ein guter Rundblick auf den benachbarten Zirkelstein, den mit 384,5 Metern kleinsten Tafelberg der Sächsischen Schweiz, bis weit hinüber ins Böhmische …
Im Anschluss ging es dann hinauf zu eben diesem kleinsten, sächsischen Felsen seiner Art (dessen imposante und charakteristische Form um 1590 der Namensgebung diente), als eigentlichem Ziel dieser sonntäglichen “Kindertour”.
Blick von der Kaiserkrone auf den Zirkelstein
Über ordentlich vereiste Wege und Leitern ging es letztlich hinauf auf den Berg – so kam das maulende Knabentrio dann doch noch zu seinem “abenteuerlich, riskantem Gipfelsturm” und ward für’s Erste zufrieden gestellt.
Waitzdorf liegt unweit von Hohnstein in einer durchaus einsam zu nennenden Ecke der Sächsischen Schweiz – und gerade das macht es so interessant für uns. Allerdings sind wir heute (ohne die Schneeschuhe) nicht weit gekommen, ein Stündchen über die verschneiten Höhen musste vorerst genügen.
Blick auf das verschneite Waitzdorf
Waitzdorfer Schänke
Vielleicht noch zwei kurze Bemerkungen zum Thema … Das Dorf gehört mit seinen ca. 40 Einwohnern gewiss zu den kleinsten Ortschaften im Sächsischen und ist der einzige Ort, der im Nationalpark liegt. Von den umliegenden Aussichtspunkten bieten sich wunderbare Blicke auf die Tafelberge und den Elbsandstein bis hinüber ins Böhmische.
Auch schön: auf den Wiesen des Waitzdorfer Berges (414m) stehen diese knuffigen Galloways, die hier im Nationalpark im Rahmen eines Projektes zur Erhaltung der Kulturlandschaft weiden dürfen.
Allein – die reizvolle, menschenleere Landschaft steht für eine Wiederkehr – im Frühjahr werden wir uns das alles dann in Farbe und gebotener Ausführlichkeit ansehen.
Bekannt ist es vor allem durch seinen Landschaftsgarten, der ab 1781 von der Gräfin Christina von Brühl (Schwiegertochter von Heinrich Graf von Brühl) und Besitzerin des Schloss Seifersdorf angelegt wurde. Das Seifersdorfer Tal ist einer der frühesten Landschaftsgärten in Deutschland. Die Brühls waren bestrebt, Künstler um sich zu scharen und zu fördern. In das Tal kamen zahlreiche Persönlichkeiten, Gelehrte, Philosophen, Musiker, Dichter wie Wieland, Körner, Jean Paul, Caspar David Friedrich, Elisa von der Recke, Goethe, Schiller, Herder, Klopstock und andere. (Wikipedia)
Das Seifersdorfer Tal ist gewiß eines der Schönsten an der Großen Röder und zeichnet sich – insbesondere – durch seine Gestaltung als Landschaftsgarten aus. Entlang des Weges erblickt der geneigte Wanderer zahlreiche, teilweise aber nur noch in Resten vorhandene Denkmäler, Quellfassungen und Aussichtspunkte. Die mitunter nur schwerlich lesbaren Sinnsprüche und Widmungen stehen beispielhaft für die sentimental-schwärmerische Naturverehrung sowie die gefühlsbetonte Zeit der Romantik. Continue reading »
Nach einem (wirklich allerletzten, samstäglichen) Besuch im schwedischen Möbelhaus und anschließender Heimwerkelei blieb heute nur wenig Zeit für einen Spaziergang bei Tageslicht. Insofern stehen jetzt lediglich drei Dämmerungsbilder als Zeugnis meines “Aufstiegs” zum Hohburkersdorfer Rundblick.
Von Rathewalde führt ein angenehmer Weg hinauf zur 393 m hohen Aussicht – und diese lohnt wahrhaftig. Wir schauen vom Elbtal und dem Osterzgebirge im Westen über die Tafelberge bis hin zu Kaiserkrone und Zirkelstein im Osten. Bei sehr guter Sicht liegen auch die Gipfel der Hinteren Sächsischen Schweiz im Blickfeld – diese war mir heute leider nicht vergönnt.
Blick auf Rathewalde und die Tafelberge
Noch kurz zur Historie: Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts fand sich hier – neben einer gewaltigen Linde – eine hölzerne Ausichtsgalerie. Zwischenzeitlich wurde zu der dann absterbenden Napoleon-Linde (der Usurpator soll einst von hier ins Land geschaut haben) eine zweite gepflanzt. Zwischen den Bäumen befindet sich ein Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege.
Wer also von den geschätzten LeserInnen einmal – von Pirna oder Dresden kommend – Richtung Hohnstein unterwegs ist, sollte sich diesen kleinen Abstecher durchaus gönnen. Es lohnt unbedingt …
Der mensch hat den lichten FREItag entsprechend genutzt, sein Bündel geschnürt und die schnellen Schuhe angezogen…
Ausgangspunkt der heutigen Wanderung war Dürrröhrsdorf. Die Sächsisch-Böhmische Semmeringbahn hat mich am Bahnhof abgesetzt und von dort ging es im Prinzip retour: über den Breiten Stein und durch alte Dorfkerne nach Pirna. Anbei der Streckenverlauf:
Bhf. Dürrröhrsdorf – Breiter Stein – Kuhberg – Porschendorf – Mühlsdorf – Liebethaler Grund – Daube – Doberzeit – Alte Poste – Mockethal – Burglehnpfad – Pirna
Beste Aussichten gab es vom erwähnten Breiten Stein (über das Porschendorfer Becken), dem Kuhberg, oberhalb von Mühlsdorf und natürlich vom Burglehnpfad zu Pirna. Zudem bemerkenswert: der kleine Abstecher in den finsteren Liebethaler Grund mit Daube- und Lochmühle.
Aussicht am Breiten Stein
Blick auf Porschendorf
die Wesenitz in Porschendorf
Kirche zu Porschendorf
die marode Lochmühle im Liebethaler Grund
am Mockethaler Rundling
Alles in allem bin ich gut in gut vier Stunden die fünfzehn Kilometer gelaufen (inclusive einer nicht empfehlenswerten Einkehr im Gasthaus Doberzeit). Der Weg war angenehm zu laufen, Wald und Flur im steten Wechsel, Sonnenschein und frischer Wind – kurzum: alles war gut.
Wie der Titel schon besagt war die heutige Sonntags-Wanderung von Wind und Regen geprägt, glatt wie Schmierseife war der Sandstein und der Wald eine regelrechte Waschküche. Nach knappen vier Stunden waren wir dann auch ziemlich bedient und froh, wieder am Ausgangspunkt zu sein.
Wir liefen von Hohnstein zum Brand und verweilten nur kurz an der arg überlaufenen Brand-Baude, um die – immer wieder bemerkenswerte – Aussicht auf die Tafelberge zu geniessen.
Wind und aufziehende graue Wolken trieben uns alsbald weiter, es ging den finsteren Schulzengrund hinunter bis an die Polenz. Von dort eilten wir hinauf zum “Kleinen Kuhstall” (in den Bärenfangwänden) und via Gautschgrotte ging es dann nach Hohnstein zurück.
Der Kleine Kuhstall
An der Gautschgrotte
Alles in allem eine leicht zu laufende Runde durch ein von Mischwald und vielen bizarren
Felstürmen geprägtes Gelände.