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Ehemaliges Uniwerk-Domizil steht erneut zum Verkauf

Pirna: die Altstadthäuser Schloßstraße 8/ Schmiedestraße 55 (bis zum Jahresende 2011 Domizil des Uniwerk-Kunstvereins) gehen nun doch nicht in den Besitz des Kunsthändlers Bernd Göpel über – der Mann hat von seinem Kaufinteresse Abstand genommen.

Damit steht der stark sanierungsbedürftige Gebäudekomplex nun einstweilen leer, und die Stadt schreibt ihn erneut zum Verkauf aus – Mindestgebot 72 000 Euro. Eigentlich ist es schade darum, plante Bernd Göpel doch im Vorfeld bereits die Errichtung eines Filmmuseums (er verfügt über eine kinomatografische Sammlung mit mehr als 10 000 Filmen), was der kulturellen Vielfalt der Stadt sicherlich gut angestanden hätte.

Die Uniwerker sind indessen vom Geschehen nicht mehr betroffen: ihr Mietvertrag endete so oder so zum 31.12. 2011 – der Umzug in das neue Domizil in der Alten Feuerwache ist dem Vernehmen nach bereits im Gange.

Verweis: Kein Filmmuseum in der Pirnaer Schmiedestraße – Kunsthändler Göbel kauft doch nicht ehemaliges Uniwerk-Domizil (DNN).

Theater im Uniwerk: “Top Dogs”

“Top Dogs” ist ein zeitgenössisches Drama des Schweizer Autors Urs Widmer. Zur Uraufführung gelangte es 1996 in Zurüch. “Top Dogs” ist 1997 im Verlag der Autoren erschienen und wurde im gleichen Jahr beim Berliner Theatertreffen erfolgreich präsentiert (Regie von Volker Hesse).

Ganz kurz zum Inhalt – worum geht es?

Das Drama … befasst sich mit gekündigten Topmanagern, die der völligen Entfremdung von ihrem Beruf, ihrem Privatleben und sich selbst zum Opfer gefallen sind und nun mit Hilfe der New Challenge Company versuchen, ihr Leben in den Griff zu bekommen und möglichst schnell einen neuen Job zu erhalten.

So weit, so gut. Ich muss sagen, mein Interesse an der Aufführung beruhte mehr auf dem Interesse am Spiel der Uniwerk-Gruppe als an dem Stück an sich. Es wäre trotzdem einmal schön zu erfahren, aus welchen Gründen die Wahl der diesjährigen Aufführung ausgerechnet auf die “Top Dogs” fiel …

Im Fazit kann ich jedoch sagen, dass sich die Vorfreude und der Besuch gelohnt haben: die spielfreudigen Mimen waren mit Herzblut bei der Sache, wirkten souverän und auch sicher im Text. Licht und das spartanische Bühnenbild wurden keinesfalls als störend empfunden – es fügte sich wunderbar ein zum gelungenen Ganzen (Regie: Jirko Kegler), welches zu Recht mit viel Applaus belohnt wurde.

Bemerkenswerte Gesichtsbedeckung

Maske

Ich habe dieses Kleinod eben im Archiv gefunden und halte es in seiner Symbolik (was jetzt den Liebreiz und die freundliche, lebensbejahende Ausstrahlung meint) für durchaus bemerkenswert.

Gesehen und fotografiert wurde dieses Unikat in einer Ausstellung im Uniwerk zu Pirna, vor beinahe exakt einem Jahr. Meine Notizen dazu haben sich allerdings ins Nirvana verabschiedet, und der Blick in das Archiv des Uniwerks hilft nicht wirklich weiter …

Vielleicht erinnert sich ja jemand und kann mit Informationen zum Künstler oder der Künstlerin aushelfen?

Was wird aus dem Uniwerk?

Bleibt das Uniwerk nun in seinem angestammten Domizil in der Schmiedestraße 55 oder wird es künftig seine Gäste in der Alten Feuerwache empfangen?

Über diese Frage wird am kommenden Dienstag der Pirnasche Stadtrat befinden. Zur Disposition steht die Kündigung des bestehenden Mietvertrages sowie ein neuer, langjähriger Nutzungsvertrag für die Feuerwache.

Wir wissen: die Stadt möchte das Gebäude in der Schmiedestraße seit langem verkaufen. Nun hat sich ein Interessent gefunden, der das Ensemble auch ohne jedwede Zuwendung an Fördermitteln kaufen und unter den Auflagen des Denkmalschutzes sanieren würde. Von daher drängt die Stadt Pirna auf eine schnelle Lösung und versucht, den Uniwerkern den Umzug zu versüßen, indem sie an der Alten Feuerwache (Foto) bereits den Regenablauf reparierte und zudem Reparaturen am Dach vornehmen lässt (Kosten etwa 7000 Euro).

Immerhin scheint somit auch eine offizielle Wertschätzung der Arbeit des Kulturvereins gegeben. “Mit innovativen Projekten und Veranstaltungen gelingt es den Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer wieder, Menschen zu begeistern und somit gut besuchte Veranstaltungen zu organisieren” lobte etwa Oberbürgermeister Peter Hanke die Leistungen des Vereins. (DNN 03.09.2011)

Fragt sich nur, was die Uniwerker von dem Vorschlag halten und wie es dann um die zukünftige Arbeit des Vereins bestellt ist …

Nachtrag (8. September 2011)

Uniwerk muss aus Schmiedestraße raus

Der Pirnaer Verein Uniwerk darf den Gebäudekomplex Schmiedestraße 55/Schloßstraße 8 nur noch bis Ende des Jahres nutzen. Das beschloss der Stadtrat auf seiner Sitzung am Dienstag. Die Stadt bietet dem Verein an, in die alte Feuerwache auf der Oberen Burgstraße zu ziehen. Dieses Objekt ist allerdings wesentlich kleiner als das bisherige. Das sanierungsbedürftige Ensemble Schmiedestraße 55 will die Stadt an einen privaten Investor verkaufen.

(SäZ vom 08.09.2011)

Jazz55 im Uniwerk

Gestern abend in der Schmiedestraße 55: die Virtuosen der Jazz55_Band und Special Guest Hagen Gebauer (voc) spielten – letztmalig vor der Sommerpause – zum Jazz im Uniwerk.

Wobei Jazz nun ein sehr weitläufiger Begriff ist: im Grunde spielen die Männer einen erstklassigen Jazz-Rock (keine Bläser). Diverse Klassiker bereichern das Programm, Songs von Radiohead etwa oder auch von Tom Waits werden großartig interpretiert, und Hagen Gebauer sang wie ein junger Gott (was jetzt aber nicht die Biene Maja meint ). Alles in allem also ein wunderbarer Auftritt im morbiden Embiente, der hoffentlich nach der schon erwähnten Sommerpause eine Wiederauflage erfährt.

Einziges, wirklich einziges Manko: die wenigen Gäste. Liebe Leute, das haben Musikanten und Veranstalter überhaupt nicht verdient, die für lächerliche zwei Euro fünfzig Eintritt aus purer Freude am Spiel ein erstklassiges Konzert darboten – dafür würde ich sogar meinen Hintern von Dresden nach Pirna bewegen. Ich bleibe also bei meiner Meinung – liebe Uniwerker – dass eine Verlegung des Events auf den Freitagabend deutlich mehr Leute und Einnahmen in das Haus treiben würde. Aber gut, wir werden sehen, was die Zukunft bringt …

PS: meine Vierphone-Bilder sind nicht einmal ansatzweise das geworden, was ich erwartet habe. Mist.

Das Uniwerk zieht um

Der genaue Termin steht noch nicht fest, vielleicht Anfang des kommenden Jahres. Aber wann auch immer – der Umzug scheint sicher. Zumindest schreibt das die Zeitung (SäZ vom 12.08.), und damit ist es offiziell.

Derzeit steht der Verein in konkreten Verhandlungen mit der Stadt, die das Objekt in der Schmiedestraße 55 (ob seiner Baufälligkeit) für eine weitere Nutzung nicht freigeben und verkaufen möchte.

Als neues Domizil des Vereins wird die Alte Feuerwache auf der Oberen Burgstraße benannt – eine Lösung, die dem Vernehmen nach durchaus willkommen scheint.

Ich wünsche den Uniwerkern hiermit viel Erfolg bei den noch ausstehenden Verhandlungen – auf dass sie neuen Raum zum Tanzen, Schauen, Schaffen, Hören, Musizieren, Zeigen und Entfalten finden mögen.

Graffiti-Ausstellung im Uniwerk

Ein aktueller Hinweis für am Thema Interessierte: leider nur heute und morgen ist im Uniwerk eine kleine Ausstellung zweier Streetart-Künstler (EOK73 vs. Aremid) aus der Region zu sehen: “Wohnzimmeratelier”.

EOK73 vs. Aremid: "Wohnzimmeratelier"
EOK73 vs. Aremid: "Wohnzimmeratelier"
EOK73 vs. Aremid: "Wohnzimmeratelier"

Neben großflächigen Formaten werden auch diverse Skizzen und Objekte gezeigt – anschauen lohnt definitiv. Da lediglich das Berühren der Ausstellungsstücke unerwünscht ist habe ich mir erlaubt, drei Schnappschüsse zu erstellen, die einen kleinen Einblick gewähren und Lust auf ausführliche Betrachtung machen sollen. (Alle im Bild zu sehenden Objekte stammen im Übrigen von René Donath aka EOK73.)

Ich weiß ja, dass hier diverse Dresdner mitlesen, die jetzt nichts Besseres zu tun haben, als sich auf’s Rad zu setzen und schnurstracks Richtung Pirna zu radeln … Immer kommt nur, Pirna lohnt heute sowieso, denn es gibt ein buntes Stadtfest und am Abend spielt (neben anderen) “Die Art” auf der Hutbühne.

Skandinavische Weihnacht

Am vergangenen Freitagabend zu Gast im Uniwerk: JULVISOR.

Vier Musikanten, deren Anliegen es ist, uns dieser Tage im Advent die Skandinavische Weihnacht näher zu bringen. Was schlicht die Interpretation von Liedern und Geschichten zum Thema meint. Erstere wurden gar im Original gesungen, allerliebst begleitet von Bass, Gitarre, Saxophon und Percussion.

Abwechslungsreichtum und musikalische Vielfalt stehen bei “Julvisor” im Vordergrund. Moderne Songs erklingen. Traditionelles erscheint im neuen Gewand. Pop, Jazz, Funk, Improvisationen fließen in die Bearbeitung ein, ohne die Lieder ihrer Ursprünglichkeit zu berauben.

Die Geschichten boten Heiteres und Besinnliches auch und somit war dieser Abend im Ganzen ein Gelungener. Last but not least sei hier noch erwähnt, dass JULVISOR in den nächsten Tagen im Projekttheater Dresden zu sehen ist, die Termine finden sich hier.

Jazz trifft Klassik

Frank Nestler

Gestern abend im Uniwerk: zwei Violinen, eine Bratsche und ein Violoncello in Kooperation mit Kontrabass, Schlagzeug, Piano und Saxophon.

In Persona waren das zum Einen das Pirnaer Streichquartett und zum Anderen das Frank Nestler Trio. Letzteres wurde 1999 von Frank Nestler – einem Pirn’schen Saxophon-Mann – gegründet und hat sich der Pflege des gepflegten Jazz und Swing verschrieben. Während eines New-York-Aufenthalts (irgendwann in den 90ern) erlebte der zuvor erwähnte Saxophonist den berühmten Jazzpianisten McCoy Tyner in Zusammenarbeit mit Streichern – dieses Klangerlebnis ließ ihn bis heute nicht los.

Ebenso selten wie ungewöhnlich ist die Verbindung von Jazz und Streichern. Das Frank Nestler Trio stellte sich dieser Herausforderung: es holte sich vier begabte Streicher, infizierte sie mit dem Jazzvirus und nannte sie kurzentschlossen das Pirnaer Streichquartett. Herausgekommen ist ein ganz neuer Sound – eine Mischung aus wildem ungezähmten Jazz und sanften Streicherklängen. >>

Gestern abend nun konnten wir dem gute zwei Stunden lang folgen. Gespielt wurden diverse Klassiker der Jazz-, Latin-, und Filmmusik sowie eigene Kompositionen – lobenswert dargeboten – wobei mir die etwas temperamentvolleren Stücke sehr gut gefielen, manch anderes jedoch zu “weichgespült” erschien.

Violoncello

Nichtsdestotrotz eine sehr interessante und amüsant moderierte Veranstaltung, jenseits vom gewohnten Hörerlebnis…

Die Kleingeldprinzessin im Uniwerk

Gestern abend, 20.00 Uhr im Uniwerk zu Pirna: bereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn dichtes Gedränge im Saal. Erfreulich zu sehen – dies ist leider nicht aller Tage so an diesem Ort der gepflegten Unterhaltung …

Das Konzert der Prinzessin dann erwartungsgemäß gelungen. Nur das Mädchen, ihre Lieder und die Klampfe dazu, pure Liedermacherei also und das war auch gut so. Sie sang über die großen, kleinen und verstrickten Gefühle und Situationen des Alltags, voll von Wortwitz und Binnenreimen und immernoch mit einem Stückchen der Selbstverständlichkeit von Straßenmusik.

Viel Applaus am Ende, wir sollten das hier also wiederholen – dann aber bitte mit den Stadtpiraten – deren jazzige Begleitung den Songs ein bemerkenswertes Gefühl von Bossa Nova und Taschen-Swing gibt. Das hätte ich schon gerne einmal live gesehen und gehört.

Verweis: Die Kleingeldprinzessin und die Stadtpiraten.

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