Habe ich hier eigentlich schon einmal erwähnt, dass der mensch ein Freund dieser faszinierenden “Planet of the Apes” – Saga ist, und irgendwann in den späten 70ern – voller Staunen und Ehrfurcht und spätabends auch – vor dem Schwarz-Weiß-Gerät saß und die von Pierre Boulle so brilliant geschaffene Science-Fiction-Welt konsumierte? Wenn nicht, so sei dies hiermit kundgetan – und somit wird wohl verständlich, weshalb der gestrige Kinobesuch ein Pflichttermin war …
Artikel zum Schlagwort: Science Fiction
Es gibt Filme, die sollte der mensch im Kino gesehen haben. Und zwar ausschließlich im Kino, denn nur auf der großen Leinwand werden sie zu dem, was sie sind: ein außergewöhnliches visuelles Spektakel.
Avatar ist einer von diesen Filmen …

Foto: © 20th Century Fox
Das Thema ist eigentlich lange durch, doch für all jene, die sich gar nicht oder wie ich erst sehr spät darauf einlassen wollen anbei einige Zeilen zum Inhalt:
Avatar spielt im Jahr 2051 auf dem Planeten Pandora. Weil sie an die Rohstoffe des Planeten gelangen wollen, geraten die Menschen (also die Amerikaner) in Konflikt mit dem dort lebenden Naturvolk der Na’vi: drei Meter hohen Wesen mit langen Schwänzen, gelben Augen und blauer Haut, deren athletische Statur entfernt an die Massai erinnert. Eine wissenschaftliche Fraktion der Invasoren versucht die »Wilden« mit sogenannten Avataren – mental von Menschen gesteuerten Kopien der Ureinwohner – zu unterwandern und zu verstehen. Das Militär hingegen möchte den Na’vi, die doch nur ihren Lebensraum verteidigen, auf übliche Weise beikommen: »Fight the terror with terror!« Anspielungen auf den Irakkrieg und andere Invasionen sind beabsichtigt, doch der Kritik am US-Imperialismus gelingt es, sanft in die Filmwelt zu diffundieren. (via)
Wenn sich der geneigte Zuschauer denn auf die – zugegeben ziemlich simpel gestrickte, altbackene Story – einlassen kann bekommt er (und sie auch) eine bemerkenswerte, fantastische Welt präsentiert. Dafür wurde keinerlei Aufwand gescheut – gedreht wurde mit einer speziellen dreidimensionalen Aufnahmetechnik in Kombination mit dem digitalen Motion-Capture-Verfahren, selbst die Kameras sind explizit für diesen Film entworfen worden. Nach meinem Dafürhalten hat das jahrelange Gefriemel gelohnt, wir sehen grandiose Bilder einer märchenhaften Zukunft.
Und genauso möchte ich das letztlich hier auch stehen lassen: eine rührselige Story von gestern mit prachtvollen Bildern von morgen, die den Besuch durchaus rechtfertigen.
Verweis: Avatar (Filmwebseite)
Anno 2006 wurde “Bio-Nostalgie” zum Siegerstück des Jurypreises im internationalen Autorenwettbewerb “What if – Visionen der Informationsgesellschaft” gekürt, welcher vom Bayerischen Rundfunk und Telepolis anläßlich des Informatikjahres 2006 ausgelobt wurde. Grund genug also, einmal hineinzuhören.
Das Stück spielt nach der “dritten industriellen Revolution” im Jahre 2072.
Im Jahr 2072 hat die Menschheit ihre lästigen Körper zurückgelassen und existiert nur noch in Form von Datenströmen im Netz. Jeder kann jederzeit kopiert und überwacht werden, und reich ist, wer viel Speicherplatz besitzt. Während ein Teil seines multitaskingfähigen Bewusstseins die Frau aus dem Werbefilm verfolgt, erhält er ein ungewöhnliches Angebot. Zusammen mit ihr soll er an einem Experiment teilnehmen, das zunächst wie ein anachronistisches Spiel für Bio-Nostalgiker erscheint:
Für einen Tag haben sie die Möglichkeit, echte Körper zu erhalten, in die ihr Bewusstsein heruntergeladen wird – die Möglichkeit, an einem unvollkommenen, aber wirklichen Strand zu liegen. Doch als alles für den Download bereit ist, führt ihre Sehnsucht nach der Wirklichkeit zu einer unerwarteten Erkenntnis.
Eine interessante Fiction, die so hoffentlich nie Realität sein wird. Vielleicht ein wenig zu naiv geschrieben, und auch der stete Bezug zur Gegenwart ist unnötig und mindert als solches das Hörvergnügen. Zum einmalige Hören jedoch gut geeignet und hiermit empfohlen – nicht nur für Geeks und Nerds …
Verweis: Bio-Nostalgie (Hörspiel und Medienkunst) (via)