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Canalettoweg wieder begehbar

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Pirna: die Fällung der Schlossberglinden

Ich habe nicht genau auf die Uhr geschaut, aber es muss so gegen 9.45 Uhr gewesen sein, dass die erste Linde fiel … Den Auftrag hat die Firma “Knorre Baumdienst” aus Bautzen bekommen. Die Jungs gehen sehr sorgsam zu Werke – das muss ich ihnen zugestehen (habe ja quasi einen Logenplatz, und somit den besten Blick auf das traurige Geschehen).

Dem Vernehmen nach sollen einige der großen Stämme zu einem Stoß geschichtet werden – auf einer Streuobstwiese nahebei – und somit Käfern und anderen Insekten eine Heimat sein.

Nachtrag I: die siebente und letzte Linde fiel um 15.31 Uhr. Es war ein neblig-trüber Tag.

Nachtrag II: Pirna-TV war auch vor Ort.

Nachtrag III: die SäZ schreibt ebenfalls zum Thema.

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Die Schlossberglinden werden gefällt

Pirna – die über 100jährige Lindenallee am Schlossberg: wir werden nun Zeugen des letzten, leider nicht mehr zu verhindernden Aktes.

Am Donnerstag, 10. November 2011, beginnt die Fällung der sieben von den derzeit acht verbliebenen Linden an der Schlosstreppe. Der Stadtverwaltung liegen alle dafür notwendigen Genehmigungen vor und sie setzt damit die entsprechenden Stadtratsbeschlüsse um.

Die Arbeiten erfolgen unter naturschutzfachlicher Überwachung und sollen voraussichtlich bis 12. November 2011 beendet werden. Im Frühjahr 2012 wird eine neue Lindenallee nach historischem Vorbild die Altbäume ersetzen.

Verweis: Pressemitteilung der Stadt Pirna.

Fragwürdiges Lichtkonzept für Schloss Sonnenstein

Am vergangenen Dienstag stimmten die Pirnaschen Stadträte mit knapper Mehrheit (14 Ja-, zwölf Nein-Stimmen und eine Enthaltung) für das von der Verwaltung favorisierte, künftige (und zu Recht umstrittene) Lichtkonzept am Schloss Sonnenstein.

Dieses sieht neben einem (für mich durchaus akzeptablen) warmen Weißton auch den Einsatz spezieller LED-Leuchten vor, die buntes Licht in vielerlei Farben erzeugen können. Mit diesen könne dann das neue Landratsamt – zu ausgesuchten Veranstaltungen – in besonderer Weise illuminiert werden.

Problematisch an dieser Entscheidung sind (nicht nur für mich) zum Einen die mit ihr verbundenen, deutlichen Mehrkosten für das Projekt. Die Anschaffungskosten werden mit 130 000 Euro beziffert, dazu kämen dann weitere 5 000 Euro für den jährlichen Unterhalt. Angesichts der dramatischen Haushaltslage der Stadt sollten solch krude Ideen eigentlich gar nicht zur Vorlage kommen – möchte man meinen. Aber nichts ist unmöglich – einmal mehr in Pirna. Auch wäre es schön zu wissen, wie sich denn das zukünftige und so ganz und gar überflüssige Spektakel mit der Selbstverpflichtung der Stadt, auf nachhaltige und umweltbewusste Energiekonzepte zu setzen (Presseinformation vom 14.06.2011), vereinbart.

Zudem: über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Was die Stadtverwaltung nebst den zustimmenden Ratsherren jedoch den Einwohnern dieser Stadt mit dieser, ihren Entscheidung zumuten, ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit und ein blamables Eingeständnis vom nicht vorhandenen Sinn für eine ästhetische Gestaltung.

Die Sächsische Zeitung hat sich in ihrer heutigen Ausgabe der närrischen Entscheidung auf eine solch liebenswerte Weise angenommen, dass ich nicht umhin komme, diese hier zu zitieren.

Tanz, Behörde, tanz!

Was wir lange ahnten, ist nun gewiss: Das Schloss Sonnenstein in Pirna wird eine riesige Landratsamt-Discothek – mit Musik für jedermann und farbig illuminiert, damit es den auf Bescheide Wartenden nicht langweilig wird. Von außen, so hat es Pirna beschlossen, soll das historische Gemäuer sogar im Takt der Musik bunt angestrahlt werden – offenbar mittels einer Lichtorgel, die Hobbybastler wie früher aus Neonröhren-Startern und selbst gefärbten Glühlampen zusammenschraubten. Die Arbeitszeiten der Mitarbeiter verlegt die neue Tanz-Behörde auf die partyfreundliche Zeit von 22 bis 5 Uhr. Aus der Telefon-Warteschleife tönt künftig der Disco-Dauerhit „Nightfever“ der Bee Gees.

Weibliche Beschäftigte fungieren in den Wartebereichen abwechselnd als Gogo-Tänzerinnen, männliche Mitarbeiter als Türsteher. Im Bürgerbüro werden bunte Pillen mit lustigen Gesichtern verteilt, damit Antragsteller die Bearbeitungszeiten überstehen. Zu Ausschusssitzungen werden künftig bewusstseinserweiternde Mittel gereicht, Besprechungen mit dem Landrat finden ausschließlich im Glitzerschein einer spiegelnden Discokugel statt. Und bei der Engtanzrunde zu später Stunde im Kreistag zeigt sich dann, wer gern mit wem koaliert.

Wir empfehlen allerdings, bei der Außenbeleuchtung den Rot-Ton zurückzufahren. Triebgesteuerte könnten das Schloss sonst für ein anderes Eta-blissement halten.

Quelle: Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom Freitag, dem 9. September 2011. Danke dafür!

Showdown am Schlossberg

Dem Vernehmen nach nähern wir uns dem Grande Finale: mit der Feststellung des Nichtvorhandenseins des Juchtenkäfers (schlag nach unter “Eremit“) scheint das Schicksal der Schlossberglinden nun besiegelt.

Käferkundler Jörg Lorenz hat für einen möglichen Nachweis des seltenen Krabbeltieres Käferfallen in den Bäumen installiert und diese vier Wochen lang beobachtet. Positive Ergebnisse sind nicht zu vermelden, laut Aussage des Experten ist der Käfer also nicht mehr vor Ort oder die Witterung ist in diesem Jahr schlicht ungünstig (DNN vom 19.08.2011).

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Aktuelles vom Schlossberg

Ich habe mich ja nun einmal dafür entschieden, aktuell vom Baugeschehen “vor unserer Nase”, sprich der mit der Sanierung des Schlosses einhergehenden Umgestaltung des Pirnaschen Schlossberghanges, zu berichten. Also will ich das auch konsequent fortführen…

Am Donnerstag hatte ich das außerordentliche Vergnügen, an einer Vor-Ort-Begehung (mit Lokal-Presse und Mitarbeitern der Stadtverwaltung) teilnehmen zu können. So bekam ich Informationen aus erster Hand und konnte die Baustelle einmal ruhigen Gewissens und ganz legal in Augenschein nehmen.

Zweierlei gilt es zu berichten (für die LeserInnen von außerhalb, die Nachbarn haben gewiss den Lokalteil von DNN oder SäZ gelesen): zum Einen wurden bei den Bauarbeiten für den neuen Verbindungsweg Spuren eines spätmittelalterlichen Gebäudes am Hang gefunden, zum Anderen gab es eine Einschätzung zum Fortgang der Arbeiten an Weg und Terrassen. Für mich war beides von Interesse …

Ersteres ist eine archäologische Überraschung, denn von einer Bebauung des unteren Schlossberghanges war bis dato nichts bekannt. Über die Nutzung des Hauses in unmittelbarer Nähe zum Schloss wird fleißig spekuliert – ein Depot scheint wohl (auf Grund der Ausmaße der Grundmauern) am wahrscheinlichsten. Auch eine zeitliche Einordnung ist nicht ohne Weiteres möglich, die Errichtung des Hauses wird großzügig auf irgendwann zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert datiert. Aber wie auch immer – die Grabungstechniker werden den Fund für’s Erste nur dokumentieren, weiter gegraben wird nicht – der neue Weg wird wie geplant fertiggestellt.

Zum Zweiten wurde der Stand der Arbeiten an den Terassen, dem “Weissen Turm” und dem Weg an sich erläutert. Hier gab es keine wesentlichen Neuigkeiten – die Terrassen sind zum Großteil bereits fertig und teilweise schon bepflanzt. Der Wegebau ist ebenfalls vorangeschritten, am Brückensteg fehlen lediglich noch einige Scheiben, derzeit werden die Bänke montiert. Auch interessant: die abgeschlossene Sanierung des “Weissen Turmes” – ausdrücklich betonte die Stadtverwaltung hier (unter Verweis auf die vorhandenen Fledermauslöcher) die Beachtung des Naturschutzes.

Irgendwann im Herbst soll dieser erste Bauabschnitt dann übergeben werden.

Alles in allem war es damit eine informative, gute halbe Stunde für mich. Zu guter Letzt folgt noch ein Drei-Minuten-Video für euch:

Das Lokalfernsehen war ebenfalls vor Ort und ließ einen Fachmann zur Sache sprechen.

Siehe auch: Archäologen entdeckten am Schlosshang Fundament aus dem Mittelalter (DNN)

Canaletto-Rundweg am Sonnenstein

Noch einmal Pirna, und noch einmal die unendliche Geschichte um die Neugestaltung des Schlossbergs.

Thema ist die Namensfindung für den neu errichteten, stufenlosen Weg zum Sonnenstein, eben jenes Weges, dessen Bau ursächlich für die Erneuerung der Schlosstreppe und die damit geplante Fällung der Linden ist …

Vor einem kleinen Weilchen rief Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Vorschläge für einen Namen einzureichen:

„Der Schlossberghang wird ein neues idyllisches Kleinod in unserer Stadt. Ich möchte den Pirnaern die Gelegenheit geben, einen Namen für den neuen Weg zu finden, mit dem sie sich identifizieren.“

So weit, so gut, es kamen auch einige Vorschläge, die durchaus akzeptabel und originell wären – einige sollen hiermit benannt sein (meine Favoriten habe ich hervorgehoben):

  • Sonnensteig, Schloßweg, Canalettoterrassen, Canalettopfad, Festungsweg, Panoramaweg, Schloßterrassen, Schloßgartenweg, Terrassenweg, Liebenauweg (Johann-Siegmund-von Liebenau-Weg – Festungskommandant, Verteidiger im 30jährigen Krieg), Schloßhangweg, Schloßbergweg, Schloßberghangweg, Schloßbergpromenade, Altstadtweg, Zur Sonne, Kasemattenweg, Bernardo-Belletto-Pfad, Bellevue Pirna (?), Juchtenkäferweg, Lindenberghang, Weg der Erinnerungen, Weg des Leidens der gefällten Linden (Hammer! Wer war das bitte?), Schild-Bürgersteig oder Schleichweg (kommen beide von der Bürgerinitiative “Lebenswertes Pirna”) und Spitzhügelweg.

Soweit eine Auswahl der eingereichten Vorschläge. Offensichtlich fühlten sich viele Bürger in der Sache angesprochen … Warum nun aber die Stadtverwaltung mit der Benennung des Weges zum (von den Bürgern nicht benannten, weil schon vorhandenem) „Canalettoweg“ die insgesamt 53 eingereichten Vorschläge einfach ad acta legt und den bisherigen Canalettoweg per Dekret zum Rundweg verlängern will kann nur gemutmaßt werden …

Einmal mehr hinterlässt das Handeln der Verwaltung also einen schalen Geschmack im Munde. Misstrauen scheint mir da grundsätzlich berechtigt (in wessen Auftrag wird hier wirklich gehandelt?) und Arroganz ist wohl auch im Spiel – ganz sicher doch.

Die Linden blühen

Lindenblüte

Es ist ruhig geworden um die Pirna’schen Schlossberglinden – nichtsdestotrotz soll hiermit ein kleines Update in der Sache erfolgen: also, wie schaut es momentan aus an der Schlosstreppe zu Pirna?

Zunächst müssen wir – entgegen den schlimmsten Befürchtungen – feststellen, dass die sieben verbliebenen, in den Kronen arg zurückgeschnittenen Linden wieder ausgetrieben haben. Von daher ist es zweifellos eine Freude, sie so in der Blüte zu sehen.

Am Schlossberg
Am Schlossberg

Dazu muss angemerkt werden, dass die den Wurzelbereich gefährdenden Bauarbeiten an der Schlossbergtreppe noch nicht begonnen haben – einstweilen konzentrieren sich die Gewerke auf die Fertigstellung des (noch namenlosen?) stufenlosen Weges zum Sonnenstein. Die Neugestaltung des Areals um die Schlosstreppe sowie des nördlichen Schlossberges soll (laut Presseinformation) dann Ende Juni beginnen.

Ruine "Weisser Turm"
Am Schlossberg

Gleichzeitig wird die Sicherung und Sanierung des Weißen Turmes und der Terrassengärten vorangetrieben – ein neugieriger Blick durch den Bauzaun gewährt Ein- und Ausblick auf die zum Großteil schon fertigen Sandsteinmauern und den Steg.

Lindenblüte

Fortsetzung folgt – versprochen. Die Linden bleiben im Fokus, zudem wollen wir doch sehen, ob die Stadtverwaltung ihr Versprechen vom “italienischen Flair” am Schlossberg letztlich einlösen kann …

Der Vollständigkeit halber …

Rodung Schlossberglinden
Rodung Schlossberglinden
Rodung Schlossberglinden

… sei das schändliche Tun hiermit erwähnt: seit drei Tagen verrichten die Sägen ihr Werk am Pirnschen Schlosshang.

Rodung Schlossberglinden

Das Landratsamt hat die Rodung von zwei Linden genehmigt, die verbleibenden sieben werden bis auf eine Höhe von zehn Metern zurückgesägt. Begründet wird dies mit der zu gewährleistenden Standsicherheit – unmittelbar nach den Fällarbeiten soll mit dem Treppenbau begonnen werden.

Rodung Schlossberglinden

Die ganze Aktion wurde kurzfristig angekündigt und sofort in die Tat umgesetzt. Ein schneller Antrag des BUND zum Erlass einer Anordnung an das Verwaltungsgericht Dresden hatte leider keinen Erfolg – er wurde in der Hauptsache aus formalen Gründen abgelehnt (siehe auch: BUND kritisiert Fällung der Schlossberglinden).

Aufhalten kann das Geschehen nur noch der streng geschützte Juchtenkäfer: sollten während des Kronenverschnittes Spuren dieser holzbewohnenden Krabbeltiere gefunden werden, müssen die Sägen stoppen (ein Sachverständiger weilt vor Ort).

Es steht also schlecht um die verbleibenden Linden an der Schlosstreppe: der Nachweis des Käfers in der kommenden Vegetationsperiode steht in Frage und der geplante Neubau der Treppe wird mit Sicherheit irreparable Schäden im Wurzelbereich verursachen – welche irgendwann ursächlich für eine mangelnde Standsicherheit und die dann notwendige Fällung sein werden. Zudem ist es fraglich, ob die Bäume nach dem jetzt praktizierten Kronenschnitt jemals wieder ordentlich austreiben.

Rodung Schlossberglinden

Keine guten Tage für die Menschen, die hier am Schlossberg leben …

Stadtrat besteht auf Fällung der Linden an der Schlosstreppe

Der Pirn’sche Stadtrat hat sich am gestrigen Abend – nach einer teilweise engagiert geführten Diskussion – mit deutlicher Mehrheit gegen die Aufhebung des Beschlusses vom 22.06.2010 (welcher die Fällung der Linden an der Schlosstreppe primär zum Inhalt hatte) ausgesprochen.

Gegen die (nicht nur) von der LINKEN eingebrachte Vorlage zur Aufhebung dieses Beschlusses stimmten 15 Stadträte (vornehmlich CDU, FDP und Freie Wähler), acht Stadträte (in der Hauptsache Linke und Grüne) stimmten dafür – bei vier Enthaltungen.

Somit ist die politische Botschaft eindeutig: nach Erhalt aller erforderlichen Genehmigungen wird die Stadt Pirna die Bäume – entsprechend den Auflagen – fällen. Derzeit steht eine dieser Genehmigungen allerdings noch aus: die bis dato nicht erteilte Fällgenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt verhindert momentan noch den sofortigen Kahlschlag.

Ein letzter, kleiner Funken Hoffnung – vielleicht …

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