Tag Archives: Rock’n Roll
fefa

Fehlfarben: Xenophonie

“Xenophonie”, das neue Album der Fehlfarben (iTMS), klingt nicht nur ungemein frisch, sondern auch kraftvoll und wütend wie am ersten Tag.

Von Langeweile ist nach 32 Jahren – 1980 erschien “Monarchie und Alltag” – nichts zu spüren, denn aus den Boxen drängt eine Wucht und Energie, die kaum zu fassen ist. Elf Songs vom Allerfeinsten, und dazu die Texte von Peter Hein – wie gehabt politisch aktuell und direkt zur Sache kommend. Es geht immer noch gegen das Schweinesystem, gegen Ratingagenturen, die Parteiendemokratie und den lieben Gott – und das ist auch gut so.

Was passiert in Bankenland? / Wann werden Banken wieder niedergebrannt? / Hört hier wer einen Aufruf zur Gewalt? /Bleibt nach der Revolution die Küche kalt? / Was hat der Bärtige sich da wieder gedacht? / Hat mir wer ein Bier mitgebracht?

In Summe bilden die krachenden Gitarrenriffs mit den aggressiven Texten einen exzellenten, unterschreibenswerten Kommentar zum Zeitgeschehen, den ich hoffentlich in diesem Jahr auch einmal als Live-Act genießen kann – schauen wir mal …

Laibach hat am vergangenen Sonntag in Dresden ein exklusives Konzert unter dem satirischen Iron-Sky-Motto “We come in Peace!” gegeben. Sie wissen schon – diese (hoffentlich) wunderbare Science-Fiction-Groteske, die heute in die Kinos kommt. Laibach liefert dazu den Soundtrack – wer sonst könnte das wohl übernehmen?

Ich habe die Band zuletzt und einmalig erst live gesehen – 1993 in Dresden Hellerau – und ärgere mich gerade schwarz über diesen verpassten Termin, von dem ich schlicht nichts wusste. Zumal der Dienstplan einem Besuch des Spektakels durchaus zugelassen hätte … Arrgh!

die_art

Pirna, am 17.02.2012: My Colour Is Black!

Die Art scheint einen guten Draht nach Pirna zu haben – findet sich die Band doch mittlerweile im Jahresrhythmus vor Ort ein, um uns ihren angenehmen Cocktail aus Punk- und Gitarrenrocksound sowie treibendem Dark Wave – gepaart mit finsterer, melancholischer Lyrik zu servieren. Mich freut das sehr wohl, zumal ich am kommenden Freitagabend, dem 17.02., über die notwendige Freizeit für das Konzert in Pirna (unplugged – im Q24) verfüge.

Dieser Eintrag ist also als ein Veranstaltungshinweis zu bewerten und ja: für diese Kapelle wiederhole ich mich gerne und in jedem Jahr auf’s Neue.

Bildquelle: Wikimedia Commons.

doors

The Doors: L.A. Woman

Doors-Fans aufgepasst: kürzlich erschien mit “L.A. Woman (40th Anniversary) [Remastered]” eine Neuauflage des legendären Albums von 1971. Wir erinnern uns: die Platte erschien im April – kurz vor dem frühen und mysteriösen Tod von Jim Morrison im Juli 1971. Die Songs spielte die Band vom November 1970 bis zum Januar 1971 ein. Und ja, es gilt zu Recht als das bluesigste Album der Doors …

Quasi zum 40. Jahrestag der Erstveröffentlichung erschien nun im Januar diesen Jahres die Neuauflage von L.A.Woman (remastered). Zum Original-Album enthält diese ein zusätzliches mit bis dato unveröffentlichten Takes, die allesamt herzallerliebst anzuhören sind.

Zudem findet sich darauf – als besonderes Schmankerl und Sensation – der bisher unbekannte und somit erstmals veröffentlichte Song “She Smells So Nice” – der beim Durchhören der alten Bänder wiedergefunden wurde. Die Anschaffung lohnt also definitiv, ich bin komplett begeistert.

Zu haben ist das Album etwa im iTunesStore für 12,99 €.

Fucked Up: David comes to live


Fuckin’ Groovin’ Fahrvergnügen – was ist das für eine wunderschöne Scheibe! Ein Knaller jagt den anderen – 18 Titel im Ganzen, und allesamt Kracher vor dem Herrn. Sitzpogo ist angesagt (ersteinmal).

Fucked Up (Wikipedia) ist eine sympathische Hardcore-Punk-Kapelle aus Toronto. Sie spielen seit guten zehn Jahren – anno 2001 gab es erste Demos und auch die ersten Auftritte. Das nun vorliegende, jüngst erschiene Album “David comes to live” ist das dritte Studio-Album, und es ist großartig geworden – finde nicht nur ich. Auch schön: am ersten November wird es ein Konzert in Hamburg geben, leider der einzige Auftritt in Deutschland – wenn ich recht informiert bin.

Reinhören könnt ihr hier im iTMS, kaufen natürlich auch. Schöner Tipp via.

Alter Mann

Dieser wunderschöne Song macht meinen Tag und meine Woche – mindestens. Habt Dank dafür, liebe Knorkatoren. (via)

Das neue Chili Peppers-Album via iTunes-Stream hören

“I’m with you”, das neue Album der immer schon großartigen Red Hot Chili Peppers, wird am 26. August erscheinen. Wer jetzt schon einmal reinhören möchte nutzt den iTunes-Stream, der aktuell das komplette Album kostenfrei herunterspult …

60 Minuten purer Rock’n Roll, erfrischend und kraftvoll, den Weggang von John Frusciante scheinen die Männer gut verkraftet zu haben. Da gibt es nichts zu diskutieren – der Kaufbefehl wird ausgeführt.

Primitive Harmonik

Auflage 1958

Amüsant zu lesen – das möchte ich euch nicht vorenthalten …

Das wesentliche Element des Jazz, die Improvisation, ist in weitem Maße in die Tanzmusik eingegangen … Das Fundament, über dem improvisiert wird, ist die Harmonik …

Leider wird in Europa und auch von Durchschnittsamerikanern, allzu oft eine sehr fade und primitive Harmonik benutzt. Die Folge davon ist wenig Musik und viel Effekthascherei, die zum Teil die niedrigsten Instinkte im Menschen weckt und zu solchen Auswüchsen wie Rock-and-Roll führt.

So gelesen heute in der “Schallplattenfibel – Wissenswertes von der Schallplatte mit einem musikgeschichtlichen Abriß”.
(1958 erschienen im Fachbuchverlag Leipzig).

Prinz Pi – Königin von Kreuzberg

Symphatischer, elektrogitarrenlastiger Hip-Hop aus Berlin mit gefälligen Worten und Farben dazu (die Gitarre wurde übrigens von Archi Alert, dem Ex-Sänger und Gitarrist der “Terrorgruppe“, eingespielt). (via)

Das aktuelle Prinz Pi-Album “Rebell ohne Grund” findet sich natürlich auch im iTunes Store (kein Affiliate-Link).

SCHERBEkontraBASS

SCHERBEkontraBASS – das sind Marius del Mestre (Gitarre und Gesang) sowie Akki Schulz am Kontrabass. Sie spielen die Songs von Rio Reiser und Ton Steine Scherben und waren gestern mit ihrem Programm in Pirna zu Gast.

Marius del Mestre war als ehemaliger Rhythmusgitarrist das jüngste Bandmitglied der Ton Steine Scherben (von 1980 – 1984, zuvor bei Tempo). Derzeitig ist er Sänger und Gitarrist in der TON STEINE SCHERBENFamily, die seit 2004 in verschiedenen Besetzungen auf den Bühnen dieser Republik anzutreffen ist.

Akki Schulz ist Kontrabassist mit klassischer Ausbildung und Berufserfahrung, der eines guten Tages seine Stelle im Opernhaus Halle kündigte und sich der Beatmusik verschrieb. Derzeit ist er (neben diesem Projekt) als Bandleader mehrerer Jazz und Weltmusik-Projekte unterwegs (aktuell: Akkitation Arkestra).

Die beiden fanden sich vor knappen zwei Jahren zum Duo zusammen, haben sich auf inzwischen mehr als 120 Konzerten erfolgreich präsentiert und veröffentlichen in jedem Jahr eine CD im Eigenverlag. Das gestrige Konzert hier vor Ort (im Q24) hat mir außerordentlich gut gefallen.

Im Gegensatz etwa zu der perfekt inszenierten Rio-Reiser-Show des Jan Plewka (dessen Interpretation im vergangenen Januar in Dresden mich mit zeitlichem Abstand zunehmend abstößt) spielen SCHERBEkontraBASS die Songs erfrischend lebendig und natürlich. Ab und an eine hübsche Anekdote, jedoch nicht ohne den gebotenen Ernst – gerade auch mit Blick auf die aktuellen Ereignisse in Fresenhagen.

Akki Schulz setzte mit seinem gewaltigen Instrument wunderbare Akzente und trug somit zu einer bis dato nicht gehörten, aber um so mehr gelungenen Interpretation dieser Lieder bei, der zu Recht mit reichlichem und herzlichem Applaus gedankt wurde.

Scroll to top