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Lübeck hat ein Figurentheater

Figurentheater Lübeck

Die Stadt Lübeck hat ein beneidenswert schönes Figurentheater.

Theaterfigurenmuseum Lübeck
Am Puppenspielmuseum Lübeck
Am Puppenspielmuseum Lübeck
Theaterfigurenmuseum Lübeck

Zu finden ist es in einer schmalen Gasse der Lübecker Altstadt – unweit vom Holstentor – in einem alten Kaufmannshaus aus dem 16. Jahrhundert. Gleich nebenan ist das gewiss ebenso sehenswerte Theaterfigurenmuseum gelegen, dessen Besuch wir jedoch – einstweilen – verschieben mussten.

Am Theaterfigurenmuseum Lübeck

Wir sind (vor gut 14 Tagen) eher zufällig darauf gestoßen, haben uns erst Tags zuvor zum Metropolenhopping und damit für einen Tag in Lübeck entschieden. Die Stadtbesichtigung war das Eine – der Besuch der Puppenbühne das Schönste.

Interessant zu wissen: das Figurentheater Lübeck besteht dort in seiner jetzigen Form seit dem 1. Januar 2007. Zuvor wurde in dem Haus auch schon Puppenspiel geboten: 30 Jahre lang, sprich seit 1977, präsentierte sich dort das Marionettentheater Fritz Fey.

Letztlich haben wir den Stadtbummel vorzeitig abgehakt und uns den vergnüglichen Besuch einer Vorstellung gegönnt: “Der gestiefelte Kater” (eine Handpuppen-Inszenierung von Dietmar Müller nach Charles Perrault). Ein weiterführender Blick auf den Spielplan gibt Auskunft auf die im Repertoire angewandten Spieltechniken: das klassische Marionettentheater wird ebenso geboten wie das Spiel mit Schattentheaterfiguren oder Stockpuppen.

Fazit: mit Blick auf die Zukunft sollte es zu einer schönen Tradition werden, den Aufenthalt in der Hansestadt mit einem Besuch der Puppenbühne zu verbinden.

Der Pirnaer Kasperle kommt!

Schön wär’s – aber so heißt es leider schon lange nicht mehr …

In nicht allzu ferner Zeit war es allerdings schon so, dass der Pirnaer Kasperle rief und die Menschen zuhauf kamen, um sich am Puppenspiel zu erfreuen. Soll heißen: von 1945 bis 1957 gab es in Pirna tatsächlich eine weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Puppenspielbühne – “Die Pirnaer”.

Ganz kurz einige Fakten dazu …

Im Jahre 1945 wurde die Puppenspielbühne von dem damals 20-jährigen Wolfgang Hensel gegründet. Schon bald fanden sich mit Fred Schencke und Heinz Fülfe zwei weitere Puppenspieler von Format, die der Bühne maßgeblich zu ihrem Erfolg verhalfen. Heinz Fülfe, einigen LeserInnen vielleicht noch gut bekannt als Taddeus Punkt (auch der Hund Struppi hatte in Pirna seinen ersten Auftritt), erstellte als gelernter Bühnenbildner die Kulissen.

Die Gruppe orientierte sich weitestgehend am damals schon weltbekannten Hohnsteiner Puppenspiel, auch die Puppen stammten von dort – aus der Werkstatt von Theo Eggink. Im Gegensatz zu den Hohnsteinern, die in ihrem Spiel nur farbige Stoffe verwenden, wurden jedoch aufwendig gearbeitete Bühnenbilder verwendet. Gespielt wurde für Kinder ebenso wie für Erwachsene, die Bühne war viel auf Reisen und mit “Der Schatz in der Zauberhöhle” waren “Die Pirnaer” dann auch im DDR-Fernsehen zu sehen.

Im Jahre 1957 verließ Wolfgang Hensel die DDR, Fred Schencke begleitete ihn zunächst, kehrte aber später nach Pirna zurück. 1963 verpackte Hensel die Puppen endgültig und gründete in Würzburg die Firma »Hensel Studiotechnik«. Bis zu deren Verkauf im Jahre 1993 war er als Unternehmer tätig.

So weit, so gut. Eine kleine, schön gestaltete Ausstellung gibt jetzt allen Interessierten genauere Auskunft zur Geschichte der Pirnaer Puppenbühne: “Die Pirnaer – Wolfgang Hensels Puppenbühne 1945 – 1962″, zu finden im hiesigen Stadtmuseum (Dienstag bis Sonntag, 10.00-17.00 Uhr) und bis zum 27. Februar 2011 zu besichtigen.

Neben diversen Puppen, Requisiten, Werbematerial und Fotos werden auch Tonaufzeichnungen aus den Jahren 1953/54 sowie einige Folgen des Abendgrußes vom Hessischen Fernsehfunk (Hensel produzierte einige Kindersendungen für das Fernsehen) präsentiert – der Besuch lohnt also.

Theater mit Puppen und Menschen

Ich habe vom diesjährigen, 25. Puppenspielfest auf der Burg Hohnstein nicht wirklich viel mitbekommen, und eigentlich (aus Zeitgründen) nur zwei Stücke gesehen.

Von diesen zwei beiden gefiel mir eines nicht so unbedingt, das andere hingegen war wunderschön und soll deshalb hier erwähnt sein: “Froschkönig oder der Eiserne Heinrich” – vom Theater Urknall (Dresden) gespielt.

Eine alte Truhe ist das Einzige was ihm geblieben ist. Darin bewahrt er seine Geschichte, die er wieder und wieder erzählt: Das Märchen vom eitlen Prinzen, der in einen Frosch verwandelt wurde und den nur die Liebe einer schönen Prinzessin erlösen kann. Aber welche macht das schon? Vereinsamt und hilfebedürftig sehnt sich der greise Frosch nach dem Tode. Doch vielleicht gibt es Hoffnung? Denn seit heute ist Marina da. Und der treue Diener Heinrich bleibt eisern …

Dorothee Carls und Michael Hatzius spielten die alte Geschichte in derart bezaubernder Art und Weise, dass es einem warm ums Herz wird. Mit viel Humor und Spass am Spiel wird das Grimmsche Märchen zeitgemäß in Szene gesetzt und sei hiermit für Kinder und Erwachsene zugleich empfohlen – bitte unbedingt anschauen, so sich die Gelegenheit bieten sollte.

(Leider finden sich auf der Seite noch keine neuen Spielorte und Termine)

Hohnstein lässt die Puppen tanzen

Der mensch selbst ist zwar an diesem Wochenende privat verhindert (in diesem Jahr ist es wahrlich wie verhext!), möchte aber dennoch auf den anstehenden Termin verweisen und hiermit seine Empfehlung aussprechen.

Vom 05. – 07. Juni 2009 findet also das alljährliche Puppenspielfest in Hohnstein statt.

Auch wenn dieses Hohnsteiner Fest so ganz anders ist – eben kein Festival über mehrere Wochen mit Jury und Bulletin, Urkunden, Pokalen und Preisgeldern, so ist der Charakter doch einmalig in der Festivalszene. Hohnstein hat es eben anderes zu bieten – den improvisierten Charme in einer verspielten Landschaft, familiäre Gemütlichkeit gepaart mit künstlerischem Anspruch und ein breites Spektrum an Figurentheater. Gespielt wird auf der Burg Hohnstein, in kleinern Spielstätten und dem Burgsaal, im Burghof, im Burggarten und dem Puppenspielhaus.

Eingeladen sind ca. 20 Gruppen aus ganz Deutschland, die 50 Vorstellungen an zwei Tagen für 2500 bis 3000 Zuschauer aufführen. Die Eröffnungsveranstaltung findet Freitag Abend statt.

Verweis: Hohnsteiner Puppenspielfest, Programm 2009

Ilse will, was Nils nicht will

Wem sich in der Region die Gelegenheit bietet, der sollte sich Volkmar Funke’s Version des Grimmschen Märchens nicht entgehen lassen. Eigentlich sehe ich zeitgemäße Inszenierungen klassischer Stücke ja nicht so gerne, aber das Spiel des Genannten ist einfach herzerfrischend und – man verzeihe die arg strapazierte Phrase – pädagogisch wertvoll.

Überhaupt ist Puppenspiel auf Weesenstein sowieso (fast) immer die Reise wert.
Und das für große und kleine Kinder… :)

Puppenspiel

buehne
Was lag näher an diesem Tag als ein Besuch im “Kasperletheater”.
Der ergab sich dann auch – in der Mühle im stets dunklen und feuchten Zschoner Grund war Fischers Marionetten-Theater zu Gast: “Von einem der auszog, das Gruseln zu lernen” – Puppenspiel vom Feinsten auf historischer Bühne und im klassischen Sinne, schön war das… >>
edit: das Foto zeigt die Spielbühne der Familie Dombrowsky am 12.06.05. >>
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