Neues aus Neuschwabenland

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Ich habe gelesen: “Neues aus Neuschwabenland” von Alex Jahnke. Und um es gleich kurz und knackig auf den Punkt zu bringen: ich hätte mehr erwartet und kann nur bedingt zur Lektüre dieser 228 Seiten raten.

Dabei birgt das Thema – eine von Nazis bevölkerte Ufo-Basis am südlichsten Punkt der Erde – enormes Potential. Reichsflugscheiben, Vril (die geheimnisvolle kosmische Energie) – Verschwörungstheoretiker der ganzen Welt horchen auf bei diesen Dingen. Und natürlich habe ich auf eine IRON SKY ähnliche Persiflage gehofft, auf ein wunderschön absurdes und komisches Szenario zur Thematik. Dem wurde der Autor jedoch nur im Ansatz gerecht.

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Dig, Dag, Digedag.

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Das nenne ich eine Erfolgsgeschichte: 223 Hefte in zwei Jahrzehnten (1955 – 1975), und obwohl die Auflage monatlich mehr als 600.000 Stück betrug, konnte die Nachfrage nie wirklich erfüllt werden. Die Digedags waren auch für mich ein Teil meiner Kindheit – unvergessen die oft vergebliche Hoffnung auf ein Heft am Kiosk, und als dann endlich das Abonnement bestand, waren die drei Kobolde beinahe schon Geschichte …

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Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

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Ich habe gelesen: “Das geraubte Leben des Waisen Jun Do” von Adam Johnson.

So richtig vermag wohl niemand von uns einzuschätzen, wie der Alltag für die Menschen in Nordkorea aussieht. Wer allerdings diesen Roman gelesen hat, kommt der Thematik ein gutes Stück näher, denn “Das geraubte Leben des Waisen Jun Do” ist ein Nordkorea-Roman. Der Amerikaner Adam Johnson recherchierte sechs Jahre lang für dieses Werk, sprach mit Flüchtlingen und reiste in das abgeschottete Land, um sich ein genaueres Bild zu machen.

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Vor allen Dingen war ich ein Kind

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Ich habe gelesen: “Vor allen Dingen war ich ein Kind – Erinnerungen eines jüdischen Jungen aus Pirna” von Esra Jurmann.

Esra Jurmann wurde am 20.05.1929 als Sohn eines jüdischen Kaufmannes in Pirna geboren. Als Kind erlebte er die Schrecken des Nationalsozialismus und schrieb diese nieder. Die Notizen gelangten in die Hände des Historikers Hugo Jensch, und diesem ist es letztlich zu verdanken, dass die Erzählung einen Verleger fand und anno 2008 erscheinen konnte.

Der Autor erzählt in sachlich nüchterner Weise von der Zerstörung des väterlichen Geschäfts zur Reichspogromnacht, den Repressionen im Schulalltag und dem anschließenden Aufenthalt in den Dresdner Judenhäusern. Es folgt die Deportation in das Ghetto in Riga und der anschließende Aufenthalt in mehreren Konzentrationslagern. Mutter und Bruder überlebten dies nicht, Esra Jurmann konnte sich jedoch der tödlichen Bedrohung entziehen und überlebte dank glücklicher Umstände. Nach dem Krieg suchte er seinen ebenfalls überlebenden Vater und fand ihn in London, wo er sich dann auch niederließ. Er verstarb im Alter von 84 Jahren am 27. März 2014.

Ich habe von den Grausamkeiten und dem Schrecken nicht im Einzelnen gesprochen, weil ich es nicht will. Die Schrecken der Konzentrationslager sind gut dokumentiert. Ich wollte von der anderen Seite sprechen, die es auch gab, obwohl sie sehr oft überschattet war.

Das nur 96 Seiten umfassende Büchlein “Vor allen Dingen war ich ein Kind – Erinnerungen eines jüdischen Jungen aus Pirna” ist im goldenbogen verlag erschienen und für 9,90 EUR zu erwerben.

Agota Kristof: Das große Heft

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Ich habe gelesen: “Das große Heft” von Agota Kristof.

In diesem Fall habe ich zuerst die Verfilmung der Romans gesehen, ohne diesen gelesen zu haben, und mich dann doch entschlossen, das Original zu lesen. Sie erinnern sich vielleicht – erzählt wird die Geschichte zweier Jungs, die von ihrer Mutter zur Großmutter aufs Land gebracht werden. Zum Schutz vor den Bombardements und vor dem Hunger, der in den letzten Kriegsjahren in den Großstädten grassiert … Die Zwillinge müssen hart arbeiten, ihre im Dorf als “Hexe” benannte Großmutter ist von ihrer Gegenwart wenig begeistert und sowieso alles andere als fürsorglich. Um sich für dieses harte Leben zu stählen, üben und trainieren die Jungen, sie betteln, stehlen, töten und stellen sich taub und blind. Sie lernen schnell und dank ihrer eiskalten, von keinerlei Emotionen gesteuerten Logik überleben sie das große Sterben. Trotz der alltäglichen Brutalität und Grausamkeit bewahren sich die beiden einen Rest von Rechtschaffenheit und Glauben an die Gerechtigkeit …

Im Roman wird die Geschichte etwas ausführlicher als im Film geschildert, zudem finden sich einige wenige Episoden auch nur im Buch oder sind im Film leicht verändert. Die Autorin erzählt jedoch noch kälter und brutaler, als dies der Film zu vermitteln vermag, was mir mit dem Blick auf die Thematik allerdings auch angemessen und letztlich überaus gelungen scheint. Mit 176 Seiten ist der Roman erstaunlich kurz – bei Zeit und Muße ist er an einem Abend zu lesen. Die verstörenden Bilder jedoch, welche diese Geschichte im Kopf erzeugt, werden wohl nicht so schnell vergessen sein …

Wolfgang Herrndorf: Sand

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Ich habe gelesen: Sand von Wolfgang Herrndorf.

1972, irgendwo in der Nordsahara. In einer Hippie-Kommune werden vier Menschen erschossen, ein mysteriöser Geldkoffer verschwindet und auf dem Dachboden einer Scheune, in welcher illegal Schnaps gebrannt wird, erwacht ein Mann mit einer schweren Kopfverletzung. Er kann sich an nichts erinnern – nicht einmal an seinen Namen. Zutiefst verwirrt begibt er sich auf die Suche nach seiner Identität, und gerät dabei von einer Katastrophe in die nächste …

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