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Bieleboh und Czorneboh

Sonntag ist Wandertag! Das Wetter war besser als die Vorhersage – so fuhren wir kurzentschlossen in die Lausitz, um endlich einmal die beiden im Titel erwähnten Gipfel zu besteigen.

Das Kraftfahrzeug stellten wir in Cunewalde an der “Blauen Kugel” ab und liefen dann Richtung Czorneboh (kommt aus dem Sorbischen von “corny boh” – Schwarzer Gott) – eine knappe Stunde ging es ordentlich bergauf. Nach der Ankunft auf dem Gipfel steht man auch schon direkt vor dem dort gelegenen Berggasthof (mit Aussichtsturm).

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Abstecher zum Valtenberg

Der Valtenberg ist – wie die Gipfel des Lausitzer Berglandes im Allgemeinen – stark bewaldet und empfiehlt sich mit seinem gut ausgebauten Wegenetz vor allem zum Mountainbike fahren (Freunde ausgedehnter Waldspaziergänge kommen allerdings ebenso auf ihre Kosten). Im Winter lockt – genügend Schnee vorausgesetzt – die gut gespurte Loipe.

Mit seiner Höhe von 587 Metern stellt der Valtenberg den südwestlichen Eckpfeiler des Lausitzer Berglandes. Auf dem Gipfel findet sich der 25 Meter hohe Valtenberg-Turm (“König-Johann-Turm”), den die Wirtin der vor Ort zu findenden Wirtschaft nach Entrichtung einer kleinen Gebühr (ein Euro je Nase) zur Besichtigung öffnet. Bei gutem Wetter (welches wir nicht hatten) bietet sich von diesem höchsten Punkt eine exzellente Rundumsicht bis weit in die Sächsische/ Böhmische Schweiz hinein.

Erwähnenswert sind zudem auch noch die in der Gegend zahlreich zu findenden Gastwirtschaften, welche meist ganzjährig geöffnet sind und mit (gelegentlich) unverwechselbaren Charme zur Einkehr laden (im Bild unten zu sehen: die Gaststube des “Waldschlößchens“).

Das Lausitzer Bergland ist für mich bis dato ein weißer Fleck auf der Karte. Von daher – und mit Blick auf diesen ersten Ausflug – wird dieser Landstrich nun wohl öfter thematisiert werden.

11.000 Tonnen Stahl

11.000 Tonnen Stahl, 502 Meter lang (und damit 182 Meter länger als der Eiffelturm), 240 Meter breit und insgesamt 80 Meter hoch. Eine Konstruktion der Superlative, die ihresgleichen sucht: die F60 ist eine der größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt. Fünf dieser Abraumförderbrücken wurden gebaut, diese ist die Letzte und heute ein Technisches Denkmal.

Sie anzuschauen ist ein Muss für Menschen, die an Technik interessiert sind.

Während der anderthalbstündigen Führung (man geht bis in die Spitze hinauf) wird das Stahlmonster in seinen Funktionen ausführlich erklärt, keine noch so spitzfindige Frage der interessierten Mitbürger blieb unbeantwortet. Dazu viele Informationen über die vom Braunkohleabbau gezeichnete Region, zu dem, was war und zu dem, was einmal werden soll.

Der Besuch ist definitiv zu empfehlen. Zu finden ist die Abraumförderbrücke – heute ein Besucherbergwerk – im Landkreis Elbe-Elster, nahe bei der Ortschaft Lichterfeld am zukünftigen “Bergheider See”.

Unterwegs im Lausitzer Seenland

Zum Karfreitag haben wir die Räder “Huckepack” genommen und sind in die Lausitz gefahren. Haben das Auto dort am Knappensee geparkt und sind eine entspannte 65km-Runde gefahren:

Knappensee-Knappenrode-Dreiweiberner See-Weißkollm-Scheibe See-Burg-Bernsteinsee-Spreetaler See-Hoyerswerda-Knappensee.

blue sky

Der mensch kommt nur alle 22 Jahre in diese Gegend, war dort in Neunzehnsiebenundachtzig zum Wintereinsatz in der Kohle (Tagebau Lohsa, Brikettfabrik Knappenrode und in Boxberg auch). Damals war das, als ich noch die Uniform dieser heuer längst vergangenen deutschen Republik trug …

Wie auch immer, das Bild der Landschaft hat sich nachhaltig verändert – die riesigen Löcher der Tagebaue sind weitgehend verschwunden (sie werden in eine vom Menschen geschaffene Seenlandschaft verwandelt) und die alte Brikettfabrik in Knappenrode (ich erinnere mich an die mit Dampf betriebenen uralten Pressen) heißt nun Energie-Fabrik und beherbergt das Sächsische Industrie-Museum. Wobei wir diesen Besuch vertagt haben – nicht bei diesem Wetter ins Museum – wir holen das später einmal nach.

Planierraupe

Ganz kurz noch zur Strecke: ein superb ausgebautes Radwegenetz – abseits der großen Straßen – sorgt für zügiges Vorankommen. Die Landschaft ist nicht wirklich liebreizend zu nennen, hat allerdings ihren eigenen Charme: weite Kiefernwälder und natürlich die genannten Seen sorgen für eine abwechslungsreiche Tour. Die Beschilderung ist zum Teil sehr gut und zum Teil schlicht nicht vorhanden, deshalb sollte eine gute Karte unbedingt dabei sein … Last but not least: was um die Seen herum auch gut geht und vom einheimischen Volksstamm eifrig betrieben wird ist: Skaten.

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