Weihnachten im Sitzen

„Weihnachten im Sitzen“ meint hier explizit das Program, mit dem die TOP DOG BRASS BAND (TDBB) in der Adventszeit auf Tour ist. Ich hatte unlängst das ausgesprochene Vergnügen, dieses vor Ort erleben zu können, und möchte hiermit öffentlich loben und applaudieren.

Die TDBB wurde anno 2001 vom Trommler Matthias Peuker gegründet. Mit ihm musizieren – in wechselnder Besetzung – bis zu neun weitere, bekannte und beliebte Blasmusiker. Über die Jahre hat die Dresdner Band ihren ganz eigenen, unverkennbaren Stil entwickelt, den man – inspiriert von jeglicher Art von Brass Music (preußisch, amerikanisch oder vom Balkan) – als eine gelungene Mischung aus traditionellem New-Orleans-Jazz und groovigem Funky-Beat bezeichnen kann. Gepaart mit einer gesunden Prise Humor werden insbesondere die Live-Auftritte zu einem unvergessenen Erlebnis. Im aktuellen Adventsprogramm interpretiert die als Fünf-Herren-Ensemble auftretende TDBB ihre liebsten Weihnachtslieder auf eine charmante und witzige, durch eine sonderbare musikalische Virtuosität geprägte Weise, die sich nachhaltig in den Gehörgängen festsetzt.

Bis dato habe ich die TOP DOG BRASS BAND lediglich – und zu den verschiedensten Gelegenheiten – als großartige „Marschierband“ erlebt. Dieses erste, nach gut zwei Stunden mit nicht enden wollendem Applaus bedachte Konzert im kleinen Club (im Q24 in Pirna) war für mich jedoch ebenso überzeugend und kongenial wie die bekannten Freiluft-Auftritte. Ihr solltet die Gelegenheit also nutzen – so ihr sie denn haben solltet. Die nächsten Auftritte finden sich hier.

Verweis: TOP DOG BRASS BAND.

Die Gruppe Tocotronic im Konzert

Die Gruppe Tocotronic spielte gestern Abend im Alten Schlachthof zu Dresden. Der mensch hat die benötigten Karten schon vor beinahe einem Jahr geordert – die Vorfreude auf diesen Event (ich habe die Kapelle bis gestern noch nicht live erleben können) währte also bereits ein geraumes Weilchen. Und um es gleich zu sagen: es war ein großartiges Konzert, die Erwartungen wurden allesamt erfüllt.

Den Support bestritten Sarah and Julian (Indie/Country/Folk aus Aschaffenburg), deren durchaus nette Songs mir gestern dann doch ein wenig zu ruhig waren. Nach einer gefühlt endlos langen Umbauphase betraten dann um Punkt 21.00 Uhr die Tocos die Bühne – endlich. Der Saal war inzwischen rappelvoll, es wurde deutlich wärmer und schwieriger, Distanz zu wahren. Was unangenehm für mich ist, denn Menschenmengen gehen zumeist gar nicht. Aber gut … Neben diversen Songs vom aktuellen „Roten Album“ (alle stets im strahlend roten Licht gespielt) präsentierten die Herren um Frontmann Dirk von Lowtzow dann auch viele Stücke der Vorgängeralben – inklusive diverser Klassiker aus den ganz frühen Jahren, um letztlich nach einer längeren und einer dann auf einen letzten Song beschränkten zweiten Zugabe endgültig aus dem Rampenlicht zu treten. Ziemlich knülle, wie es schien, aber doch zufrieden, und nach langem, wohlverdienten Applaus.

Zufrieden waren dann auch (neben all den Anderen) der mensch und die liebste Freundin von allen – denn dieses war ein sehr gutes Konzert im Ganzen. Sound und Licht, die Präsentation der Band und die Atmosphäre vor Ort – gestern passte das alles.

Speedfolkpunk mit Pratajev-Texten

Eine sehr schnell gespielte Gitarre und die markante, rauhe Stimme des Sängers sind das Markenzeichen von The Russian Doctors. Dazu kommen die bizzaren deutschsprachigen Texte des fiktiven russischen Dichters S. W. Pratajev.

Entweder war es zu voll oder mir fehlte schlicht die Zeit. Irgendetwas war immer, was mir einen halbwegs ordentlichen Eindruck von einem ihrer zahlreichen Auftritte verdarb. Zumindest war das bis zum vergangenen Samstag so. Am besagten Abend waren The Russian Doctors zu Gast im Hof der Hutbühne und somit Teil des Veranstaltungsreigens zur Pirnaer Hofnacht. Wir hatten die Zeit und fanden einen guten Platz im winzigen Innenhof, um dem Programm endlich einmal in Ruhe zu folgen.

Die beiden Herren – Doktor Makarios und Doktor Pichelstein – gewannen schnell die Gunst des Publikums und führten souverän mit kurzen und knackigen Songs durch den lauen Sommerabend. Erheblichen Anteil daran trugen ganz ohne Zweifel die amüsanten, schwarzhumorigen Verse Pratajevs, welche erstaunliche Einblicke in das Leben und Wirken des russischen Tierarztes (der auch als sagenhafter Trinker und Frauenheld galt) bescherten.

Jeder Schluck ist ein guter Schluck.

Von daher lohnt es gewiss einmal in das gedruckte Wort des sagenhaften Sergeij Waschowitsch Pratajev (angeblich 1902 bis 1961) zu investieren. Einstweilen jedoch werde ich vom Nachhall dieses bemerkenswert guten musikalischen Abends zehren müssen …

Verweis: The Russian Doctors.

PS: weitere Fragen zur Hofnacht kann ich nicht beantworten – wir haben lediglich dieses eine Konzert besucht.

Zwischen Liebe und Zorn

Ketten werden knapper, Gelbe Straßenbahnballade oder das Lied vom Gänselieschen. Mit ihren Liedern ist der mensch groß geworden – an jedem Lagerfeuer wurde dazumal der Apfeltraum gespielt. Nur live gesehen habe ich die KLAUS RENFT COMBO nie, damals sowieso nicht (weil zu jung und dann das Auftrittsverbot), und nach 1990 ergab sich die Gelegenheit einfach nicht. Von daher war der vergangene Donnerstag quasi ein Pflichttermin, RENFT in Pirna, ich weiß gar nicht, ob sie überhaupt schon einmal hier waren … Ich denke nicht.

Und so fügte sich alles: die Songs von vor über 40 Jahren klangen kraftvoll wie eh und je, Gänsehaut stellte sich bereits bei den ersten Takten ein und natürlich wurden auch all die Klassiker gespielt, die das Publikum (mich eingeschlossen) erwartet hatte. Die Band fühlt sich zur Gänze dem Erbe verpflichtet – es wird mit Liebe gehegt und gepflegt von vier exzellenten Musikern, die jeder für sich auf eine bewegte Geschichte zurückblicken können (und allesamt keine Unbekannten sind). Ein Minuspunkt: der Gesang war nur schlecht zu verstehen, textunsichere Mitmenschen jüngerer Generationen hatten somit das Nachsehen.

Im Fazit jedoch ein wunderbarer Abend, der Saal war ausverkauft bis auf den letzten Platz und Monster versprach, wiederzukommen – in einer nicht allzu fernen Zeit. Ich hoffe darauf, denn – bei Lichte besehen – so viel Zeit bleibt uns allen ja nun auch nicht mehr …

Brachialpop-Bilder

Freitag, der 13. Juni in Pirna. BERINGSEE, LIZARD POOL und DIE ART musizierten herzallerliebst auf der Baustelle. Der mensch schwang nicht nur ausgelassen das Tanzbein, sondern hatte auch eine Kamera dabei.

Brachialpop auf der Baustelle

– BERINGSEE –

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

– LIZARD POOL –

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

– DIE ART –

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Brachialpop auf der Baustelle

Es war im Ganzen ein teuflisch guter Abend – mit einem überaus angenehmen Publikum. Mein Dank gilt den Musikern und natürlich dem Veranstalter!

THE DOORS OF PERCEPTION

Wenn ihr die Musik der DOORS mögt solltet ihr euch THE DOORS OF PERCEPTION vormerken. Die Kapelle kommt aus Berlin und gilt gemeinhin als die No.1 DOORS-Tributeband in Europa …

Ich habe sie am Freitagabend hier vor Ort im Konzert gesehen und stimme dem zu – es war ein erstklassiger Abend (ca. drei Stunden & drei Zugaben). Repertoire und Improvisation ließen keine Wünsche offen – was aber auch nicht verwundert, wenn man sich das Résumé der vier spielfreudigen Herren anschaut.

Also aufgemerkt, wenn THE DOORS OF PERCEPTION in einem Club oder zu irgendeinem Festival in eurer Nähe aufspielen – es gibt Ordentliches auf die Ohren!

Tanz in den Mai

Am Mittwochabend sind wir nach langer Zeit wieder einmal auf dem Permahof in Hohburkersdorf gewesen. Anlass war der TANZ IN DEN MAI – mit riesigem Walpurgisfeuer und Musik und Tanz mit DIKANDA.

Walpurgisfeuer

DIKANDA kommen aus Stettin in Polen und spielen Weltmusik im besten Sinne. Ihre Musik wird von der Volksmusik verschiedener Völker beeinflusst – so findet sich am Ende ein einzigartiger Mix polnischer, weißrussischer, mazedonischer und jiddischer Klänge – gepaart mit einer erstklassigen Sangeskunst. Das begeisterte Publikum ließ die Kapelle am späten Abend nur ungern von der Bühne, eigentlich hätten sie die ganze Nacht hindurch spielen können. Und der Permahof ist als Kulturstätte sowieso und immer einen Besuch wert – so man denn Karten bekommt, die oftmals schnell vergriffen sind.

An der Heeselichtmühle

Die Nacht verbrachten wir dann bei Freunden in der Heeselichtmühle. Nach einem späten, aber ausgiebigen Frühstück verließen wir das Polenztal und liefen auf Schusters Rappen Richtung Elbe.

An der Heeselichtmühle

An der Heeselichtmühle

Der Aufbruch zog sich ein wenig in die Länge – was in der Hauptsache diesen beiden knuffigen und herzallerliebsten Wollschweinen zu verdanken ist, die seit Jahresbeginn vor Ort mitwohnen dürfen.

Rapsfeld

An der Waltersdorfer Mühle nahmen wir den Füllhölzelweg, ließen den am 1. Mai von zahllosen Besuchern gepeinigten Gamrig links liegen und liefen dann nach Rathen hinunter.

Blick zum Gamrig

Der Blick zum Gamrig …

Blick auf Rathen

Wir nahmen dafür jedoch nicht den gewohnten Weg, sondern gingen über den Rhododendrongarten, und hatten somit einen ganz neuen Blick auf das Elbtal. Leider verstärkte sich der einsetzende Regen – flinken Schrittes ging es daher hinunter zur Elbe und dann weiter nach Wehlen, um überzusetzen und die S-Bahn nach Pirna zu nehmen.

Ich habe letztlich gestaunt, wie wenig Zeit es von der Polenz bis ins Elbtal braucht – nur zwei knappe Stunden.