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Sir Peter Jackson mimt den Hobbit

Regisseur Peter Jackson (Der Herr der RInge) posiert als Bilbo für die Kamera …

Die beiden Bilder schmückten die Pressemitteilung zum Produktionsstart von Jackson’s neuem Film “Der kleine Hobbit”, dessen erster Teil im kommenden Jahr in die Kinos kommen soll (Teil zwei folgt in 2013). Ebenso wurde die Riege der DarstellerInnen verkündet – so es denn hoffentlich dabei bleibt:

Großartig! Der mensch als ein großer Freund der Mittelerde-Saga muss wohl nicht extra betonen, wie sehr er sich auf diese Verfilmung freut … (alles via via)

POLL

Das Mädchen Oda schreibt Tagebuch, und Gedichte auch. Sie möchte einmal Schriftstellerin werden. Ort der Handlung ist das Gut Poll, zu finden an der baltischen Ostseeküste. Wir schreiben das Jahr 1914, Europa steht am Vorabend des Ersten Weltkrieges …

Oda begleitet die sterblichen Überreste ihrer Mutter, mit der sie bis zu deren Tod in Berlin lebte. Auf Poll, dem Gut der adligen deutschbaltischen Familie, trifft das temperamentvolle und etwas altkluge Mädchen auf eine Gesellschaft, die inmitten eines porösen Idylls ihrem Zusammenbruch entgegengeht. Ihr Vater Ebbo, ein verschrobener Arzt und Hirnforscher, widmet sich fanatisch seinen von der akademischen Lehre missachteten Studien; ihre somnambule Tante Milla ist in eine Affäre mit dem schroffen Verwalter Mechmershausen verstrickt; Cousin Paul, junger Kadett der russischen Armee, macht der herablassenden Verwandten ungeschickt den Hof. Als Oda zufällig einen von zaristischen Truppen schwer verwundeten estnischen Anarchisten in einem verlassenen Nebengebäude findet, entscheidet sie aus einem romantischen Impuls heraus, ihm zu helfen …

“Poll” ist der dritte Film von Regisseur Chris Kraus (“Vier Minuten“). Er beruht auf den losen Erinnerungen der Schriftstellerin Oda Schäfer (1900 bis 1988), welche eine geborene Kraus und seine Großtante war. Und er ist wahrhaftig ein Meisterwerk!

Dem Betrachter erschließt sich ein beängstigend realistischer Einblick in eine zum Untergang verurteilte Gesellschaft. Das excellent agierende Ensemble (Paula Beer und Edgar Selge spielen superb!) bietet in Summe mit dem fulminanten Szenario alles, was der am guten Film interessierte Mensch sich wünscht: die faszinierende Umsetzung einer brillianten Geschichte.

Wie heißt es so schön: Filme werden für das Kino gemacht. Und so ist es auch: “Poll” (die sehr gute Website zum Film) ist allerbestes Breitwandkino aus deutschen Landen, das einen hoffnungsfroh in die Zukunft blicken lässt.

Black Swan

“Black Swan” von Darren Aronofsky ist ein durchaus sehenswerter Psychothriller – mit der wunderbaren Natalie Portman in der Hauptrolle. Ich habe mir den Streifen gestern angesehen und kann ihn mit gutem Gewissen empfehlen.

Die Handlung ist im Milieu des New York City Balletts angesiedelt: Natalie Portman spielt die Ballerina Nina, die mit der Hauptfigur im “Schwanensee” endlich die Rolle ihres Lebens bekommt … Wer nun einen der von den üblichen Klischees geprägten Tanzfilme erwartet liegt falsch und wird mit argem Schrecken eines Besseren belehrt.

Kein Film von Kunst und Magie, von Grazie und verführerischer Unschuld. Eher ein dunkler Streifen, der von der kranken Sucht nach Perfektion erzählt, und von gnadenloser Selbstkasteiung in unserer Welt des schönen Scheins.

Stellan Skarsgård ist "Ein Mann von Welt"

Mit “Ein Mann von Welt” findet sich derzeit einmal mehr eine Perle des skandinavischen Kintopps im lokalen Kinoprogramm – ein wunderbarer Film, der hiermit wärmstens empfohlen sei.

Anbei die Story:

Ulrik (Stellan Skarsgård) ist gerade den schwedischen Gardinen entronnen, da stellt sich ihm die Frage – neues Leben oder altes? Eigentlich möchte er schleunigst die ungnädige Vergangenheit so weit wie möglich hinter sich lassen. Seinen Sohn will er wiedersehen und sich an dessen Nachwuchs erfreuen. Wie es sich für einen in die Jahre gekommenen Gangster gehört.
Er findet einen Job in einer Autowerkstatt, bekommt eine Topfpflanze geschenkt und verliebt sich in die Tochter vom sehr redseligen Chef. Eine verschrobene alte Dame gibt ihm Kost und Quartier und will als Gegenleistung lediglich auch ihren – erotischen – Appetit gestillt wissen. Einem ganz normalen Leben steht also eigentlich nichts mehr im Wege.
Wenn da nicht die offen gebliebenen Rechnungen wären. Sein Gangsterfreund Jensen bedrängt ihn, dort weiterzumachen, wo er einst aufgehört hat. Den Verräter von damals hat Ulriks alte Bande ausfindig gemacht und den nötigen Schlachtplan noch dazu. Doch ganz so einfach gehen Familie und Verbrechen eben nicht zusammen. Plötzlich soll Ulrik seinen Enkel nicht mehr sehen dürfen, seine Freundin will nichts mehr von ihm wissen und Jensen drängelt immer weiter, endlich auf Rache statt auf Ruhe zu sinnen. Denn Gangster vergessen nicht. Obwohl sie manchmal gerne würden.

Im Großen und Ganzen können wir den Streifen schon als eine Komödie deklarieren – wenn auch als eine rabenschwarze, die mitunter etwas derb daher kommt. Dem Betrachter präsentiert sich ein bunter Reigen seltsam skurriller Figuren, wie sie ähnlich auch in “Populärmusik aus Vittula” von Mikael Niemi oder auch in Roy Anderssons “Das jüngste Gewitter” zu finden sind. Die Story ist abwechslungsreich, und überraschende Wendungen lassen die 111 Minuten wie im Fluge vergehen …

Kurzum – ein wunderbarer Film!

Verweis: Ein Mann von Welt – die Website zum Film.

The Road

Mittendrin in der Apokalypse: ein Vater zieht mit seinem ca. 10 Jahre alten Sohn durch eine verwüstete Welt. Nach einer ökologischen Katastrophe wächst nichts mehr, die Tiere sind fast ausgestorben, Nebel und Asche über der grauen Landschaft. Banden streifen durch das Land, die zum Zwecke des Nahrungserwerbs Jagd auf alles machen, was die Katastrophe überlebt und Beine hat. In der Hoffnung auf Wärme und eine lebenswerte Welt versuchen Vater und Sohn in den Süden zu gelangen und dabei das Gute in sich zu bewahren.

“The Road” ist ein finsteres Endzeit-Drama voller dunkler, beängstigender und oft auch schaurig-schöner Bilder. Das Kammerspiel zwischen Vater und Sohn ist für mich perfekt inszeniert, Viggo Mortensen spielt die Figur des Vaters mit bewundernswerter Hingabe. Die Musik von Nick Cave und Warren Ellis setzt das “i-Tüpfelchen” …

Allein die Story lässt an Inhalt und Substanz zu wünschen übrig – schon die fehlende Erklärung der apokalyptischen Ereignisse scheint mir da ein arges Versäumnis.

Von daher also nur eine bedingte Empfehlung meinerseits (ein stabiles Nervenkostüm vorausgesetzt).

Verweis: “The Road” – die Webseite zum Film.

“Jud Süß – Film ohne Gewissen”

Ich habe mir vor kurzem den neuen Film von Oskar Roehler angesehen und bin ein wenig hin-und her gerissen in meinem Fazit.

Das (meines Erachtens) sehr gute Spiel der Mimen (alle überragend Tobias Moretti) steht einer – zumindest in Teilen – fragwürdigen Regieleistung gegenüber, die beim Zuschauer einen schalen Beigeschmack hinterlässt.

Künstlerische Interpretation hin oder her, wenn wichtige Fakten der Geschichte solcherart verfremdet interpretiert beziehungsweise ganz außen vor gelassen werden (wie etwa der nicht unwesentliche Umstand, dass Ferdinand Marian sich im Nachgang keineswegs seiner Rolle grämte und seine Verzweiflung im Alkohol ertrank, sondern weiterhin Karriere bei den Nazis machte – er drehte weitere elf Filme bis 1945), dann ist der Vorwurf der Geschichtsfälschung durchaus berechtigt. Dazu die im Film als Halbjüdin dargestellte Ehefrau Marian’s (die tatsächlich jedoch Katholikin war) – ein Umstand, der den Verlauf der Handlung ganz wesentlich beeinflusst. Beruht doch hier die Annahme der Rolle seitens Marian’s auf eben dieser Erpressbarkeit mit dem Leben seiner Frau – was im Tatsächlichen nie ein Thema war.

Hier kann man also getrost von der versuchten Reinwaschung einer Figur – zumindest aber von einer Verklärung – sprechen, die es so nie gegeben hat. Ferdinand Marian scheint mir sehr wohl gewusst zu haben, worauf er sich mit seiner Hauptrolle im “Jud Süß” einließ:

Marian war politisch desinteressiert. Er gehörte keiner politischen Partei an. Er war also auch kein Anhänger des Nationalsozialismus. Er machte sich eher über die Politik und die Politiker aller Couleur lustig. Sein Biograph, der Berliner Medienwissenschaftler und promovierte Psychologe Friedrich Knilli, charakterisiert ihn als schwierigen Menschen, der sein Leben lang unter der Missachtung litt, die er in seinem Elternhaus und in seiner Jugend erfahren hatte. Das zeigte sich daran, dass ihm seine Wirkung auf andere Menschen, insbesondere auf Frauen, immer ganz außerordentlich wichtig war. Deshalb maß er auch seiner Resonanz beim Publikum große Bedeutung bei und litt darunter, wenn er (wie nach 1945) kein Publikum hatte. (Wikipedia)

Aber: mit dem Wissen um die wahren Hintergründe sich diesen Film als eine künstlerische Interpretation des Themas ansehen – das geht sehr wohl. Da darf man sich durchaus an dem brilliant spielenden Ensemble (Martina Gedeck und Justus von Dohnányi seien hier genannt) erfreuen und sich über einen bis dato ungekannten Moritz Bleibtreu wundern …

Es bleibt allerdings die Frage, bei wie vielen Kinobesuchern von 100 sich dieses Wissen voraussetzen lässt …

Verweis: “Jud Süß – Film ohne Gewissen” (Film-Webseite)

Mary und Max oder Schrumpfen Schafe wenn es regnet?

Wir haben am vergangenen Wochenende den zweifellos besten Film dieses Sommers gesehen – Mary und Max oder Schrumpfen Schafe wenn es regnet?.

Um die Geschichte in drei Sätzen zu formulieren: es handelt sich um „die ehrlicheste, anrührendste und skurrilste Brieffreundschaft der Kinogeschichte“. Protagonisten sind das neugierige und einsame Mädchen Mary in Australien und der gewissenhafte, schrullige Max in New York. Ihre zufällige, ungewöhnliche Freundschaft gibt ihnen über Jahre hinweg Halt und Sicherheit.

“Mary und Max” ist ein ebenso berührender wie skurriler Stopmotion-Animationsfilm für Erwachsene. Die Arbeit an dem Film währte gute fünf Jahre: 212 Knetfiguren wurden erschaffen – dazu 394 Pupillen von der Größe eines Marienkäfers. 475 Miniaturrequisiten wurden entworfen und ganze 73 kg Plastilin zu Händen, Mündern und Prototypen verarbeitet.

Herausgekommen ist ein Meisterwerk der Filmgeschichte.

Das Konzert

“Das Konzert” ist der neue Film von Regisseur Radu Mihaileanu (wir erinnern uns an den grandiosen “Zug des Lebens“).

Die Story ist schnell erzählt: das unter Breschnew in Ungnade gefallene, einstige Starorchester des “Bolschoj-Theaters” versucht die müden Finger für ein letztes Konzert wieder beweglich zu machen.

Andrej Filipow – einst dessen bedeutender Dirigent und heute Putzmann im erwähnten Theater – fängt im Büro des Direktors ein Fax des Pariser Théâtre du Châtelet ab, welches händeringend Ersatz für die indosponierten Philharmoniker aus San Francisco sucht. Durch ein irrwitziges Täuschungsmanöver gelingt es Filipow und seinen Mitstreitern, dem geschassten Ensemble von ehedem einen großartigen Auftritt an der Seine zu vermitteln.


Der Film besticht vor allem durch das wunderbare Portrait des postsowjetischen Russlands – spielt doch die erste Hälfte zur Gänze in Moskau. Jede Menge skurriller Figuren spielt sich temporeich durch allerhand prekäre Situationen – den Vorwurf der Überlänge mag ich so nicht nachvollziehen. Die letzten zehn Minuten des Films bilden das Grande Finale: Tschaikowskys Konzert für Violine und Orchester in D-Dur, ganz viele Erinnerungen, der verdiente Erfolg und eine eigene Tournee im Anschluss …

Fazit: “Das Konzert” ist eine unterhaltsame, nur manchmal als etwas zu seicht empfundene Komödie, die sich bestens für einen verregneten Sonntagnachmittag empfiehlt.

vincent will meer

Heute, 12 Uhr mittags im Programmkino Ost: “vincent will meer” – ein Roadmovie vom Allerfeinsten.

Wunderschöne, poetische Bilder in einer Komödie weitab jedes platten, inzwischen leider landesüblichen Brachialklamauks. Herzhaft gelacht wurde trotzdem …

Doch worum geht es in diesem ersten Film von Ralf Huettner?

Der 27-jährige Vincent (Florian David Fitz) leidet am Tourette-Syndrom, jener neurologisch-psychiatrischen Erkrankung, die sich durch Tics wie das unkontrollierte Aussprechen von Obszönitäten und Schimpfwörtern äußern kann. Vincents einzige Bezugsperson, seine Mutter, ist gerade gestorben. Sein Vater (Heino Ferch), ein routiniert-blasierter Lokalpolitiker, weiß mit dem Sohn nichts anzufangen und deponiert ihn in der Reha-Anstalt von Frau Dr. Rose (Katharina Müller-Elmau).

Hier trifft Vincent auf die introvertierte, magersüchtige Marie (Karoline Herfurth) und den pathologisch-pedantischen Zwangsneurotiker Alexander (Johannes Allmayer). Vincent, und mit ihm der Zuschauer, wird mit den Neurosen und Ängsten, Sehnsüchten und Träumen seiner Mitpatienten konfrontiert. Zwischen ihm und Marie entwickeln sich alsbald freundschaftliche Bande, denn beide haben eigentlich ein Ziel, nämlich der sie umgebenden Realität zu entfliehen. Während Vincents Traum eine Reise ans Meer ist, liegt Maries Streben in der Auslöschung ihrer Existenz durch fortgesetzte Nahrungsverweigerung. Pragmatisch lässt sich der Plan aber nicht umsetzen, solange beide unter Obhut von Dr. Rose stehen. Deshalb entwenden beide kurzerhand Roses Auto und machen sich gemeinsam auf ihre so unterschiedlichen Reisen, die nur äußerlich eine gemeinsame Richtung haben. Durch einen Zufall schließt sich auch Alexander, der Zwangsneurotiker als Sidekick den beiden an. (critic.de)

Der Beginn eines turbulenten Abenteuers …

Mein Fazit: 96 wunderbare Minuten sind das. 96 Minuten, fein nuanciert zwischen der teilweise grotesken Dramatik des Themas an sich und natürlich situationsbedingtem, feinsinnigem Humor dazu.

Florian David Fitz als Vincent (und Drehbuchautor!) weiß in seiner Rolle ebenso zu überzeugen wie die oben bereits benannten Kollegen. Dazu die wunderbare Kulisse der Alpen – Abenteuer und Freiheit (Gipfelsturm auch) – Berglandschaft satt und am Ende dann die italienische Küste, das Meer. Jedoch keine Plattitüden, kein Druck auf die Tränendrüsen, die Geschichte nimmt locker-luftig ihren Lauf bis zum (nicht ganz) bitteren Ende.

Wer die Gelegenheit hat sollte sie nutzen und sich dieses kleine Meisterstück deutscher Filmkunst anschauen – es lohnt unbedingt.

"Alice im Wunderland"

Die Geschichte von dem kleinen Mädchen, das einem weißen Kaninchen in eine abenteuerliche Traumwelt folgt … Der Klassiker eben, neu aufgelegt von Tim Burton – im Bundle mit Johnny Depp und Anne Hathaway.

Trotz anfänglicher Skepsis – ob der vielen nicht ganz so guten Kritiken – war der mensch positiv angetan von dieser neuerlichen Verfilmung und möchte hiermit den Besuch derselben empfehlen …

Tolle Charaktere, sehr angenehm in Kostüm und Ausstattung. Überhaupt hat Tim Burton die Story fabelhaft-farbenfroh-schrill inszeniert – Kompliment. Vor allem: sie kommt so wunderbar entschleunigt daher – hier wird in aller Ruhe eine kunterbunte Geschichte erzählt …

Grandios.

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