… muß an dieser Stelle wohl nicht viel gesagt werden. Andernorts wird dies zur Genüge getan – im Guten wie im Schlechten – und die Wahrheit liegt (wie zumeist) irgendwo dazwischen.
Über die Gretchenfrage – ob Israel mit seinem überzogenen Angriff nun das Völkerrecht bricht oder nicht – mögen die Historiker entscheiden. Ich denke, daß die Zahlen eine deutliche Sprache sprechen:
der Blutzoll ist gewaltig – heute überstieg die Anzahl der getöteten Palästinenser die Tausender-Marke, darunter über 300 Kinder. Auf israelischer Seite mussten dreizehn Personen den Krieg mit ihrem Leben bezahlen, drei davon Zivilisten. Dies stellt ein grobes Missverhältnis dar, das nach Aussagen von Völkerrechtlern Israels Position, man handle aus Selbstverteidigung, ad absurdum führt. (spiegelfechter)
Überaus unerträglich jedoch empfinde ich diese einseitige, pro-israelische Berichterstattung in den Medien des Westens, eigentlich ist diese Gleichschaltung schier unglaublich – und … In der Wut schreibt niemand gut, ich lasse das dann lieber und verweise statt dessen auf zwei Artikel zum Thema, aus berufenem Munde formuliert und lobenswert auf den Punkt gebracht …
1. Wie viele Divisionen? (Uri Avnery)
Die Gründe der israelischen Regierung („Der Staat muss seine Bürger gegen die Qassam-Raketen schützen“) war wie die reine Wahrheit akzeptiert worden. Die Ansicht der anderen Seite, dass die Qassams nur eine Antwort auf die Belagerung seien, die 1,5 Millionen im Gazastreifen an die Grenze des Verhungerns bringt, wurde überhaupt nicht erwähnt.
Erst als die schrecklichen Szenen aus dem Gazastreifen auf den westlichen Bildschirmen zu erscheinen begannen, fing die öffentliche Meinung der Welt langsam an, sich zu verändern.
Die westlichen und israelischen Fernsehkanäle zeigten zwar nur einen winzigen Teil des entsetzlichen Geschehens, das jeden Tag 24 Stunden lang auf dem Aljazeera-Kanal zu sehen ist, aber ein Bild eines toten Babys in den Armen seines in Angst und Schrecken versetzten Vaters ist mächtiger als ein Tausend elegant formulierter Sätze des israelischen Armeesprechers. Und das ist schließlich entscheidend.
2. Israel kontra Völkerrecht (spiegelfechter)
Als letzter Ausweg bliebe der Generalversammlung die Einrichtung eines Ad-hoc-Tribunals, wie es beispielsweise in den Fällen Ex-Jugoslawien und Ruanda geschehen ist. Nach Art. 22 der UN-Charta hätte die Generalversammlung die Macht, eine solche Unterorganisation zu gründen. Dafür müsste allerdings der politische Wille vorhanden sein, und es ist mehr als fraglich, ob die USA so viel „politischen Willen“ dulden würden. Es kann nur als Schande angesehen werden, dass ein Staat, der seine Existenz einem Beschluss der Vereinten Nationen verdankt, sämtliche Regeln dieser internationalen Gemeinschaft mit Füßen tritt.
Dem ist nichts hinzuzufügen. #unterschreib