Tag Archives: Geschichte
Der 1. Mai Viele Kinder haben kleine Fahnen. Die Pioniere singen schöne Lieder. Da freuen sich die Arbeiter und Bauern.
mongolia

Bilder aus der Mongolei

Fotografie als Quelle der Zeitgeschichte … Ich lasse es mir nicht nehmen, hiermit auf eine weitere, beeindruckende historische Serie zu verweisen.

Die colorierten Fotografien stammen allesamt aus dem Jahr 1913 und sind Teil der umfangreichen Sammlung Albert Kahns – seines Zeichens einer der reichsten Männer Europas zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ein Pionier der Farbfotografie (Wikipedia).

Als Fotograf wird ein Stefan Passe benannt, der das Land anno 1913 bereiste. (via via)

Live auf Twitter: der Zweite Weltkrieg

Täglich auf den Tag genau (mit 72 Jahren Verspätung) twittert ein britischer Geschichtsabsolvent (@RealTimeWWII) die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs.

Eine geniale Idee – wie ich finde. Leider ist mir nicht bekannt, welche Quellen der gute Mann dazu bemüht – das würde mich dann schon interessieren.

Gefunden: T34 (im Warnowschlamm)

Rostock: bei Bauarbeiten am Mühlendamm wurde am vergangenen Mittwoch ein T34 gefunden. Die Arbeiter stießen in einem Erdwall auf das Ungetüm, welches wohl seit Anfang Mai 1945 an der Fundstelle verharrte. Dazu sollte gesagt werden, dass der Mühlendamm eine der Ein- und Ausfallstraßen der Hansestadt ist und täglich von ‘zig Tausenden Fahrzeugen genutzt wird.

Bei Bauarbeiten an der Schleusenbrücke am Mühlendamm wurden am Mittwoch die Überreste eines russischen Panzers T 34 aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Kanone und Panzerturm wurden freigelegt und vom Kampfmittelräumdienst des Landes inspiziert. Munition, darunter sechs Granaten, wurde sichergestellt. Außerdem kamen Knochenreste zum Vorschein, die wahrscheinlich der Besatzung zuzuordnen sind. Am Donnerstag-Vormittag wird der tonnenschwere Panzerkopf am Mühlendamm per Kran gehoben und zur weiteren Auswertung gebracht. (OZ vom 16.11.2011)

Die Bergung eines bei Bauarbeiten in Rostock entdeckten russischen Panzers vom Typ T 34 hat am Donnerstagvormittag begonnen. An der Schleusenbrücke am Mühlendamm legten Experten das Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg zunächst vorsichtig frei und bargen die noch nicht sichergestellte Munition. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem T 34 um jenen Panzer, der am 1. Mai 1945 beim Einmarsch der 65. Armee der 2. weißrussischen Front in Rostock zur Aufklärung der Situation am Mühlendamm vorgeschickt und bei der Sprengung der Brücke durch einen deutschen Soldaten vernichtet wurde. Das berichtet der Kommandeur Semjon Dimitrewski in einem Erinnerungsbericht. (OZ vom 17.11.2011)

Ich nehme ja solch interessanten Meldungen aus der alten Heimat gerne hier auf und bin auch in diesem Fall sehr gespannt, wie mit dem Fundstück verfahren wird … Heute verspüre ich allerdings schon ein leichtes Unbehagen, wenn ich bedenke, wie viele Male alleine wir diese Brücke schon befahren haben. (via)

Nachtrag 18.11.2011: offensichtlich handelt es sich nicht um einen kompletten Panzer – bei den jetzt geborgenen Überresten handelt es sich um den Turm und die Kanone. Dem Vernehmen nach sollen diese zur Bewahrung in ein Museum überführt werden …

Als Quelle benenne ich weiterhin die Rostocker Ostsee-Zeitung und verweise hiermit auf ein kurzes Video zur Bergung und die hier zu sehende Fotostrecke.

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Neue Gräberstätte am Elbhang

Gestern wurde die „Gräberstätte am Elbhang Pirna-Sonnenstein“ zum Gedenken an die mehr als 13 000 „Euthanasie“-Opfer eingeweiht. Ein fast sieben Meter hohes Gedenkkreuz erinnert nun an eines der größten Massengräber aus der Zeit des Nationalsozialismus in Sachsen.

Noch einmal zur Erläuterung: die Heilanstalt Pirna-Sonnenstein fungierte während des Nationalsozialismus als eine von sechs Tötungsanstalten des sogenannten “Euthanasie”-Programms. In den Jahren 1940/41 wurden hier 13 720 vorwiegend psychisch kranke und geistig behinderte Menschen sowie über 1000 (nicht mehr arbeitsfähige) Häftlinge aus Konzentrationslagern ermordet und anschließend verbrannt. Die Asche aus den Verbrennungsöfen wurde einfach am angrenzenden Elbhang aufgeschüttet. Im Jahre 2002 wurden archäologische Grabungen begonnen, die im Ergebnis das Vorliegen menschlicher Knochen bestätigten. Mit dem Bau der Anlage wurde dann im August dieses Jahres begonnen, die Finanzierung (etwa 150 000 Euro) übernahm der Freistaat Sachsen.

Das Aschefeld ist jetzt durch schwarz/weiss bemalte Bäume am Elbhang hervorgehoben, und das über sechs Meter hohe Kreuz aus schlichtem, künstlerisch bearbeitetem Stampfbeton zeigt den symbolischen Schichtenaufbau der Asche.

Verweis: Gräberstätte Pirna-Sonnenstein eingeweiht.

Geschichten aus Patientenkoffern

Ein bemerkenswertes Projekt, das hiermit unbedingt erwähnt sein soll …

Jon Crispin hatte unlängst Gelegenheit, die Koffer von Patienten des Willard Asylums zu öffnen und zu fotografieren. Zur Erläuterung: das Willard Asylum war eine geschlossene Anstalt in New York. Die Koffer haben die Patienten für den Tag ihrer Entlassung gepackt – zu dem es jedoch oftmals nicht kam. Jahrzehntelang wurden die Koffer dann aufbewahrt und zur Gänze vergessen – bis Arbeiter die schaurig-schönen Relikte nach der Schließung der Anstalt (im Jahre 1995) auf dem Dachboden fanden.

Oben seht ihr die Dokumentation zum Projekt, die stimmungsvollen Bilder finden sich im Blog des Fotografen. (via via)

zeitzeugen

Geschichte wird erzählt – im Netz

Das erst kürzlich gestartete digitale Geschichtsprojekt “Gedächtnis der Nation” verdient meines Erachtens die unbedingte Erwähnung. Erklärtes Ziel dieses Projektes ist es, die in Videointerviews aufgezeichneten Aussagen von Zeitzeugen zu einhundert Jahren deutscher Geschichte zu sammeln und zu präsentieren.

Geschichte lebt!

Geschichte lebt durch Geschichten. Durch persönliche Erfahrungen und Erlebnisse. Sie in Interviews einzufangen und für spätere Generationen zu bewahren, ist das Ziel des Vereins UNSERE GESCHICHTE. DAS GEDÄCHTNIS DER NATION. Das bundesweit einmalige Projekt sammelt Erzählungen von Zeitzeugen zu Alltagserfahrungen und zentralen Momenten der deutschen Geschichte. Vor der Kamera berichten Jung und Alt über ihre ganz individuellen Erinnerungen an historische Ereignisse und Entwicklungen. Sie bilden die Mosaiksteine im Geschichtsbild einer Nation und prägen das Selbstverständnis einer Gesellschaft.

Das mobile Aufnahmestudio – der “Jahrhundertbus” – wird in den nächsten Monaten im Lande unterwegs sein und Zeitzeugen interviewen. Dazu werden Menschen gesucht, die etwas zu erzählen haben und ihr Erleben gerne weitergeben möchten.

Vorbild des Ganzen ist übrigens ein Geschichtsprojekt von Steven Spielberg, der nach der Produktion von “Schindlers Liste” – gemeinsam mit der Shoah Foundation – etliche Zeitzeugenberichte zum Holocaust sammelte, filmte und in das Internetz stellte.

Auch interessant: als Inititoren und Unterstützer der deutschen Variante werden das ZDF (Guido Knopp natürlich), der “Stern”, Google, Bertelsmann und die Robert-Bosch-Stiftung sowie Gruner und Jahr benannt.

Ein lobenswertes Projekt, das wir unbedingt im Auge behalten sollten.

(Screenshot: Gedächtnis der Nation)

Aktuelles vom Schlossberg

Ich habe mich ja nun einmal dafür entschieden, aktuell vom Baugeschehen “vor unserer Nase”, sprich der mit der Sanierung des Schlosses einhergehenden Umgestaltung des Pirnaschen Schlossberghanges, zu berichten. Also will ich das auch konsequent fortführen…

Am Donnerstag hatte ich das außerordentliche Vergnügen, an einer Vor-Ort-Begehung (mit Lokal-Presse und Mitarbeitern der Stadtverwaltung) teilnehmen zu können. So bekam ich Informationen aus erster Hand und konnte die Baustelle einmal ruhigen Gewissens und ganz legal in Augenschein nehmen.

Zweierlei gilt es zu berichten (für die LeserInnen von außerhalb, die Nachbarn haben gewiss den Lokalteil von DNN oder SäZ gelesen): zum Einen wurden bei den Bauarbeiten für den neuen Verbindungsweg Spuren eines spätmittelalterlichen Gebäudes am Hang gefunden, zum Anderen gab es eine Einschätzung zum Fortgang der Arbeiten an Weg und Terrassen. Für mich war beides von Interesse …

Ersteres ist eine archäologische Überraschung, denn von einer Bebauung des unteren Schlossberghanges war bis dato nichts bekannt. Über die Nutzung des Hauses in unmittelbarer Nähe zum Schloss wird fleißig spekuliert – ein Depot scheint wohl (auf Grund der Ausmaße der Grundmauern) am wahrscheinlichsten. Auch eine zeitliche Einordnung ist nicht ohne Weiteres möglich, die Errichtung des Hauses wird großzügig auf irgendwann zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert datiert. Aber wie auch immer – die Grabungstechniker werden den Fund für’s Erste nur dokumentieren, weiter gegraben wird nicht – der neue Weg wird wie geplant fertiggestellt.

Zum Zweiten wurde der Stand der Arbeiten an den Terassen, dem “Weissen Turm” und dem Weg an sich erläutert. Hier gab es keine wesentlichen Neuigkeiten – die Terrassen sind zum Großteil bereits fertig und teilweise schon bepflanzt. Der Wegebau ist ebenfalls vorangeschritten, am Brückensteg fehlen lediglich noch einige Scheiben, derzeit werden die Bänke montiert. Auch interessant: die abgeschlossene Sanierung des “Weissen Turmes” – ausdrücklich betonte die Stadtverwaltung hier (unter Verweis auf die vorhandenen Fledermauslöcher) die Beachtung des Naturschutzes.

Irgendwann im Herbst soll dieser erste Bauabschnitt dann übergeben werden.

Alles in allem war es damit eine informative, gute halbe Stunde für mich. Zu guter Letzt folgt noch ein Drei-Minuten-Video für euch:

Das Lokalfernsehen war ebenfalls vor Ort und ließ einen Fachmann zur Sache sprechen.

Siehe auch: Archäologen entdeckten am Schlosshang Fundament aus dem Mittelalter (DNN)

gagarin1

12. April 1961

Auf den Tag genau vor 50 Jahren flog Juri Gagarin als erster Mensch ins Weltall. Mit dem Raumschiff Wostok 1 umrundete er in exakt 108 Minuten einmal die Erde.

Natürlich war diese erste Weltumrundung zur Zeit des Kalten Krieges ein Riesenerfolg für die sowjetische Raumfahrt und wurde – ganz im Sinne der technologischen Überlegenheit – entsprechend gefeiert und propagiert.

Die bei dem Flug aufgetretenen technischen Probleme wurden dabei jedoch tunlichst verschwiegen.

Am Anfang stand die „Landelüge“. Gagarin war nicht – wie suggeriert – mit seinem Raumschiff gelandet, sondern mit einem Fallschirm. Die sowjetischen Oberhäupter befürchteten wohl, dass der Raumflug international nicht als solcher anerkannt würde, da Gagarin nicht mit jenem Gerät landete, mit dem er gestartet war … Schon vor dem Start gab es eine lange Schrecksekunde für den Chefinstrukteur und die Bedienungsmannschaft, als ein Sensor an der Einstiegsluke nicht funktionierte. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verzögerte sich die Abtrennung der Gerätesektion von der Landekapsel, was um ein Haar fatale Folgen gehabt hätte und dazu führte, dass Gagarin nicht da landete, wo er erwartet wurde. (Quelle)

In der Folge wurde der Kosmonaut Nummer 1 zunehmend unbequem für die sowjetische Führung. So weigerte er sich unter anderem, die vorbereiteten, offiziellen Reden zu verlesen und sprach frei mit den eigenen Worten. Gagarin war äußerst beliebt im Volke und nahm seine Aufgaben als Abgeordneter sehr ernst. So trug er gerne die Sorgen und Nöte der Menschen weiter vor die entsprechenden Gremien, was nun so gar nicht im Sinne der Bürokraten war …

Juri Gagarin kam am 27. März 1968 beim einem Absturz einer MiG-15 im Alter von nur 34 Jahren ums Leben – die genauen Umstände scheinen bis heute ungeklärt (Wikipedia).

Was bleibt, ist die grandiose Pioniertat der Ingenieure und eines russischen Bauernsohns, die den Weg in die bemannte Raumfahrt ebnete – Hut ab.

Anbei noch einige aktuelle Verweise zum Jubiläum:

Conflict History

Das ganze Elend dieser Welt – sämtliche kriegerischen Konflikte – von 4000 vor Christus bis in die nicht minder barbarische Gegenwart in einer einzigen, interaktiven Karte: Conflict History.

Mittels Zeitstrahl können wir willkürlich in die Vergangenheit reisen, uns eine Periode herauspicken und im Handumdrehen werden sämtliche in Frage kommenden Krisenherde aufgezeigt.

Ein schönes Feature: beim Mouseover werden alle am Konflikt beteiligten Staaten gezeigt, zudem steht zu jeder kriegerischen Auseinandersetzung ein Auszug der (englischsprachigen) Wikipedia zur Verfügung.

Im Ganzen also die großartige Präsentation einer ganz und gar traurigen Geschichte, die noch lange nicht beendet ist. (via)

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