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Dresden im Gigapixel-Wahn

Die Landeshauptstadt präsentiert sich derzeit mit einem neuen Rekord: dem größten Foto der Welt. Bei einer Auflösung von schlappen 26 Gigapixeln lassen sich in diesem Panoramabild – aufgenommen vom Haus der Presse im September 2009 – tatsächlich kleinste Details erkennen.

Das Dresdner Gigapixel besteht aus insgesamt 1.655 Vollformatbildern mit je 21,4 Megapixels, die eine Kamera Canon 5D Mark II mit 400mm-Objektiv im September 2009 aufnahm. Zwar wurden die Einzelfotos in nur 172 Minuten geschossen, für die Verarbeitung der insgesamt 102 Gigabyte Rohdaten benötigte ein Computer mit 16 Prozessoren und 48 GB Hauptspeicher aber 94 Stunden.

Mit einer Auflösung von 297.500 mal 87.500 Pixels, also gigantischen 26 Gigapixels, zieht das Foto mit Abstand an anderen Gigapixel-Projekten vorbei: das bislang größte Bild zeigt auf “nur” 17-Gigapixels den Yosemite-Nationalpark in den USA. (szo)

Wunderwelt der Technik – nichts scheint unmöglich. Wenn ich auch das Motiv als solches eher uninteressant finde (es gibt wahrlich schönere Blicke auf die Landeshauptstadt), sind doch die Parameter und die technische Umsetzung zweifellos beeindruckend.

Die Brüder Löwenherz

Wir haben uns gestern (mit dem Junior) das aktuelle Weihnachts-Spektakel des Dresdner Staatsschauspiels angesehen: “Die Brüder Löwenherz” – Sie wissen schon – der Kinderbuch-Klassiker von Astrid Lindgren. Da es uns ausnahmslos gefallen hat sei es hiermit erlaubt, eine Empfehlung auszusprechen.

Das Stück bietet alles, was das Herz des Zuschauers begehrt – die eigentlich doch traurige Geschichte wurde unterhaltsam inszeniert und weiss in furiosen Bildern zu überzeugen. Lobenswert zudem das engagierte Spiel der Mimen – allen voran Annika Schilling und Sebastian Wendelin als die Brüder Löwenherz.

Ganz kurz noch zum Inhalt:

Die Brüder Karl und Jonathan Löwenherz wohnen im Kirschblütental. Sie haben ein gemütliches kleines Haus und eigene Pferde, können reiten, schwimmen und den ganzen Tag tun, was ihnen gefällt. Vergessen ist die Zeit, als der neunjährige Karl Löwe, genannt Krümel, krank war und eine Weile ohne seinen großen Bruder Jonathan auskommen musste. Doch hier, in Nangijala, sind sie wieder vereint und bleiben es auch – jeder im Kirschblütental kennt sie als die unerschrockenen Brüder Löwenherz. „Wenn einer stirbt, dann kommt er nach Nangijala. Dort ist es wunderschön, und man kann dort fabelhafte Abenteuer erleben, denn es herrscht noch die Zeit der Lagerfeuer und Sagen“, das wusste Krümel schon lange. Und tatsächlich ist es genau so gekommen. Krümel hat in Nangijala plötzlich vor nichts mehr Angst und ist stolz auf Jonathan, der als mutiger Held von allen geliebt wird. Doch schon bald erfährt Krümel, dass die Idylle in Gefahr ist. Denn im benachbarten Heckenrosental regiert der Tyrann Tengil, der seine Untertanen schlecht behandelt und jetzt auch das Kirschblütental bedroht. Gemeinsam kämpfen die Brüder Löwenherz gegen Tengils Heer für die Freiheit Nangijalas. Dabei treffen sie auch auf den Drachen Katla, der Tengil dank eines magischen Horns wie ein Schoßhund folgt. (via)

Wer nun Lust auf diesen Theaterbesuch bekommen hat schaut bitte in den aktuellen Spielplan – Karten sind durchaus noch zu bekommen …

Apropos Film

Anbei zwei Meldungen dieser Tage, die die lokale Kinolandschaft betreffen und aufhorchen lassen …

  • Das Pirn’sche Popcorn-Kino („Cinestar“-Palast) in der Gartenstrasse wagt einen kleinen Schritt Richtung Programmkino. Drei Sonderreihen sollen etabliert werden: “Filmklassiker”, “Damenwahl” (Filme voller Emotion, Leidenschaft und Vergnügen – ein Glas Sekt inklusive) und “Kino Extra” (Der besondere Film – immer Montags).
  • Während ich dieses Vorhaben wohlwollend zur Kenntnis nehme betrübt die zweiteNachricht um so mehr: das Filmtheater Metropolis in Dresden wird zum Jahresende geschlossen.

… Das teilte Betreiber Frank Apel am späten Mittwochabend mit. Er begründete die Schließung mit sinkenden Zuschauerzahlen wegen des Baus der Waldschlößchenbrücke. In diesem Jahr rechnet Apel mit 90.000 Besuchern. In den vergangenen Jahren waren es durchschnittlich 150.000. (SZ)

Zugegeben, das Kino am Waldschlösschen-Areal liegt nicht in meinem Einzugsbereich – ich war wohl tatsächlich nur einmal dort (und zwar nicht bei “Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“) und das Embiente ist gleich gar nicht meins. Nichtsdestotrotz ist es m. E. schade um jedes regionale Filmtheater, das die Pforten schließ muss, zumal der Bau dieser unsäglichen Brücke maßgeblichen Anteil daran hat …

Photochrom Prints

Die Photochom Print Collection der Library of Congress hat in ihrem Fundus gute 6000 Bilder aus den Jahren 1890 bis 1910 (Europa, Amerika und Naher Osten). Alle Bilder sind aufwendig nachkoloriert und siehe da – unter dem Stichwort Dresden finden sich immerhin 20 Treffer.

dd

Dresden, irgendwann zwischen 1890 und 1900

Eine wunderbare Fundgrube für die Freunde historischer Fotografien … (via)

Die PARTEI nun auch in Sachsen

Schluss mit dem Wahlkrampf, nun wird es richtig lustig: am Freitag, dem 25. September, findet in Dresden der Gründungsparteitag der PARTEI statt. Somit bekommt die Titanic-Partei nun ihren sächsischen Ableger und wir alle eine Alternative zum derzeitigen Mummenschanz. Die Veranstaltung beginnt um 21.00 Uhr im Bautzner Tor, Eintritt ist frei. Lenin wird als Gastredner sprechen und eine Videoschaltung zu Olaf Schubert ist auch vorgesehen. Am Wochenende dann das volle Programm mit dem Stammtisch der Funktionäre (Posten werden ab 2999,00 € verschachert) und Elefanten-Runden-Karaoke am Wahlsonntag.

Kleiner Wermutstropfen auch hier: Die PARTEI wurde nicht zur Bundestagswahl zugelassen. Leider ist der mensch an diesen Tagen dienstlich verhindert. Den Spass hätte ich mir zu gerne angesehen …

Verweis: Die PARTEI Sachsen.

Elberadweg ausbauen!

Das Thema muss wohl nicht weiter diskutiert werden … Nicht unter uns vernunftbegabten Humanoiden. Ob die Argumente allerdings bei der Dresdner Brückenbau-Fraktion auf Gegenliebe stossen darf bezweifelt werden, dort herrschen andere Prioritäten.

Nichtsdestotrotz verweise ich hiermit auf die aktuelle Forderung des ADFC Dresden:

“Immer mehr Unfälle auf dem Elberadweg” titelt die Sächsische Zeitung vom 10. September 2009. Gefordert werden von der Zeitung “Schilder, Hinweise und Markierungen”. Das hilft nicht. Der Weg ist unzureichend ausgebaut. Wir fordern deshalb endlich den vollständigen beidseitigen Ausbau des Elberadwegs und eine grundsätzliche Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern.

In Dresden weist der beliebteste Deutsche Flussradweg noch große Lücken auf: Rechtselbisch fehlt zwischen Pillnitz und Dresden-Neustadt ein mehrere Kilometer langes Stück, ab Pieschen bis nach Radebeul hinein ebenso. Schon letztes Jahr hatte der ADFC Dresden mehr als 1500 Unterstützer für seine Forderung gefunden, den Elberadweg zwischen Dresden-Neustadt und Pillnitz auszubauen, sodass sich der Radverkehr auf beide Seiten des Flusses verteilen kann.

Und auch auf der anderen Flussseite gibt es noch viel zu tun. In Tolkewitz ist der Radweg holprig und zu eng, zwischen Blauem Wunder und Albertbrücke wird seit Jahren an einer Verbreiterung geplant – bisher ohne sichtbares Ergebnis. Der Abschnitt zwischen Flügelwegbrücke und Autobahnbrücke ist deutlich zu schmal, damit entgegenkommende Radfahrer sich sicher begegnen können.

Schon vor über 10 Jahren hat der ADFC Dresden darauf hingewiesen, dass auch die Anbindung des Elberadwegs an die Dresdner Brücken an nahezu allen Stellen mangelhaft und für ortsunkundige nicht ersichtlich ist. Auch hier ist über all die Jahre nichts passiert.

Immer mehr Menschen in Dresden fahren täglich mit dem Rad. Inzwischen werden 17% aller Wege in dieser Stadt mit dem Fahrrad zurückgelegt. Wir fordern, dass der Radverkehr entsprechend ernst genommen wird. Schilder, Hinweise und Markierungen allein werden dafür nicht ausreichen.

Quelle: ADFC Dresden (10.09.09)

Von Hamburg nach Dresden

Von Hamburg nach Dresden in zehn Tagen – auf dem Elberadweg. GEO.de-Mitarbeiterin Jana Kühle hat sich die Strecke vorgenommen, radelte gute 704 Kilometer durch sechs Bundesländer und rührt nun die Werbetrommel.

Der Elberadweg ist ausgesprochen abwechslungsreich: Von unbefestigten Feldwegen und Uferpfaden über Landstraßen mit wenig Autoverkehr bis hin zu asphaltierten Radwegen am Fuße des Deiches ist alles vertreten … Unzählige Male stehen wir vor der Entscheidung: Fahren wir ost- oder westelbisch? Nehmen wir zur Elbüberquerung die nächste Brücke oder eine der antiquierten Gierseilfähren, die zur Fortbewegung die Strömung des Flusses nutzen und ohne Motorkraft auskommen?

Immer wieder hat der mensch mit dieser Tour geliebäugelt – vielleicht wäre das was für das nächste Frühjahr? Also Bookmark setzen und in aller Ruhe über die zweimalige Empfehlung, wegen des Rückenwindes möglichst stromaufwärts zu fahren, nachdenken. Wir werden sehen …

Verweis: Auf dem Elberadweg von Hamburg nach Dresden.

Die monatliche Flusslandschaft

Flusslandschaft

Die allmonatlich versprochene Flusslandschaft zeigt heute den wunderschön gelegenen Sportboothafen hinter der Elbinsel in Pillnitz. Er liegt in einem kleinen, nicht schiffbaren Nebenarm der Elbe – der Hauptstrom fliesst so besehen hinter der Insel (rechtselbisch) an dieser vorbei.

Bemerkenswert ist im Übrigen auch der Status der Elbinsel als Rückzugsgebiet für die heimische Fauna und Flora.

Über 400 Pflanzenarten besiedeln heute die Vielfalt der Biotope vom Hochwald bis zu den offenen Pionierfluren der Überschwemmungsbereiche, darunter die in Sachsen vom Aussterben bedrohte Schwarzpappel. Durch ihre Ruhelage stellt die Insel einen wichtigen Nist-, Lebens- und Rastraum für etwa 50 Vogelarten dar. Neben spektakulären und heimlichen Säugetieren wie Fischotter und Biber nutzen auch verbreitete Arten wie Reh, Wildschwein und Fuchs das einzigartige Refugium. (Wikipedia)

Der mensch radelt täglich auf dem Heimweg hier vorbei – insofern ist dieses Abbild der Landschaft lange schon überfällig.

Die Mauer am Fluss

Wir waren gestern zum “Inselfest” in Dresden-Laubegast. Ich habe dort

  • viele schöne Frauen gesehen (die wachsen so nur in Sachsen, wir wissen das),
  • über viele schlecht angezogene, alte Männer in Dreiviertelhosen geschmunzelt (geht gar nicht),
  • eine knackige Rauchwurst gegessen (dazu ein wohltemperiertes Guinness),
  • meinen Jungen eher nach Hause gebracht (weil er so gar keine Lust auf das Geschehen hatte)
  • und letztlich und vor allem den Auftritt der Tanzkapelle “T.S.O.” angeguggt, der so schlecht wie immer war und somit für einen sehr schönen, lustigen Party-Abend sorgte.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will ist der unsägliche Mauerbau zu Dresden, der als solcher hier im Blog noch nicht erwähnt wurde, jedoch dringend der öffentlichen Diskussion bedarf. Schließlich sollen auch die Menschen außerhalb des Elbtales vom neuerlichen Unsinn erfahren, den die Dresdener Stadtoberen – eine Spezies, die sich im besonderen Maße um den Abbau von Kulturlandschaft verdient gemacht hat – planen.

Kurz gesagt geht es um die abstruse Verschandelung des Laubegaster Elbufers und damit einmal mehr um einem der schönsten Orte, den die Landeshauptstadt zu bieten hat. Gott sei’s gedankt gibt es auch in diesem Fall mündige Bürger, die das unselige Vorhaben hinterfragen und öffentlich an den Pranger stellen. Wir lesen also:

Um den Dresdner Stadtteil Laubegast vor einem Jahrhunderthochwasser wie 2002 zu schützen, erwägen kühne Menschen im Rathaus, einen Schutzwall errichten zu lassen. Nach bisherigen Informationen soll diese Mauer 2,7 Km lang und durchschnittlich über zwei Meter hoch werden, “ggf. mit mobilen Aufsätzen” – zuletzt veranschlagte Kosten: 6,9 Millionen Euro… Das Desaster von 2002 zeigte, dass das Wasser nicht von der Elbe allein kommt, sondern erstens durch Zuflüsse wie Geberbach und Lockwitzbach, die Laubegast quasi “von hinten” überfluten, und schließlich durch Anstieg des Grundwassers,** also “von unten”. Mit einer Mauer am Ufer wäre es demnach nicht getan. Im Gegenteil, sie könnte den Abfluss sogar behindern und einen weiteren Anstieg des Grundwassers verursachen. Und im Falle eines Mauerbruchs wäre die Katstrophe perfekt. Desweiteren spricht die Seltenheit** derartiger Jahrhundertereignisse gegen eine dauerhafte Verschandelung des schönsten Elbufers der Welt durch eine Mauer.

Wir wollen nun nicht hoffen, daß sich die Betonköpfe im Dresdner Stadtrat mit ihrem Vorhaben durchsetzen, wissen allerdings auch seit dem Geschehen um die unselige Waldschlösschenbrücke und dem damit einher gehenden Verlust des Weltkulturerbes: gegen menschliche Dummheit und Ignoranz ist kein Kraut gewachsen.

Mehr Info’s und Aktuelles zum Thema lesen Interessierte auf mauerzoff.de.

Ungewöhnlicher Blickfang

kunstseidener Blickfang

Am Fährgarten-Johannstadt zu Dresden spannt sich derzeit ein bemerkenswertes Netz über die Elbwiese. Die Installation “soll durch das Spiel mit dem Wind auf die Kräfte der Natur aufmerksam machen”, sagt Muriel Cornejo, die zusammen mit ihrem Mann das Kunstwerk montierte. Insgesamt zwölf Kilometer Weihnachtsbaumnetz hat das in Dresden lebende, chilenische Künstlerpaar (plus sechs Helfer) dafür verarbeitet …

Ob der Aufwand gerechtfertigt war sei vorerst dahingestellt und ist letztlich – wie so vieles andere auch – reine Ansichtssache.

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