Tag Archives: Afrika
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Children of Liberia

Ich mag ja Portraits, und habe auch so einen kleinen Faible für den schwarzen Kontinent. Von daher muss dieser Verweis hier notiert werden – um das Fernweh zu wecken und zum Zwecke der Inspiration.

John Keatley, seines Zeichens hoch dotierter Fotograf aus den Staaten, begleitete zu Beginn dieses Jahres eine Hilfsorganisation (welche sich um die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser bemüht) nach Liberia.

Vor Ort fotografierte er immer wieder die Kinder aus den benachbarten Dörfern – das Ergebnis ist in dieser bemerkenswerten Serie von Portraits zu bestaunen.

Image © John Keatley (via)

HUMANS

Die Geschichte von Ntaiya Naoroi

Via kwerfeldein bin ich kürzlich auf dieses lobenswerte Projekt gestoßen: HUMANS – exploring the human condition.

Simon Sticker arbeitet für dieses Projekt und erzählt uns im oben verlinkten Artikel eine von vielen Begegnungen: die Geschichte von Ntaiya Naoroi, einer Massai aus dem Süden Kenias.

… Am Ende unseres Interviews für HUMANS mit ihr bitten wir sie um eine Geschichte, die sie ihren Kindern erzählt. Und sie hat viele von ihnen, alle mit viel Schönheit, Abenteuer und Mystik gefüllt. Und dann fängt sie an zu singen – Lieder, die ihre Großmutter ihr vorsang, als sie klein war, in alter Massai-Sprache, die auch unsere junge Übersetzerin nicht mehr verstehen kann. Dies ist eines der Lieder:

Der Beitrag ist mit vielen guten Bildern illustriert und verdient schon von daher die ausdrückliche Leseempfehlung – Applaus und Danke dafür!

(auf die Projektseite werde ich gewiß noch einmal zurückkommen …)

Image © Simon Sticker

buch

Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste

Ich habe gelesen: “Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste” von Henno Martin. Der mensch mag ja solch klassische Abenteuerbücher, und dieses ist eines davon – wenngleich auch eines der anspruchsvollen Art.

Zur Inhaltsangabe sei es auch hier erlaubt, den Klappentext zu zitieren:

Zwei frisch promovierte Geologen kommen im September 1935 nach Südwestafrika, forschen im Naukluftgebirge und suchen Wasserstellen für die Farmer. Henno Martin und Hermann Korn lieben die Namib, nach Deutschland zieht sie nichts zurück, und angesichts der heraufziehenden Probleme in Europa werden sie sich einig: Wenn es Krieg gibt, ziehen wir in die Wüste.

Die “freiwillige” Robinsonade der beiden Herren ist ein wunderbarer Exkurs über das Leben in Extremsituationen. Zu den detaillierten Geschichten von Jagd und Tierwelt, Hunger, Durst und witterungsbedingtem Ungemach kommen philosophische Diskussionen über Gott und die Welt. Letztlich gelingt es Henno Martin und Hermann Korn zwei Jahre lang, sich mit Erfolg in der Namib zu verstecken – dann jedoch erkrankt letzterer lebensbedrohlich. Es folgt die Rückkehr in die Zivilisation …

Dieses Buch ist ein ästhetischer Genus im Ganzen – von daher gilt die unbedingte Leseempfehlung meinerseits.

Portraits und Landschaft (Kongo)

Eine weitere, ganz besondere Fotostrecke, die ich hiermit notieren und empfehlen möchte: der Fotograf Richard Mosse bereiste im vergangenen Jahr den Kongo und fotografierte Menschen, Militärs und Landschaft. Das Besondere daran ist die Verwendung eines Kodak Aerochrome Infrarotfilms, der das traurige Szenario in ungewohntem und surrealem Licht erscheinen lässt.

Was dabei bleibt, ist die trost- und hoffnungslose Stimmung in einem Land, das seit Jahr und Tag von Bürgerkriegen und grenzenloser Ausbeutung gezeichnet ist.

Foto © Richard Mosse (via)

Via Intolleranza II

Ein (kurzfristiger) Veranstaltungstipp:

Warum wollen wir Afrika ständig helfen, wenn wir uns selbst nicht helfen können? Was kann das Ziel einer Zusammenarbeit sein, wenn sie ohne jegliche Hilfsideologie und Sentimentalität auskommen muss?

Diese Fragen sind Ausgangspunkt von Christoph Schlingensiefs letztem Theaterstück „Via Intolleranza II“. Für die bunte, sehr humorvolle, aber auch bissig-scharfe Collage stand Luigi Nonos Avantgarde-Oper „Intolleranza“ aus dem Jahr 1960 Pate. In der Inszenierung überlagern sich unterschiedlichste Texte und Moderationen, Schauspiel und Filmbilder von der Entstehung des Schlingensief’schen Operndorfprojektes in Burkina Faso bis hin zu Stummfilmszenen. Musikalisch spannt sich der Bogen von burkinischer Folklore über Oper und Rap bis hin zum deutschen Volkslied. Und das alles wird präsentiert von zwölf Darstellern, Tänzern und Musikern aus Burkina Faso und Europa sowie dem Fönix-Orchester unter der Leitung von Arno Waschk.

“Via Intolleranza II” wird am 1. und 2. November 2011 im Schauspielhaus Dresden gespielt.

Dem Vernehmen nach sind noch einige Restkarten erhältlich – wer Glück hat und eine davon erwirbt wird einen bemerkenswerten, hoch interessanten Theaterabend erleben.

Pirna begegnet Afrika

Unter dem Motto “Pirna begegnet Afrika” wird vom 7. bis 20. November 2011 vor Ort eine Veranstaltungsreihe initiiert, welche die Pirschen Bürgerinnen und Bürger umfassend über den südlich gelegenen Nachbar-Kontinent und seine Bewohner informieren möchte. Mit diversen Diavorträgen, Ausstellungen und Filmabenden wird dazu ein guter Mix von Veranstaltungen geboten, der soweit ganz interessant klingt.

So habe ich mir etwa zwei kleine Ausstellungen (“Wir Afrikaner” im Rathaus-Foyer und „Sächsische Entwicklungsprojekte in Äthiopien und Tansania“ im Canaletto-Haus) notiert.

Dazu käme bei Zeit und Gelegenheit (?) noch „Mali. Von den Dogon bis Timbuktu“ – ein Dia-Vortrag mit Frank Schulz (der Inhaber von “schulz aktiv reisen”) in der Stadtbibliothek und „Afrikanische Migranten in der DDR“, ein Dokumentarfilm mit Vortrag in der “Oase”.

Als Initiatoren dieser Veranstaltungsreihe sind zum Einen der Verein “Maripa – Leben für die Eine Welt” und zum Anderen die “Aktion Zivilcourage e. V.” benannt.

Für Interessierte – das ganze Programm findet sich hier.

Lesetipp: Sudan-Mission, erste Eindrücke

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Günther Krone – seines Zeichens ein rundum erfahrener Entwicklungshelfer – lebt seit Jahrzehnten in Afrika.

Momentan ist er in Khartoum tätig, später geht er dann in den Südsudan, um beim Aufbau des neuen Staates zu helfen. Auf Bitte des Schockwellenreiters hat er nun damit begonnen, regelmäßige Berichte, die über das “normale” Touristenwissen hinausgehen, in dessen Weblog zu veröffentlichen.

Wie bekannt, hat der Südsudan erst im Juli dieses Jahres durch ein Referendum die Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. Die Bedingungen im Lande sind schwierig, von den jahrelangen Konflikten ist es zermürbt, Hunger und Armut sind an der Tagesordnung. Die Infrastruktur liegt quasi am Boden, lokale Konflikte – im Kampf um Boden und Vieh – flammen immer wieder auf. Dazu das Problem mit dem Öl: der Südsudan verfügt zwar über rund 80 Prozent der bekannten Ölvorkommen des Gesamtsudans (Wikipedia), muss das Öl aber über den Nordsudan exportieren, da er über keinen eigenen Zugang zum Meer verfügt.

Die Voraussetzungen für spannende und höchst interessante Vor-Ort-Berichte sind also gegeben …

Das Thema interessiert mich sehr, von daher bin ich auf die Fortsetzung der ersten Eindrücke dieser Sudan-Mission äußerst gespannt.

Bicycle Portraits

Via iGNANT bin ich eben auf ein wunderbares Projekt gestoßen, welches hier im Blog unbedingte Erwähnung finden soll.

Stan Engelbrecht und Nic Grobler haben eine ebenso simple wie geniale Idee in die Tat umgesetzt: sie reisen mit dem Fahrrad durch Südafrika und fotografieren Leute, die ebenfalls mit dem Rad unterwegs sind. In ihrem Projekt “Bicycle Portraits” wird zu jedem Bild kurz notiert, warum der Mensch mit dem Rad unterwegs ist und wozu es in der Hauptsache genutzt wird.

Eine geniale Idee, die zahlreiche Menschen rund um den Globus begeistert – mich eingeschlossen. Auch schön zu lesen: das Vorhaben soll in sozialer wie auch ökologischer Hinsicht von Nachhaltigkeit geprägt sein.

… we want to be able to assist the underprivileged cycling community through our project – be it teaching bicycle maintenance skills, providing necessities like helmets, tires, tubes, locks… It would be great to create a support structure for the people who appear in the book – this could be a trust funded by a percentage from sales of the cover price, or a charity set up in the name of the people who appear in the book etc. Ultimately we want to promote cycling as a means of independent transport to empower the underprivileged, and in fact, to encourage everyone capable to ride a bike as an alternative to driving a car, or even using public transport. We hope that this will lead to the kind of infrastructure development that is designed with all people in mind, not just cars.

Am Ende stellt sich natürlich noch die Frage des Geldes: um das Projekt (welches im Fazit mit der Herausgabe eines Bildbandes gekrönt werden soll) zu finanzieren wird um Unterstützung gebeten. Dafür kann bereits das Buch geordert werden – für $55 ist der interessierte mensch dabei …

Bild-Credit: Sidney Rootz von Stan Engelbrecht, Bicycle Portraits.

Ins dunkle Herz des Kongo

In der vergangenen Woche war der Kongo mal wieder gut für eine Schlagzeile: Uno räumt Versagen der Blauhelmsoldaten im Kongo ein (SpOn) – ihr erinnert euch gewiss.

Diese schlechte Nachricht bestätigte leider – im Nachhinein – meine aktuelle Lektüre, steht sie doch beispielhaft für den weiteren, scheinbar unaufhaltsamen Niedergang der Demokratischen Republik Kongo. “Blood River: Ins dunkle Herz des Kongo” (amazon Partnerlink) von Tim Butcher ist ein Reisebuch, dass auf seine Art bemerkenswert und somit die Empfehlung wert ist.
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Foto-Blog: Afrika im Fussball-Fieber

Die Fotografen John Brömstrup und Christian Rinke-Lazo sind während der Fußball-Weltmeisterschaft in Ostafrika unterwegs und versuchen dabei, der Bedeutung des Spiels für die Menschen auf dem Kontinent auf den Grund zu gehen. Dafür bereisen sie sechs Länder: los ging es in Addis Abeba, Äthiopien – Kenia, Ruanda, Tansania, Mosambik und Südafrika folgen.

Eine wunderbare Idee, wie ich finde. Stimmungsvolle, faszinierende Bilder geben ein gutes Abbild der Faszination Fußball und Einblick in das vielschichtige, bunte Leben der Menschen vor Ort.

Das alles fernab der üblichen Berichterstattung und jedweder unschicklichen, latent rassistisch geprägten Vuvuzela-Disskussion – ein reines Lesevergnügen also.

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