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CCC enttarnt Bundestrojaner

FAZ und DIE ZEIT berichten heute ausführlich über die gelungene Enttarnung des sogenannten Bunestrojaners durch den Chaos Computer Club. Danach kann die staatliche Spionagesoftware nicht nur Daten vom heimischen Rechner auslesen und weiterleiten, sondern beinhaltet auch …

… eine Fernsteuerungsfunktion zum Nachladen und Ausführen beliebiger weiterer Schadsoftware. Aufgrund von groben Design- und Implementierungsfehlern entstehen außerdem eklatante Sicherheitslücken in den infiltrierten Rechnern, die auch Dritte ausnutzen können.

Damit verstoßen die staatlichen Sicherheitsbehörden eindeutig gegen die im Jahre 2008 vom Verfassungsgericht gesetzten Beschränkungen, welche zur Wahrung des in der Verfassung garantierten allgemeinen Persönlichkeitsrechtes erlassen wurden (Info).

Eine überaus peinliche Geschichte, wenn nicht gar das Watergate der deutschen Medienpolitk. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger zeigt sich zu Recht empört. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Verantwortlichen von Bundeskriminalamt und Innenministerium aus dem Schlamassel herauswinden werden.

Weiterführende Verweise: Chaos Computer Club analysiert Staatstrojaner (CCC), Analyse des Bundestrojaners durch den CCC als PDF.

Nachtrag: auch auf die keinesfalls irrelevante Frage nach den Systemvorraussetzungen für die Spionagesoftware gibt es inzwischen eine beruhigende Ausführung.

zeitzeugen

Geschichte wird erzählt – im Netz

Das erst kürzlich gestartete digitale Geschichtsprojekt “Gedächtnis der Nation” verdient meines Erachtens die unbedingte Erwähnung. Erklärtes Ziel dieses Projektes ist es, die in Videointerviews aufgezeichneten Aussagen von Zeitzeugen zu einhundert Jahren deutscher Geschichte zu sammeln und zu präsentieren.

Geschichte lebt!

Geschichte lebt durch Geschichten. Durch persönliche Erfahrungen und Erlebnisse. Sie in Interviews einzufangen und für spätere Generationen zu bewahren, ist das Ziel des Vereins UNSERE GESCHICHTE. DAS GEDÄCHTNIS DER NATION. Das bundesweit einmalige Projekt sammelt Erzählungen von Zeitzeugen zu Alltagserfahrungen und zentralen Momenten der deutschen Geschichte. Vor der Kamera berichten Jung und Alt über ihre ganz individuellen Erinnerungen an historische Ereignisse und Entwicklungen. Sie bilden die Mosaiksteine im Geschichtsbild einer Nation und prägen das Selbstverständnis einer Gesellschaft.

Das mobile Aufnahmestudio – der “Jahrhundertbus” – wird in den nächsten Monaten im Lande unterwegs sein und Zeitzeugen interviewen. Dazu werden Menschen gesucht, die etwas zu erzählen haben und ihr Erleben gerne weitergeben möchten.

Vorbild des Ganzen ist übrigens ein Geschichtsprojekt von Steven Spielberg, der nach der Produktion von “Schindlers Liste” – gemeinsam mit der Shoah Foundation – etliche Zeitzeugenberichte zum Holocaust sammelte, filmte und in das Internetz stellte.

Auch interessant: als Inititoren und Unterstützer der deutschen Variante werden das ZDF (Guido Knopp natürlich), der “Stern”, Google, Bertelsmann und die Robert-Bosch-Stiftung sowie Gruner und Jahr benannt.

Ein lobenswertes Projekt, das wir unbedingt im Auge behalten sollten.

(Screenshot: Gedächtnis der Nation)

Urheberrechtsextremist

Die Angelegenheit ist beinahe zu schön, um wahr zu sein. Von daher kann ich es auch nicht bei den zwei Tweets belassen, sondern muss auch hier – in diesem klitzekleinen Weblog – die Groteske erwähnen.

Siegfried Kauder (CDU), seines Zeichens Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages und (unter anderem) auch Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände, kündigte unlängst der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) einen schnellen Gesetzentwurf an. Dieser sähe in der Hauptsache die sofortige Sperrung von Internetzugängen bei wiederholter Urheberrechtsverletzung durch den Internetnutzer vor …

Mit diesem Vorschlag erntete Klientel-Lobbyist Kauder nicht nur die reichliche Empörung der Netzgemeinde (Markus Beckedahl präsentierte umgehend die passende Antwort), sondern darf nun dazu auch noch ein gutes Maß an verdienter Häme einstecken.

Wir lesen also:

Alexander Double von Piratig.de präsentiert Kauder in einem noch nicht freigeschalteten Beitrag auf Abgeordnetenwatch nämlich zwei Links auf Fotos von der Johanneskirche in Donaueschingen und der Hornberger Burg, die sich sowohl auf seiner Domain als auch anderswo im Web finden – und zwar mit konkreten Herkunftsangaben, die bei Kauder fehlen. Double fordert Kauder deshalb auf, die Lizenzen für die Nutzung der Bilder vorzulegen und macht ihn darauf aufmerksam, dass bei deren Fehlen eine Urheberrechtsverletzung vorliegen würde. Für diesen Fall macht er dem CDU-Politiker folgenden Vorschlag:

Sie nennen mir [...] alle Ihre Internetzugänge (zu Hause, im Bundestag, in Ihrem Parteibüro, Ihre Handys usw.), ich informiere die von Ihnen geschädigten Urheber, und sie erzwingen, dass alle diese Zugänge für 3 Wochen gesperrt werden, um Ihnen das Internet zu kappen. Ich glaube, Sie als Politiker und Volksvertreter sollten hier mit einem guten Beispiel vorangehen. Oder möchten Sie sich und Ihre Kollegen aus dem Wirkungskreis des von Ihnen propagierten Gesetze herausnehmen? Das Gesetz soll das Volk, gängeln, auf Sie aber nicht zutreffen?

Nachdem Double dies in seinem Blog gepostet hatte, fand ein Leser, der sich Syd Mounep nennt, mit Hilfe der Google-Bildersuche heraus, dass ein Teil von Kauders Header-Grafik möglicherweise ungenehmigt vom Freilichtmuseum Vogtbauernhof und ein weiters grafisches Element von einer Schwarzwald-Touristikseite übernommen wurde. Mounep zog deshalb den Schluss: “Es sieht so aus, als ob die Fotos auf der Seite komplett zusammengeklaut sind”.

Weiterlesen bitte bei Telepolis – dort sind auch alle Verweise zu finden.

Bisher war Siegfried Kauder für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die fraglichen Bilder wurden über Nacht entfernt – auf Archive.org kann jedoch die Seite im vorherigen Zustand eingesehen werden.

Inzwischen wurde der Beitrag auch auf abgeordnetenwatch.de freigeschaltet, die Antwort steht freilich auch hier noch aus … Wir dürfen gespannt sein. :]

Verweis: Sehr geehrter Herr Kauder (piratig.de)

PS: der von Peter Mühlbauer im TP-Artikel verwendete Urheberrechtsextremist ist im Übrigen auch für mich das Wort des Tages – mindestens.

Flickr stellt “Photo Session” vor

Flickr stellte gestern neben der ersten, offiziellen Flickr Android App mit “Photo Session” eine neue Funktion vor, die das gemeinsame Betrachten und Diskutieren eurer Fotos in Echtzeit ermöglicht.

Je Session können dabei maximal zehn Freunde teilnehmen, die über einen von Flickr generierten Link eingeladen werden. Mit minimalen Zeichenwerkzeugen können Details hervorgehoben werden, es darf gemeinsam geblättert und natürlich auch gechattet werden. Der ganze Spass lässt sich im Album-Menü unter “Mit anderen teilen” – “Photo Session starten” finden.

Viel Vergnügen dabei!

Rasend schneller Feuerfuchs


Alle Jahre wieder folgt der Browserswitch …

Nach einem Test der seit heute bereitstehenden v7 des Firefox bin ich angenehm überrascht – der Gute flitzt durch das Netz, dass ich kaum hinterherkomme. Doch ganz im Ernst: seit dem Umstieg auf Lion ist Safari hier kaum noch nutzbar: er hängt regelmäßig und kann nur noch via Tastatur beendet werden. Chrome scheint mir eine gute Alternative, allerdings fremdeln wir noch ein bissel miteinander.

Was lag also näher, als sich einmal den aktuellen Fuchs anzuschauen und siehe da, es stimmt – die Mozilla Foundation drückt momentan mächtig auf das Gaspedal. Der Zuwachs an Performance ist vor allem dem geringeren Speicherbedarf zu verdanken – der Bedarf würde etwa bei zwischen 20 und 30 Prozentweniger liegen als in der Vorversion.

Wer es ganz genau wissen möchte, liest bitte hier nach: Firefox 7 is lean and fast.

Probieren lohnt also.

*Foto: 2010, Nayu Kim/nayukim@flickr, Lizenz: CC BY 2.0

Ghostery zeigt Tracker an


Mit Ghostery lassen sich alle integrierten Tracker einer Webseite anzeigen und – bei Bedarf – auch unterdrücken.

Ich finde es durchaus interessant zu wissen, welche Seite welche Dienste nutzt. Und nein, nicht alle setzen dabei auf Google Analytics, auch wenn der Einsatz – bei Beachtung einiger Maßnahmen – inzwischen in Deutschland unbedenklich ist. Piwik gewinnt (nach meinen Stichproben) augenscheinlich an Popularität – ich wollte mich damit längst einmal beschäftigen. Sei’s drum …

Ghostery kommt als kostenloses Plugin und kann für alle populären Browser geladen werden. Danke!

JPEG-Files mit JPEGmini optimieren

Mit dem neuen Onlinedienst JPEGmini lassen sich – laut Eigenaussage – hochgeladene JPEG-Files auf bis zu ein Fünftel der Ausgangsgröße reduzieren.

Wie im Screenshot zu sehen habe ich gleich einmal die Probe auf’s Exempel gemacht, und tatsächlich: das Foto wurde von 423 Kb auf 118 Kb geschrumpft – sprich ein Viertel bei nahezu gleichbleibender Qualität. Bei genauerer Betrachtung lassen sich am Ergebnis freilich doch diverse Kompressionsartefakte bemerken, was für mich jedoch – mit Blick auf die jeweilige Verwendung – in Ordnung geht. Das Ganze ist bei einzelnen Bildern sofort und kostenfrei nutzbar. Für die Serienbearbeitung ist eine (ebenfalls kostenfreie) Registrierung notwendig.

Fazit: wer plattformunabhängig JPEGs für das Web komprimieren möchte, sollte sich den Dienst unbedingt einmal anschauen und hernach ein Bookmark setzen. (schöner Tipp via t3n)

Lesetipp: Sudan-Mission, erste Eindrücke

Akvotransporto en Ĥartumo 001

Günther Krone – seines Zeichens ein rundum erfahrener Entwicklungshelfer – lebt seit Jahrzehnten in Afrika.

Momentan ist er in Khartoum tätig, später geht er dann in den Südsudan, um beim Aufbau des neuen Staates zu helfen. Auf Bitte des Schockwellenreiters hat er nun damit begonnen, regelmäßige Berichte, die über das “normale” Touristenwissen hinausgehen, in dessen Weblog zu veröffentlichen.

Wie bekannt, hat der Südsudan erst im Juli dieses Jahres durch ein Referendum die Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. Die Bedingungen im Lande sind schwierig, von den jahrelangen Konflikten ist es zermürbt, Hunger und Armut sind an der Tagesordnung. Die Infrastruktur liegt quasi am Boden, lokale Konflikte – im Kampf um Boden und Vieh – flammen immer wieder auf. Dazu das Problem mit dem Öl: der Südsudan verfügt zwar über rund 80 Prozent der bekannten Ölvorkommen des Gesamtsudans (Wikipedia), muss das Öl aber über den Nordsudan exportieren, da er über keinen eigenen Zugang zum Meer verfügt.

Die Voraussetzungen für spannende und höchst interessante Vor-Ort-Berichte sind also gegeben …

Das Thema interessiert mich sehr, von daher bin ich auf die Fortsetzung der ersten Eindrücke dieser Sudan-Mission äußerst gespannt.

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