


Der mensch hat gestern die allerliebste Freundin von allen nach Leipzig in die Red Bull Arena begleitet – Herbert Grönemeyer trat dort im Rahmen seiner “Schiffsverkehr”-Tour vor gut 40.000 begeisterten Menschen auf. Nun sind solche Mega-Konzerte eigentlich gar nicht mein Fall – die Karte war jedoch ein Geschenk. Sie (die allerliebste Freundin) mag den Barden sehr, und ich war vor allem an dem Spektakel interessiert. Und um es gleich zu sagen: es war grandios, eine großartige Show in einer immens beeindruckenden Kulisse (was jetzt aber nicht den hässlichen Klotz von Stadion meint, welcher eigentlich nur in schwarz-weiss zu ertragen ist).
Der Einlass begann etwa 17.00 Uhr. Die Arena füllte sich erst kurz vor Beginn richtig, war dann jedoch rappelvoll (ein Bombenfund in der Leipziger Innenstadt sorgte für zusätzliches Verkehrschaos). Wir waren nicht zu nahe am Geschehen positioniert, hatten jedoch ordentliche Plätze mit einer guten Sicht auf die Bühne. Ich war vor allem vom glasklaren Sound überrascht, konnte so doch endlich einmal die Texte zur Gänze verstehen…
Gespielt wurden gleichermaßen die Titel des aktuellen Albums wie auch die bewährten Klassiker, das Publikum war (im Gegensatz zu meiner Person) absolut textsicher und überaus sangesfreudig. Die Wogen der Begeisterung gingen hoch in der Menge (40.000!) und glätteten sich nur ansatzweise, wenn der Barde zu einer seiner Balladen anhob – dann setzten sich Frau und Mann wieder, wenn auch nur für wenige Minuten. Es war ganz klar die Show des Herbert Grönemeyer, der sehr gut bei Stimme war und voller Sangesfreude, die ihm im Gesicht geschrieben stand …
Etwa 23.15 Uhr war dann endgültig Schluß. Der Abgang erfolgte nach etwas mehr als drei Stunden und steten, wohlverdienten Ovationen. Neben dem bereits gelobten, lupenreinen Klang sorgten auch das ordentlich inszenierte Licht (und Video) sowie der unausweichliche Regen für ein rundum überzeugendes Konzerterlebnis.
Es folgte ein anderthalbstündiges Stopp and Go in der Leipziger Innenstadt und eine regnerische Tempo-90-Kolonnenfahrt nach Dresden – gegen zwei Uhr waren wir dann @home, fix und alle, aber durchaus zufrieden.

Was mir nicht gefiel: die Parkplatzabzocke am Stadion (zehn Euro), die aufdringlich agierende Merchandise-Maffia, der Fuzzi am Einlass, welcher meine Buttermilch und die Gummibärchen beschlagnahmen wollte und mich letztlich zum Auto zurücktraben ließ, ein gewisser Norman Sinn als grauenvoller Support Act sowie die überteuerten, abgestandenen und lauwarmen Getränke in der Arena.