Category Archives: Lokales

Die Kastanienallee in Lohmen

Man kann von Lohmen (knappe zehn Kilometer von Pirna) gut nach Dorf Wehlen hinüberlaufen, es sind vielleicht drei Kilometer. Hin und zurück brauchte ich gestern etwa 75 Minuten, immer die Landstraße entlang, zwischen gefrorenen Äckern und Wiesen und mit forschem Schritt.

Einmal mehr war also der Weg das Ziel, denn aus Lohmen führt eine bemerkenswerte Allee hinaus – die Kastanienallee. Diese gilt als Naturdenkmal: die noch vorhandenen, mehr als 100 alten Bäume sind wohl um die 200 Jahre alt. Dazu kommen weitere, gute 100 Rosskastanien, die in den vergangenen 60 Jahren angepflanzt wurden.

Die Allee erfuhr anno 1994 eine erste Sanierung und wird fürderhin betreut. Ziel ist es, die Allee wieder als geschlossenes Ganzes zur Entfaltung zu bringen (alle Infos finden sich hier).

Meine Aufmerksamkeit galt natürlich und vor allem den knorrigen Bäumen, aber nicht nur …

Leider ließ mich das Licht zunehmend im Stich – um die Bilder nun also nicht zu fade erscheinen zu lassen habe ich mich für diese, etwas ungewohnte Entwicklung entschieden, welche ihr gerne kritisieren oder loben dürft – ich bin ganz Ohr.

Auch hier gilt wieder: klickt auf ein Bild, um euch die Galerie in höherer Auflösung anzuschauen.

Elbe-Hochwasser zieht sich zurück

Für’s Protokoll: in den vergangenen Tagen war der Fluss gut gefüllt, am Montagmorgen wurde für die Sächsische Schweiz Alarmstufe eins ausgegeben. Besorgniserregend war dieses kurze Winterhochwasser jedoch nicht, die elbnahen Straßen und Plätze mussten gesperrt werden wie ehedem und auch der Radweg zwischen Pirna und Obervogelgesang wurde kurzzeitig nicht befahrbar.

Derweil zieht sich der Fluss in sein Bett zurück, und hinterlässt dabei die üblichen Mitbringsel (sprich: Unrat) auf den Elbwiesen.

Ansonsten nichts Neues im Osten. Und ihr so?

(Klick auf das Bild für eine große Darstellung)

Die monatliche Flusslandschaft

Wir schauen auf die Pirnasche Altstadt und sehen rechter Hand die Elbe mit der Stadtbrücke.

Standort für diesen bemerkenswerten Ausblick ist das Büro des Landrates im Schloss Sonnenstein, welches der mensch zur öffentlichen Begehung am 10. Dezember in Augenschein genommen hat.

Schützengrabengeruch im Museum

Militärmuseumsbesuch

Wie es in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs roch? Das läßt sich neuerdings – neben anderem – im Militärhistorischem Museum Dresden erfahren.

Wir haben diesem gestern einen Besuch abgestattet – wobei uns primär der “Dresdner Keil” lockte, weniger die Militärgeschichte an sich. Der Architekt bezeichnet den Neubau ja selbst “als bislang reinsten Libeskindbau”, von daher ist die Inaugenscheinnahme des Gebäudes nahezu ein Pflichtbesuch. Und er lohnt allemal …

Architektonische Gestaltung

Der keilförmige, asymmetrische Neubau durchdringt den massiven, klassisch gegliederten Altbau. Eine transparente Fassade aus Metalllamellen überlagert den historischen Baukörper. Der Neubau stellt einen Einschnitt, eine Störung in das Gebäude dar und verändert nicht nur die äußere Gestalt, sondern auch das innere Raumgefüge grundlegend. Seine Räume folgen ihrer Funktion und stehen in klarem Kontrast zu dem starren, horizontal ausgerichteten Säulenraster des Altbaus. Immer wieder durchbricht der Neubau den Altbau und eröffnet dem Besucher auf allen Ebenen überraschende, räumliche Verschränkungen und Ausblicke… Gleichzeitig ist der Libeskindbau schon als erstes und größtes Exponat des neuen Museums zu verstehen. Er selbst wird zum Gewaltinstrument, das das Arsenal zerschneidet. Der Keil als Symbol organisierter Gewalt. Er bricht mit alten, autoritären, starren Strukturen und steht in seiner Transparenz für die Offenheit der demokratischen Gesellschaft und die veränderte Rolle des Militärs in Deutschland

Dreißig Meter hoch und damit acht Meter mehr als die säulenverzierte Triumphbogenfront des Mittelflügels, eröffnet der Neubau aus der Spitze des Keils einen spektakulären und neuen Blick auf Dresden. Auch hier liegt Symbolik im Entwurf. Die Spitze des Keils verweist auf die Stelle an der in der Nacht vom 13. Februar 1945 die ersten Bomben der Alliierten Luftangriffe einschlugen. Der Besucher wird auf die schwierige Geschichte der Stadt verwiesen und sieht gleichzeitig mit neuer Perspektive auf ein sich stetig entwickelndes Dresden.

Ich denke auch nach meinem Besuch, dass die ungewohnte Architektur das Sehenswerteste am Komplex ist. Die zeitgemäße Gestaltung ist explicit gelungen – Glas, Stahl und nackter Beton harmonieren und würden auch jedwedem anderen, musealen Ort wohl gut zu Gesicht stehen.

Militärmuseumsbesuch
Militärmuseumsbesuch
Militärmuseumsbesuch
Militärmuseumsbesuch
Militärmuseumsbesuch
Militärmuseumsbesuch
Militärmuseumsbesuch
Militärmuseumsbesuch

Die (ein wenig unübersichtliche) Ausstellung selbst ist durchaus interessant – sofern man am Thema interessiert ist. Sie teilt sich in unterschiedliche Bereiche, die zur Gänze kaum fassbar sind – das Beste wäre wohl, sich auf einen Zeitabschnitt zu beschränken. Auch die Innenarchitektur ist alles andere als langweilig: immer wieder tun sich interessante Blicke auf, die das eine oder andere Kleinod der Sammlung auf ungewohnte Weise präsentieren.

Von daher sei also der Besuch dieses musealen Neubaus empfohlen. Dem Vernehmen nach soll der Eintritt noch bis Ende Februar frei sein. Und wenn man den Ort nicht zu den klassischen Zeiten besucht, bleibt der Besucherstrom auch noch halbwegs übersichtlich. Wir waren am Samstag mittags bis gegen 15.00 Uhr vor Ort, hatten kein Parkplatzproblem und mussten auch nicht anstehen. Fotografieren im Gebäude war kein Problem und ich hoffe, dass die obigen Schnappschüsse einen kleinen Einblick zur Sache geben …

Ab März dann wieder

Das Lieblings-Café hält zwar immer noch Winterschlaf – verkündete jedoch kürzlich dessen abzusehendes Ende. Der mensch freut sich nun einmal mehr auf den Frühling …

Weil: Pirna’s Altstadt ohne Café Bohemia geht gar nicht.

Ehemaliges Uniwerk-Domizil steht erneut zum Verkauf

Pirna: die Altstadthäuser Schloßstraße 8/ Schmiedestraße 55 (bis zum Jahresende 2011 Domizil des Uniwerk-Kunstvereins) gehen nun doch nicht in den Besitz des Kunsthändlers Bernd Göpel über – der Mann hat von seinem Kaufinteresse Abstand genommen.

Damit steht der stark sanierungsbedürftige Gebäudekomplex nun einstweilen leer, und die Stadt schreibt ihn erneut zum Verkauf aus – Mindestgebot 72 000 Euro. Eigentlich ist es schade darum, plante Bernd Göpel doch im Vorfeld bereits die Errichtung eines Filmmuseums (er verfügt über eine kinomatografische Sammlung mit mehr als 10 000 Filmen), was der kulturellen Vielfalt der Stadt sicherlich gut angestanden hätte.

Die Uniwerker sind indessen vom Geschehen nicht mehr betroffen: ihr Mietvertrag endete so oder so zum 31.12. 2011 – der Umzug in das neue Domizil in der Alten Feuerwache ist dem Vernehmen nach bereits im Gange.

Verweis: Kein Filmmuseum in der Pirnaer Schmiedestraße – Kunsthändler Göbel kauft doch nicht ehemaliges Uniwerk-Domizil (DNN).

Kleinkariertes Gezänk

In Pirna scheint der Stadtfrieden derzeit in höchstem Maße gefährdet: Anlass hierfür ist das jüngst von der Stadt installierte “Tom-Pauls-Parkleitsystem”.

Wir erinnern uns: im November eröffnete das kleine Theater im frisch sanierten Peter-Ulrich Haus am Marktplatz. Seitdem zieht die Bühne Gäste in Größenordnungen nach Pirna, und wer in sich den Wunsch nach einem Besuch verspürt sollte wissen, dass alle Vorstellungen mit Tom Pauls in Persona bis weit in den Sommer hinein ausverkauft sind.
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