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Ich habe eben den Teil drei der Millennium-Trilogie aus der Hand gelegt und bin nachhaltig beeindruckt: so sehr hat mich schon lange kein Kriminalroman gefesselt.

Wie erwartet kam es zum Grande Finale – das Geschehen um die Protagonisten Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist findet ein akzeptables Ende. Kein noch so kleiner Nebenstrang der Handlung bleibt davon ausgeschlossen – dem Autor gebührt Dank und Applaus für die sorgfältige Arbeit und unterhaltsame Stunden. Den bisweilen zu hörenden Vorwurf der Langatmigkeit mag ich dabei nicht nachvollziehen – jedes Kapitel für sich ist spannendes Lesevergnügen, die Handlung vielschichtig und doch immer überschaubar.

Leider Gottes können wir von Stieg Larsson als dem Autor der Krimi-Trilogie nichts Neues mehr erwarten – 2004 erlag er im Alter von nur 50 Jahren einem Herzinfarkt.

Somit ist die Leseempfehlung für einen der besten Thriller der letzten Jahre ein Muss.

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Ich habe gelesen: “Ohne Geld bis ans Ende der Welt” von Michael Wigge.

Der Autor reiste in 150 Tagen von Berlin an “das Ende der Welt” – die Antarktis. Das Besondere daran: er war ohne einen Pfennig in der Tasche unterwegs, baute allein auf die Hilfe und Unterstützung der Leute vor Ort. Das Vorhaben gelang letztlich, scheint mir zur Nachahmung allerdings nicht geeignet – zum Nachlesen hingegen sehr.

Insgesamt reist Wigge 35 000 Kilometer durch vier Kontinente, elf Länder, schläft bei 40 verschiedenen Leuten, fragt in 500 Geschäften nach kostenloser Nahrung und trifft über 100 hilfsbereite und mitfühlende Menschen, die sich von seiner Idee anstecken lassen und ihm helfen.

Natürlich, der Autor ist kein Unbekannter, er ist als Reporter, Moderator und Satiriker aus dem TV bekannt. Die Reise war im Ansatz gut geplant, insbesondere die zwei wichtigen Schiffspassagen (über den Atlantik und von Feuerland in die Antarktis) wurden vorweg organisiert – für Otto Normalbürger scheint mir das eher schwierig bis unmöglich (so ganz ohne Geld und Promi-Bonus).

Nichtsdestotrotz ist am Ende ein kurzweiliges, unterhaltsames Reisebuch daraus geworden – das wohl auch einmal als Fernsehreportage zu sehen sein wird – und hiermit empfohlen sei.

Apropos: auf der Netzpräsenz des Autors finden sich im Übrigen diverse Video-Schnipsel der Reise – die als solche eine willkommene Bereicherung zur Lektüre darstellen.

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Ich habe gelesen: “Kind 44″ von Tom Rob Smith. Zur Inhaltsangabe gönnen wir uns – wie zumeist – den Blick in den Klappentext:

Moskau, 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden. Nackt. Fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr …

Um es gleich zu sagen: es handelt sich hier um einen wirklich exzellenten Thriller. Der Autor führt uns in eine der dunkelsten Epochen der Geschichte – Bespitzelung, Säuberungen und Willkür bestimmen den Alltag im stalinistischen Russland der frühen 50er Jahre.
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Ich habe gelesen: “Im Durcheinanderland der Liebe” von François Lelord (die “Hector”-Romane, Sie wissen schon …).

Zur schnellen Inhaltsangabe sei es erlaubt, ausnahmsweise einmal den Klappentext zu zitieren:

Ein junger Inuit kommt als Botschafter seines Stammes nach Paris. Obwohl sich alle für ihn interessieren, fühlt Ulik jeden Abend in seinem Hotel die Einsamkeit in sich aufsteigen, denn in seinem Land ist man niemals allein. Überhaupt ist Ulik verwundert. Im Land der Eskimos sind alle Männer Jäger, die Frauen kauen die Häute weich, machen daraus warme Kleidung und ziehen die Kinder groß. Die Liebe ist ein Austausch von Geschenken unter zwei Menschen, die einander brauchen. In Paris scheint man komplett andere Vorstellungen zu haben. Marie-Alix, Florence und Adèle arbeiten sehr viel, haben Kinder oder auch nicht, und Ulik ist nicht ganz klar, was man als Mann eigentlich machen soll, wenn man sich verliebt. Aber Gefühle fühlen sich doch überall auf der Welt gleich an, oder nicht?

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Ich habe gelesen: “Eine Frage der Zeit” von Alex Capus.

Wir schreiben das Jahr 1913. Drei brave Papenburger Schiffbauer reisen von der Nordsee an den Fuß des Kilimandscharos, um ein Dampfschiff zu montieren – es gilt, die deutsche Vorherrschaft am Tanganjikasee zu erringen. Zuerst noch begeistert vom kolonialen Charme Deutsch-Ostafrikas werden sie jedoch bald vom zeitlichen Geschehen eingeholt – der Erste Weltkrieg bricht aus. Zur gleichen Zeit erhält der exzentrische, aber nichtsdestotrotz liebenswerte Oberleutnant Spicer Simson von Winston Churchill den Auftrag, zwei Kanonenboote über Land durch halb Afrika an den Tanganikasee zu schleppen, um die deutsche “Flottille” dort vernichtend zu schlagen. Es kommt zum Showdown zwischen den Kriegsparteien…

Wer nun glaubt, diese absurde Geschichte sei der blühenden Fantasie des Autors entsprungen, irrt – sie beruht auf einer tatsächlichen Begebenheit!

Alex Capus beschreibt diese auf so wunderbar sinnige und amüsante Weise, dass man beinahe geneigt scheint, die hässliche Fratze des Krieges zu vergessen. Nichtsdestotrotz wird dem Leser auf brilliante Weise die ganze, aberwitzige Sinnlosigkeit des Geschehens vorgeführt …

Keine Frage: “Eine Frage der Zeit” ist ein allerbestes Lesevergnügen.

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