Was die Lust auf eine gewiss höchst interessante Lektüre meint – die bis dato allerdings noch nicht verlegt worden ist. Die Rede ist vom “Tagebuch eines frommen Ketzers” – einer Autobiografie.
Zur Erläuterung: Janosch (eigentlich Horst Eckert) – seines Zeichens ein in deutschen Landen hinreichend bekannter Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller – hat dem “Freitag” vor nicht allzu langer Zeit ein wunderschönes und hier nachzulesendes Interview gegeben (danke für den Hinweis!). Darin spricht der überaus sympathische Eigenbrötler kluge Worte über das Malen und Schreiben, eine saumäßige, grauenhafte Kindheit, seine Freundschaft mit Gott und den ganzen Rest auch – unbedingte Leseempfehlung! Das Interesse ist geweckt und es scheint mir nun angebracht, mehr zu erfahren – Empfehlungen sind also durchaus willkommen.
Wie bekannt sind neue Bücher vom Autor leider nicht mehr zu erwarten, kündigte er doch schon vor einem knappen Jahr an, fortan nur noch “reisen und in der Hängematte liegen” zu wollen – zudem hält er sich für unbegabt. Und damit kommen wir auf die noch nicht erschienene Autobiografie zurück …
Bis heute hat sich kein Verleger gefunden, warum auch immer – die Gründe der Verweigerung bleiben unklar und bieten Raum für Spekulation. Erschienen ist bisher nur das erste Kapitel, welches 2005 ins Polnische übersetzt und nach dem Besuch des Schriftstellers in Oberschlesien in der größten polnischen Zeitung Gazeta Wyborcza veröffentlicht wurde. In diesem einen veröffentlichten Kapitel rechnet Janosch kritisch mit seiner konservativen schlesischen Familie ab (Wikipedia).
Ich würde dieses eine Buch gerne noch zu Lebzeiten des verehrten, sonderbaren Kauzes in den Händen halten.
