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Was die Lust auf eine gewiss höchst interessante Lektüre meint – die bis dato allerdings noch nicht verlegt worden ist. Die Rede ist vom “Tagebuch eines frommen Ketzers” – einer Autobiografie.

Zur Erläuterung: Janosch (eigentlich Horst Eckert) – seines Zeichens ein in deutschen Landen hinreichend bekannter Illustrator, Kinderbuchautor und Schriftsteller – hat dem “Freitag” vor nicht allzu langer Zeit ein wunderschönes und hier nachzulesendes Interview gegeben (danke für den Hinweis!). Darin spricht der überaus sympathische Eigenbrötler kluge Worte über das Malen und Schreiben, eine saumäßige, grauenhafte Kindheit, seine Freundschaft mit Gott und den ganzen Rest auch – unbedingte Leseempfehlung! Das Interesse ist geweckt und es scheint mir nun angebracht, mehr zu erfahren – Empfehlungen sind also durchaus willkommen.

Wie bekannt sind neue Bücher vom Autor leider nicht mehr zu erwarten, kündigte er doch schon vor einem knappen Jahr an, fortan nur noch “reisen und in der Hängematte liegen” zu wollen – zudem hält er sich für unbegabt. Und damit kommen wir auf die noch nicht erschienene Autobiografie zurück …

Bis heute hat sich kein Verleger gefunden, warum auch immer – die Gründe der Verweigerung bleiben unklar und bieten Raum für Spekulation. Erschienen ist bisher nur das erste Kapitel, welches 2005 ins Polnische übersetzt und nach dem Besuch des Schriftstellers in Oberschlesien in der größten polnischen Zeitung Gazeta Wyborcza veröffentlicht wurde. In diesem einen veröffentlichten Kapitel rechnet Janosch kritisch mit seiner konservativen schlesischen Familie ab (Wikipedia).

Ich würde dieses eine Buch gerne noch zu Lebzeiten des verehrten, sonderbaren Kauzes in den Händen halten.

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Neben vielem anderem hat der mensch in den letzten Wochen zwei Romane gelesen, die hiermit kurz erwähnt sein sollen.

“Die Bücherdiebin” von Markus Zusak

Die Handlung spielt in den Jahren des Zweiten Weltkriegs. Erzählt wird die Geschichte einer Jugend im Dritten Reich – die der Liesel Meminger. Das Mädchen verlor schon im Alter von neun Jahren ihre Familie und wächst bei Pflegeeltern in Molching bei München auf. Bei der Beerdigung ihres Bruders stahl sie ein erstes Buch, das „Handbuch für Totengräber“, und lernt mit diesem das Lesen und Schreiben. Sie wird weitere Bücher entwenden, und jedes einzelne ist auf seine Weise wichtig für Liesel …

Bemerkenswert ist die Figur des Todes, die hier als Ich-Erzähler auftritt und eine ausgesprochen symphatische Rolle innehat: er ist tatsächlich ein Freund. Ein Freund, der tröstet, und der Menschen mag, die Bücher lieben.

“Die Bücherdiebin” ist ein ungewöhnlich erzählter und ein ganz und gar wundervoller Roman. Von daher die unbedingte Leseempfehlung – das Buch ist ein Juwel!

“Die Unperfekten” von Tom Rachman

Ein Journalistenroman. Erzählt wird der Niedergang einer internationalen Tageszeitung mit Sitz in Rom. Die Betroffenen werden in einzelnen Episoden geschildert, dazwischen immer wieder die Retrospektive – auf die Gründerjahre, die Erfolge und später das drohende Ende. Selbiges kommt schier unausweichlich daher und ist mit zweierlei Ungemach begründet: Konjunkturprobleme (stetig sinkende Auflage, Konkurrenz durch die Nachrichtenkanäle im TV und natürlich das Internet), sowie dem fatalen Desinteresse des Erben.

Eine traurige und deprimierende Geschichte, mit der ich nichtwirklich warm geworden bin – von daher nur die bedingte Empfehlung meinerseits.

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Mit der heute erschienenen Ausgabe ist das siebente Büchlein einer lobenswerten Schriftenreihe erschienen, die sich ausführlich mit der Bau- und Kulturgeschichte der Stadt Pirna beschäftigt: die “Pirnaer Hefte”.

Herausgeber dieser in loser Folge erscheinenden Publikation (das erste Heft erschien bereits im Jahre 1997) ist das Kuratorium Altstadt, welches sich die Erhaltung, die Pflege und Wiederbelebung der Altstadt Pirnas zur Aufgabe gemacht hat.

Die Themen der jetzt vorliegenden Ausgabe kreisen in ihrer Mehrzahl um Pirnas Lage am Fluß. Ihm verdankt die Stadt Wohlstand, er brachte aber auch Ungemach.

So lesen wir – neben anderem – vom “Schiffziehen auf der Oberelbe im 19. Jahrhundert” oder auch die Geschichte des Pirnaers Friedrich Gottlob Köhler, der zum Ende des 18. Jahrhunderts das Eismeer und Grönland bereiste und dazu einen Reisebericht schrieb.

Höchst gefällige Lektüre also, welche die kommenden, dienstfreien Tage auf ihre Art bereichern wird.

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Ich habe gelesen: “Alles umsonst” von Walter Kempowski.

Mein “erster Kempowski” – wenn man so will, und auf eine Empfehlung, die nun schon einige Monde zurück liegt – Dank dafür.

Zur schnellen Inhaltsangabe sei es erlaubt, den Klappentext zu zitieren:

Der sechste Kriegswinter ist kalt auf Gut Georgenhof weit in Ostpreußen. Die Front wird nach Westen zurückgedrängt, die Rote Armee schiebt einen gewaltigen Treck Fliehender vor sich her. Doch Katharina von Globig, die schöne Herrin auf dem Georgenhof, lässt die Realität nicht an sich heran. Sie zieht sich in ihr Refugium aus Büchern, Musik und Nichtstun zurück. Das Alltagsgeschäft überlässt sie dem “Tantchen”, einer energischen Verwandten, und den Ostarbeitern Wladimir, Vera und Sonja. Um den zwölfjährigen Sohn Peter kümmert sich Studienrat Dr. Wagner, der die Stunden mit dem ernsthaften Jungen genauso schätzt wie die dicken Wurstbrote und die verträumte Mutter. Dass etwas in der Luft liegt, ist für alle Hausbewohner spürbar. Panzerkolonnen fahren vorüber, ab und zu fällt der Strom aus, Fremde bitten auf dem Weg nach Westen um Einlass, um sich kurz zu wärmen, und erzählen Erschreckendes. Doch die Bewohner des Georgenhofs verschließen noch immer die Augen vor der heraufziehenden Katastrophe.Aber dann bittet der Pastor Katharina, einen Verfolgten für eine Nacht bei sich zu verstecken. Katharina willigt ein. Kurze Zeit später wird der Mann aufgegriffen. Katharina wird verhaftet. Nun ist die trügerische Idylle dahin. Das »Tantchen« übernimmt das Kommando. Mit Sack und Pack macht sich die restliche Familie auf den Weg. Doch die große Flucht Richtung Westen wird zu einem Albtraum, der alles verschlingt. Nur Peter überlebt und wird Zeuge des großen Sterbens.

Walter Kempowski erweist sich als ein ausgezeichneter Chronist der letzten Kriegsjahre – sehr detailliert, ganz und gar unsentimental und ohne eine Schuldzuweisung schildert er den Untergang des ostpreußischen Bildungsbürgertums.

Ich mag den lakonischen Tonfall des Buches, jeglicher falscher Pathos bleibt darin außen vor. Die Naivität der Protagonisten, ihre Gutgläubigkeit und Realitätsferne bestimmen die Handlung. Der Autor erzählt diese in kurzen, treffenden Sätzen – schnörkellos und brutal in ihrer ganzen, traurigen Sachlichkeit.

Wer sich mit dem Thema beschäftigen mag – unbedingt lesen!

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In der vergangenen Woche war der Kongo mal wieder gut für eine Schlagzeile: Uno räumt Versagen der Blauhelmsoldaten im Kongo ein (SpOn) – ihr erinnert euch gewiss.

Diese schlechte Nachricht bestätigte leider – im Nachhinein – meine aktuelle Lektüre, steht sie doch beispielhaft für den weiteren, scheinbar unaufhaltsamen Niedergang der Demokratischen Republik Kongo. “Blood River: Ins dunkle Herz des Kongo” (amazon Partnerlink) von Tim Butcher ist ein Reisebuch, dass auf seine Art bemerkenswert und somit die Empfehlung wert ist.
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