Florence Hervé, ihres Zeichens Journalistin, Zeithistorikerin und Frauenrechtlerin, lehnte unlängst die Annahme des Bundesverdienstkreuzes am Bande ab. Hut ab dafür! In ihrer Begründung heisst es unter anderem:

Eine unzureichende Aufarbeitung der Nazivergangenheit, eine nicht konsequente Bekämpfung des offenen und latenten Neonazismus und Rassismus und eine unzureichende Anerkennung des antifaschistischen Widerstands – über den 20. Juli 1944 und die Weiße Rose hinaus – kennzeichnen leider weiterhin die Politik und das Geschichtsverständnis der Bundesrepublik. Würde ich die Auszeichnung annehmen, befände ich mich zudem in einer Reihe mit solchen früheren Preisträgern, die Nazis bzw. Nazitäter waren. Soweit mir bekannt ist, wurde bis auf eine Ausnahme keinem von ihnen nachträglich das Verdienstkreuz aberkannt. Das wäre im übrigen ein leicht machbares Unterfangen, das zudem der Geschichtsaufarbeitung diente.

Zudem kritisiert sie die jüngsten Forderungen des Bundespräsidenten nach einem verstärkten, weltweitem militärischen Engagement. Hut ab dafür! Und hier der Verweis auf die Erklärung im Wortlaut.

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