Ding Ding Dang Dang – Ton Steine Scherben im Jahr 2014

Irgendwie und unbestritten ist es schon eine kleine Sensation, wenn TON STEINE SCHERBEN das erste Mal seit 1985 in der noch verbliebenen Originalbesetzung auf Tour gehen. Wir wissen natürlich um die nachfolgenden Projekte wie die SCHERBEN FAMILY, NEUES GLAS AUS ALTEN SCHERBEN und haben sie alle auch schon hier und da auf der Bühne gesehen, doch den harten Kern unter dem Originalnamen spielen zu sehen – das ist schon etwas Besonderes.

Am vergangenen Donnerstag war das soweit – TON STEINE SCHERBEN spielten in Dresden das letzte Konzert der DING DING DANG DANG – TOUR. Und um das Fazit vorwegzunehmen: wenn gleich nicht himmelhoch jauchzend – meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Der umsichtige mensch hat sich natürlich zuvor informiert, wer konkret noch dabei und wer neu dabei ist. Um die Veteranen zu benennen: neben dem Scherben-Komponisten und Gitarristen R.P.S. Lanrue waren Kai Sichtermann – als der Scherben-Bassist der ersten Stunde – und Drummer Funky K. Goetzner dabei. Dazu kamen R.P.S. Lanrues Tochter Ella Josephine Ebsen und Nico Rovera – die sich weitestgehend den Gesangspart teilten. Weiterhin dabei: Maxime Praeker (drum), Elfie-Esther Steitz (voc., perc.), Ayana Neander (voc., perc.) und Lukas McNally (keyb.). Es standen also viele neue, junge Leute auf der Bühne (siehe Foto) – was für die Scherben nicht ungewöhnlich ist – das war halt schon immer so. Trotzdem gilt es zu bemerken, das der Umstand der vielen neuen Gesichter das Dresdner Publikum zunächst zu irritieren schien. Es dauerte daher schon ein kleines Weilchen, bis der Bann brach und sich eine locker gelöste Partystimmung einstellte. Natürlich wurden dann all die Klassiker gespielt und das auch auf die gewohnte, herzallerliebste Weise – die vergangenen Tourwochen waren den Musikant_innen dabei kaum anzumerken …

Letztlich wurden es zwei wunderbare Stunden, der ordentlich gefüllte Saal entließ die SCHERBEN erst nach der vierten Zugabe (mit Rücksicht auf das hohe Alter mancher Herren). Der Sound war durchaus annehmbar, allein der Gesang war nur schlecht zu verstehen – was vielleicht auch der Halle geschuldet sein mag. Ich mag den Alten Schlachthof zu Dresden als Location ohnehin nicht so sehr – sein Karma lässt zu wünschen übrig. Aber was nimmt mensch nicht alles in Kauf, um die alten Helden seiner Jugend ihre Lieder einmal live spielen zu hören und zu sehen …

PS: warum Marius del Mestre nicht mit ins Boot geholt wurde ist und bleibt mir ein unlösbares Rätsel.

Lesetipp: Zauberland ist abgebrannt.

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