Charles Bukowski: Faktotum

Ich habe gelesen: „Faktotum“ von Henry Charles Bukowski.

Die Bäume entlang der Straße sahen alle gleich aus: klein, verkrüppelt, halb erfroren, ohne Blätter. Ich mochte sie. Ich ging meinen Weg unter dem kalten Mond.

Das Amerika der 40er Jahre. Hank Chinaski, seines Zeichens erfolgloser Kurzgeschichten-Autor, tingelt durch die Staaten und hangelt sich von einem miesen Job zum nächsten. Ein billiges Zimmer, Alkohol nicht zu knapp und gelegentlich eine Frau sind alles, was er will. Exzessive Trinkgelage, Pferdewetten, eine gelegentliche Schlägerei. Er lebt für den Augenblick, und tut nie mehr als das, was zum Überleben notwendig ist. Jedweder Ehrgeiz ist ihm fremd. Meist verliert er seine Anstellung schon nach wenigen Tagen … Ein wenig Hoffnung kommt auf, als eine seiner Short-Stories veröffentlicht wird.

Bukowski erzählt hart und direkt, nichts wird beschönigt, kein noch so schmuddeliges Detail wird ausgespart. Exzellente, trockene Dialoge und ein Hauch von Melancholie dazu. Am schönsten ist wohl die Pferdewetten-Geschichte: Chinaski und sein Kollege müssen, um auf die letzte Wette des Tages zu setzen, selbst ein Rennen bestreiten – vom Arbeitsplatz zur Rennbahn. Vor dem Feierabend natürlich. Eine Glückssträhne, für eine kurze Zeit.

Faktotum ist im Fazit nicht der beste, aber ein lesenswerter Bukowski allemal. Wer noch nichts vom Autor gelesen hat, sollte vielleicht mit dieser kurzweiligen Novelle beginnen.

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