Peer Steinbrück, seines Zeichens SPD-Kanzlerkandidat, ist mir nicht unbedingt sehr symphatisch – weder als Politiker noch als Mensch. Mit seinen kernigen Aussagen zum Wahlausgang in Italien gehe ich jedoch konform. „Bis zu einem gewissen Grad bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben“ kommentierte der passionierte Hobby-Schachspieler, und benannte den betagten Operetten-Baron als einen „Clown mit einem besonderen Testosteronschub“ (SpOn).

Ich finde diese Aussage durchaus noch freundlich formuliert und kann die Aufregung darob nicht nachvollziehen – der Mann hat schließlich Recht.

6 Kommentare

  1. derbaum 27. Februar 2013 um 18:32

    geht mir genauso – die retourkutsche musste er jetzt ja schon verkraften! ;-)

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    1. rappel 27. Februar 2013 um 19:20

      Es gibt aber auch viel Zustimmung. Gerade kam ein wunderbarer, Merkel feindlicher Pro-Steinbrück Kommentar im Deutschlandfunk :)

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  2. stefanolix 28. Februar 2013 um 07:04

    Qualifizieren ihn solche Äußerungen für die Position des Bundeskanzlers?

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    1. rappel 28. Februar 2013 um 08:32

      Das kommt wohl ganz auf den Anspruch an, den man an jene Personen legt, die solch ein Amt antreten. Wenn Ehrlichkeit dabei kein Maßstab ist, darf die moralische Integrität derselben und derjenigen, die sie wählen, wohl durchaus in Frage gestellt werden.

      Zudem sollte man Steinbrücks Kommentar auch im richtigen Kontext sehen – es ist Wahlkampf und die Veranstaltung war eine Wahlkampfveranstaltung. Die Sätze waren an die deutschen Wähler_innen adressiert und nicht als Lehrstunde in heuchlerischer Diplomatie gedacht. Und ich glaube schon, dass er dieses Mal punkten konnte …

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      1. stefanolix 2. März 2013 um 09:09

        Schau mal in die »Sächsische Zeitung« von heute. Es lohnt sich wegen einer Seite im Politikteil, auf der Kulturredakteur Jens-Uwe Sommerschuh einen ungewöhnlich durchdachten Artikel zu diesem Thema geschrieben hat. Wegen #LSR kein Link und kein Zitat. Aber nach der Lektüre denkt man anders über das Zitat mit den »Clowns«.

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        1. rappel 2. März 2013 um 18:24

          Eine gute Wahl-Analyse – danke für den Hinweis. Wir dürfen also gespannt sein, wie die Italiener das Problem letztlich lösen wollen …

          Trotzdem halte ich den Trubel um die „Clowns“ für überbewertet, und gebe Steinbrück im Grunde doch Recht. Konstruktives ist von Grillo bis heute nichts zu vernehmen, und die Wiederwahl eines Berlusconi ist – IMU hin oder her – einfach nicht verzeihbar.

          Und noch einmal zu Steinbrück: der Mann müht sich verzweifelt, im Wahlkampf Profil zu zeigen, und agiert darin mehr als unglücklich und als Elefant im Porzellanladen. Doch dieses eine Mal hat er mich damit trefflich amüsiert.

          Nachtrag: dieser Beitrag unterstreicht meine Meinung zum Geschehen eigentlich ganz gut.

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