Besuch beim Barbier

In der KTV zu Rostock ist schon vor einigen Monaten ein kleiner Barbier-Salon eröffnet worden. Der Inhaber Hüssein Allahada Fonad stammt aus dem Irak und hat sein Handwerk von der Pike auf in Bagdad erlernt.

Der Laden findet sich hier gleich um die Ecke, ich habe ihn zufällig entdeckt, dazu im Netz gestöbert und auch Auskunft gefunden, da zur Eröffnung umfassend berichtet wurde. Das Besondere: Hüssein Allahada Fonad bringt hier vor Ort traditionelle, arabische Methoden – wie etwa das Flammen der Ohren oder auch das Entfernen störender Gesichtshaare mittels einer Schlinge aus feinstem Garn – zur Anwendung.

Mit Blick auf meine Löwenmähne war die Sache dann klar: ich habe mir die komplette Runderneuerung des Kopfes gegönnt, sprich den Haarschnitt, die rattenscharfe Rasur des Fünftagebartes (mit dem Messer natürlich), das schon erwähnte Flammen und die Garnschlingen auch. Dazu kam noch die Entfernung lästiger Nasenhaare mit heißem Wachs, eben genau so, wie es im Orient schon seit Jahrhunderten angewandt wird.

20 Euro werden fällig für den kompletten Spass, was mir durchaus angemessen erscheint. Das Handwerk geht dem Meister flink von der Hand, am Ergebnis gibt es nichts zu mosern und der Mensch ist um eine besondere Erfahrung reicher …

Zukünftig werde ich wohl alle sechs Wochen eine Dienstreise an die Ostsee beantragen müssen.


Symbolbild: Neromare Design

4 Kommentare
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Kommentare

  • tigion

    22. August 2012 um 09:58 Uhr
    Antwort

    Da fehlt das Vorherbild und das Flammen der Ohren klingt irgendwie recht gefährlich. :)

    • rappel
      zu tigion

      22. August 2012 um 12:24 Uhr
      Antwort

      Das Vorherbild habe ich absichtlich weggelassen. Denk einfach an den Riesen von "Spuk unterm Riesenrad" - das passt dann etwa. :) Zum Flammen: ein Wattebausch wird um die Schere gewunden, in Öl getränkt und entzündet. Eine extrem gefährliche Sache, die den ganzen Mann erfordert. Und zur Sicherheit steht auch stets ein Kollege mit Feuerlöscher bereit ... :)

  • Jürgen

    22. August 2012 um 15:32 Uhr
    Antwort

    Da fühlst du dich sicher 3 KG leichter. :-)

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RAPPELSNUT ist ein reich bebildertes Tagebuch im Netz. Der Autor lebt in Pirna, einer kleinen alten Stadt an der Elbe und schreibt hier über dieses und jenes, was den Alltag versüßt oder über den Tag hinaus erwähnenswert scheint. Wer mitliest, ist willkommen und eingeladen, die Dinge freundlich zu diskutieren.

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