Monthly Archives: Januar 2012

Die Kastanienallee in Lohmen

Man kann von Lohmen (knappe zehn Kilometer von Pirna) gut nach Dorf Wehlen hinüberlaufen, es sind vielleicht drei Kilometer. Hin und zurück brauchte ich gestern etwa 75 Minuten, immer die Landstraße entlang, zwischen gefrorenen Äckern und Wiesen und mit forschem Schritt.

Einmal mehr war also der Weg das Ziel, denn aus Lohmen führt eine bemerkenswerte Allee hinaus – die Kastanienallee. Diese gilt als Naturdenkmal: die noch vorhandenen, mehr als 100 alten Bäume sind wohl um die 200 Jahre alt. Dazu kommen weitere, gute 100 Rosskastanien, die in den vergangenen 60 Jahren angepflanzt wurden.

Die Allee erfuhr anno 1994 eine erste Sanierung und wird fürderhin betreut. Ziel ist es, die Allee wieder als geschlossenes Ganzes zur Entfaltung zu bringen (alle Infos finden sich hier).

Meine Aufmerksamkeit galt natürlich und vor allem den knorrigen Bäumen, aber nicht nur …

Leider ließ mich das Licht zunehmend im Stich – um die Bilder nun also nicht zu fade erscheinen zu lassen habe ich mich für diese, etwas ungewohnte Entwicklung entschieden, welche ihr gerne kritisieren oder loben dürft – ich bin ganz Ohr.

Auch hier gilt wieder: klickt auf ein Bild, um euch die Galerie in höherer Auflösung anzuschauen.

Ziemlich beste Freunde

Dirk und viele andere haben den Film nachhaltig empfohlen – trotzdem vielerlei Klischees bedient werden … Dabei dürfen wir jedoch nicht vergessen zu sagen, dass die Story tatsächlich auf einer wahren Begebenheit beruht, die bereits im Jahr 2001 von Philippe Pozzo di Borgo im Buch “Le Second Souffle” veröffentlicht wurde (Wikipedia).

Gestern Abend tat sich ein unverhofftes Zeitfenster aus und also haben wir die Gelegenheit genutzt. Zur Inhaltsangabe sei es erlaubt, die Filmwebsite zu zitieren:

Philippe (FRANÇOIS CLUZET) führt das perfekte Leben. Er ist reich, adlig, gebildet und hat eine Heerschar von Hausangestellten – aber ohne Hilfe geht nichts! Philippe ist vom Hals an abwärts gelähmt. Eines Tages taucht Driss (OMAR SY), ein junger Mann, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, in Philippes geordnetem Leben auf. Driss will eigentlich nur einen Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung und auf den ersten Blick eignet sich das charmante Großmaul aus der Vorstadt auch überhaupt nicht für den Job als Pfleger. Doch seine unbekümmerte, freche Art macht Philippe neugierig. Spontan engagiert er Driss und gibt ihm zwei Wochen Zeit, sich zu bewähren. Aber passen Mozart und Earth, Wind & Fire, Poesie und derbe Sprüche, feiner Zwirn und Kapuzenshirts wirklich zusammen? Und warum benutzt Philippe eigentlich nie den großartigen Maserati, der abgedeckt auf dem Innenhof steht? Es ist der Beginn einer verrückten und wunderbaren Freundschaft, die Philippe und Driss für immer verändern wird…

Soviel sei gesagt: wir haben uns königlich amüsiert. Die beiden Hauptdarsteller gewinnen im Handumdrehen die Sympathie des Publikums, die Dialoge sind humor- oder gefühlvoll – aber fast immer pfiffig und auf den Punkt inszeniert. Nur manchmal schien mir die Rolle des von Omar Sy gespielten Driss dann doch arg überzogen, so viel von einem “Vorstadt-Clown” in einer Figur ist dann wohl doch etwas zu viel des Guten …

Sei’s drum, der Film bietet im Ganzen wunderbare Unterhaltung, und wer ihn bisher noch nicht gesehen hat darf sich ruhigen Gewissens auf den fälligen Kinobesuch freuen.

doors

The Doors: L.A. Woman

Doors-Fans aufgepasst: kürzlich erschien mit “L.A. Woman (40th Anniversary) [Remastered]” eine Neuauflage des legendären Albums von 1971. Wir erinnern uns: die Platte erschien im April – kurz vor dem frühen und mysteriösen Tod von Jim Morrison im Juli 1971. Die Songs spielte die Band vom November 1970 bis zum Januar 1971 ein. Und ja, es gilt zu Recht als das bluesigste Album der Doors …

Quasi zum 40. Jahrestag der Erstveröffentlichung erschien nun im Januar diesen Jahres die Neuauflage von L.A.Woman (remastered). Zum Original-Album enthält diese ein zusätzliches mit bis dato unveröffentlichten Takes, die allesamt herzallerliebst anzuhören sind.

Zudem findet sich darauf – als besonderes Schmankerl und Sensation – der bisher unbekannte und somit erstmals veröffentlichte Song “She Smells So Nice” – der beim Durchhören der alten Bänder wiedergefunden wurde. Die Anschaffung lohnt also definitiv, ich bin komplett begeistert.

Zu haben ist das Album etwa im iTunesStore für 12,99 €.

Elbe-Hochwasser zieht sich zurück

Für’s Protokoll: in den vergangenen Tagen war der Fluss gut gefüllt, am Montagmorgen wurde für die Sächsische Schweiz Alarmstufe eins ausgegeben. Besorgniserregend war dieses kurze Winterhochwasser jedoch nicht, die elbnahen Straßen und Plätze mussten gesperrt werden wie ehedem und auch der Radweg zwischen Pirna und Obervogelgesang wurde kurzzeitig nicht befahrbar.

Derweil zieht sich der Fluss in sein Bett zurück, und hinterlässt dabei die üblichen Mitbringsel (sprich: Unrat) auf den Elbwiesen.

Ansonsten nichts Neues im Osten. Und ihr so?

(Klick auf das Bild für eine große Darstellung)

Wie das Internet funktioniert

Eine Broschüre für jede/n Angeordnete/n!

Die Digitale Gesellschaft möchte mit der Herausgabe der 24seitigen Broschüre “Wie das Internet funktioniert” den PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen dieser Republik einen umfassenden, thematischen Überblick geben. Das tut auch not, denn gemessen an den Äußerungen von Herrn Friedrich und Kollegen kommen nicht nur mir arge Zweifel an der eigentlich notwenigen Kernkompetenz.

Unsere Broschüre soll EntscheidungsträgerInnen und Interessierten einen Überblick über das Internet und Internettechnologien geben. Sie erklärt einige Schlüsseltechnologien des Internets in verständlicher Sprache. Wir hoffen, dass sie im Dschungel des Computerjargons eine wertvolle Hilfe sein wird.

Bleibt zu hoffen, dass die Broschüre von den Adressaten auch tatsächlich gelesen und verstanden wird – wir wollen doch optimistisch bleiben. Und dass die Lektüre derselben sowieso und überhaupt Jedermann/Frau angeraten sei versteht sich doch von selbst …

R.I.P. macnews.de

Ich habe die Seite heute morgen endgültig aus meiner Lesezeichenleiste gelöscht – nach mehr als einem Jahrzehnt und ja, ein wenig schmerzt das schon …

Wenn man es genau betrachtet, war der Niedergang ja schon seit dem vorherigen Relaunch absehbar. Was sich jedoch unter der einst geschätzten Url seit Mitte Januar präsentiert, spottet wahrhaft jeder Beschreibung: ein grauenvolles PC-Portal, Werbeblöcke en-mas und eine derart verwurstete Gestaltung, dass sich einem die Fußnägel kräuseln. Hallo? Unter dieser Adresse möchte ich Apple-News lesen, Mac-like präsentiert, und nicht solch ein stümperhaftes Android- & Win-Gewurstel, dass einem die Galle überschäumt!

Von daher stimme ich nur zu gerne ein in den Chor, der da lauthals verlangt: stampft euren Müll ein, gebt uns die alten (roten!) Seiten wieder und verschwindet auf Nimmer-Wiedersehen in der Nische, aus der ihr unaufgefordert hervorgekommen seid!

PS: Alternativen sind gefragt. Wenn ihr Vorschläge habt – nur her damit: ich bin bereit für Neues.

Necla Kelek: Bittersüsse Heimat

Ich habe gelesen: “Bittersüße Heimat” von Necla Kelek.

Die Autorin – ihres Zeichens eine bekannte, deutschtürkische Sozialwissenschaftlerin und Publizistin – schildert ihre Eindrücke und Gedanken anlässlich einer Rundreise in ihrer ursprünglichen Heimat. Die Momentaufnahmen sind gepaart mit kenntnisreichen (und für mich sehr aufschlussreichen) Hintergrundinformationen zur Geschichte des türkischen Staates.

Ausführlich werden etwa der Genozid an den Armeniern sowie die Rolle der Frauen in der türkischen Gesellschaft behandelt, und explizit “seziert” Necla Kelek das religiös-politische System des Landes: vom Staatsgründer Atatürk bis zum jetzigen Premier Erdoğan wird ausführlich auf die komplizierte politische Entwicklung und deren Auswirkungen im Inneren (und auf die Ausrichtung nach Europa) eingegangen. Dazu kommen immer wieder Kindheitserinnerungen, der Blick auf die uralte Kultur und liebenswerte Menschen in der Familie.

Ein enorm kritisches, und gerade darum absolut lesenswertes Reisebuch, dessen Lektüre hiermit allen LeserInnen – welche an Hintergründen und Zusammenhängen interessiert sind – empfohlen sei.

Weisse Baumnymphe

Das Bild zum Sonntag: so gesehen und fotografiert im “Mariposario del Drago” in Icod de Los Vinos, Teneriffa. Die Art ist eigentlich in Südostasien beheimatet, jedoch in vielen Schmetterlingshäusern zu finden.

OT und außerdem neu: Responsive Design und jede Menge Whitespace – hereinschauen lohnt also.

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