CCC enttarnt Bundestrojaner
FAZ und DIE ZEIT berichten heute ausführlich über die gelungene Enttarnung des sogenannten Bunestrojaners durch den Chaos Computer Club. Danach kann die staatliche Spionagesoftware nicht nur Daten vom heimischen Rechner auslesen und weiterleiten, sondern beinhaltet auch …
… eine Fernsteuerungsfunktion zum Nachladen und Ausführen beliebiger weiterer Schadsoftware. Aufgrund von groben Design- und Implementierungsfehlern entstehen außerdem eklatante Sicherheitslücken in den infiltrierten Rechnern, die auch Dritte ausnutzen können.
Damit verstoßen die staatlichen Sicherheitsbehörden eindeutig gegen die im Jahre 2008 vom Verfassungsgericht gesetzten Beschränkungen, welche zur Wahrung des in der Verfassung garantierten allgemeinen Persönlichkeitsrechtes erlassen wurden (Info).
Eine überaus peinliche Geschichte, wenn nicht gar das Watergate der deutschen Medienpolitk. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger zeigt sich zu Recht empört. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Verantwortlichen von Bundeskriminalamt und Innenministerium aus dem Schlamassel herauswinden werden.
Weiterführende Verweise: Chaos Computer Club analysiert Staatstrojaner (CCC), Analyse des Bundestrojaners durch den CCC als PDF.
Nachtrag: auch auf die keinesfalls irrelevante Frage nach den Systemvorraussetzungen für die Spionagesoftware gibt es inzwischen eine beruhigende Ausführung.

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