Einmal mehr machte die Region in den vergangenen Tagen negative Schlagzeilen. Das soll hier nicht unerwähnt bleiben – …

Pirna: Lehrer bespitzeln Schüler?

Einmal mehr machte die Region in den vergangenen Tagen negative Schlagzeilen. Das soll hier nicht unerwähnt bleiben – mit Blick auf die bedenkliche Vorreiterrolle dieses Bundeslandes, wenn es um den vorauseilenden Gehorsam bei der fortwährenden Einschränkung von Bürgerrechten und insbesondere die Missachtung des Datenschutzes geht. Bestes Beispiel hierfür ist die sogenannte Dresdner Handy-Affäre – wir erinnern uns.

Im aktuellen Fall seien einige Lehrer der Pirnaer Pestalozzi-Mittelschule als mutmaßliche (hinzugefügt am 07.09.2011 – Danke Stefanolix!) Täter benannt, die – mit dem Wissen der Schulleitung – unter dem Vorwand der Bekämpfung von Internet-Mobbing sich unter Pseudonymen in den Sozialen Netzwerken (Fatzebuch, Schüler-VZ und Dampfer.net) anmelden und dort ihre Schüler ausspähen.

Andreas Schneider, seines Zeichens Pressesprecher des Sächsischen Datenschutzbeauftragten und gleichzeitig zuständig für Schulen, schlägt nun mit Recht Alarm:

„Ich sehe darin ein Problem, weil es einer öffentlichen Stelle wie der Schule nicht gestattet ist, unter Pseudonym dem außerschulischen Verhalten der Schüler nachzugehen“, sagt Schneider. Es sei weder moralisch noch mit dem Datenschutzgesetz vereinbar. „Über jede Datenerhebung muss die betroffene Person informiert sein“, erklärt Schneider. Der Fall grenze an Bespitzelung. Nicht nur der Datenschutz werde missachtet. Auch Persönlichkeitsrechte und Meinungsfreiheit seien verletzt. „Ich rate den Schülern, sich an die Schulleitung zu wenden, wenn sie das Gefühl haben, ihnen wird nachspioniert“, empfiehlt Schneider.

Pressereferentin Katrin Reis von der Sächsischen Bildungsagentur argumentiert dagegen mit der weltweiten, freien Zugänglichkeit zu Internetprofilen.

Mich persönlich packt bei einem derartigen Verständniss von Anstand und Moral das kalte Grausen. Zumal dieses ganz und gar verwerfliche Tun von jenen Menschen propagiert und umgesetzt wird, die im Auftrag der Gesellschaft unseren Kindern eine vorurteilsfreie, von demokratischen Grundwerten geprägte Sicht auf die Dinge vermitteln sollen.

Die traurige Meldung ist im Ganzen auch für Nicht-Abonnenten in der SäZ-online vom 3. September 2011 nachzulesen.

Nachtrag am Freitag, dem 9. September:

Hinweis: wie in meinen Kommentaren zu diesem Beitrag erwähnt ist habe ich am Text zwei Änderungen vorgenommen, um damit auf die aktuelle Entwicklung des Geschehens zu reagieren. Diese betrifft zum Einen das Setzen eines Fragezeichens zum Ende der Überschrift und zum zweiten die Korrektur zu “mutmaßliche Täter”. Im Sinne der Fairness scheint mir dies den Betroffenen gegenüber angemessen.

Ich habe es explizit versäumt, diese Korrekturen im Text nachweislich kenntlich zu machen – dafür möchte ich mich hiermit entschuldigen.

26 comments on “Pirna: Lehrer bespitzeln Schüler?

  1. Frank

    Hier mal die dazugehörige Diskussion von Facebook zu diesem Thema (Namen habe ich durch Signaturen ersetzt, Rechtschreibung ist original):

    B.U. Ich finde diese Maßnahme ziemlich übertrieben! Mal abgesehen von der Verletzung der Persönlichkeitsrechte, stellt sich mir die Frage: Wie würden sich denn die Lehrer fühlen, wenn die Eltern ihnen “hinterher schnüffeln”?! Solang die benutzten Plattform aufmerksam sind und unangebrachte Äußerungen entsprechend schnell entfernen, ist es völlig unnötig auf derartige Mittel zurückzugreifen …

    E.S.Die Aktion der Lehrer finde ich nicht gut…..sie sollten Vorbild sein und sich nicht unter falschen Namen in Sozialnetzwerken anmelden….das trägt nicht gerade zu einem guten Lehrer-Schüler-Verhältnis bei.
    Auf der anderen Seite sollte sich jeder in Facebook und Co gut überlegen, ob man Freundschaftsanfragen von Leuten annimmt, die man im wahren Leben überhaupt nicht kennt.

    H.K. Wenn ich mich in einen öffentlichen Raum begebe und dort Meinungen äußere, muß ich halt damit rechnen, dass dies von Jedem gelesen werden kann.
    Im realen Leben könnte ich analog ja auch keine Flugblätter – auf denen ich beispielsweise üner meinen Arbeitgeber herziehe – an Wände kleben und mich hinterher aufregen, wenn ich gefeuert werde. Nichts anderes ist das im Netz. Wer dort Privatsphäre will, muß sich auf geschlossene Benutzergruppen beschränken und nicht jede Freundschaftsanfrage mit JA beantworten.
    Genau das ist m.E. das Problem und da ist Aufklärung wichtig. Solange man jeden Troll auf seine Freundesliste nimmt, hat man eh keine kontrollierbare Privatsphäre im Netz.

    Das sollte man kommunizieren und nicht marktschreierisch von Bespitzelung reden. Das wäre es nämlich erst, wenn technische Barieren umgangen werden, um Inhalte zu lesen, die man sonst nicht lesen könnte. Aber gut, dann hätte man ja auch keine Schlagzeile…

    B.U. ‎@H.K. die Aussage finde ich ziemlich oberflächlich …

    J.C. ‎”Die Dosis macht das Gift”. Der Zweck ist gut, aber bitte maßvoll. Im Übrigen braucht eine Zeitung ja auch Inhalt. Also bewerte ich dieses Thema -vor allem im “Presse-Sommerloch”- nicht über. Ps: Liebe Datenschützer, bitte mit dem Maß des Jahres 2011 messen!

    S.H. Ob die Kinder darauf achten wie sie mit ihren Daten umgehen sei erstmal dahingestellt, denn das ist – genauso wie die Kontrolle was die Kinder in ihrer Freizeit tun oder schreiben – sache der Eltern, die Lehrer haben da nix zu suchen.

    C.S. Ich finde die Kids sollten sich nicht so lange am Rechner befinden, um mit Ihren Freunden über Chat und der gleichen reden. Sie sollten Raum zur freien Entfaltung erhalten, doch Erwachsene meinen, draußen ist kein guter Ort für Kinder und Jugendliche, deswegen werden sie, in der Regel, bei etwas Lärm, des Platzes verwiesen. Wiederum bleibt Ihnen dann doch bloß das Netz und hier nun werden sie wieder bespitzelt. Also bitte, wo sollen sie denn zu finden sein unsere Kids? Im Netz, vor der Glotze oder lieber draußen beim Toben? Entscheidet bitte selbst, was Ihr für angemessen haltet um zu einem Gesunden Personal Deutschlands heranzuwachsen.

    C.S. Ps.: ich mag den Personalausweis, da weiss man, was man von diesem Staat zu erwarten hat! ;)

    T.W. ‎@ B.U.du kannst das ja gerne oberflächlich finden, recht hat der H.K. trotzdem!
    Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können…wenn man sich einfach nur schlau anstellt, geschlossene Gruppe für vertraute Personen, ab und zu auch vor dem schreiben mal überlegt was man da von sich lässt un welche Konsequenzen das haben kann, dann ist man auf der sicheren Seite….denn die Lehrer hacken ja nicht die Profile oder Rechner, sondern nutzen nur das was ihnen von den Schülern frei zugänlichgemacht wird

    S.K.‎@T.W. klar ist jeder für seine Beiträge verantwortlich. Sich aber seites der Lehrer über ein Pseudonym einzulogen ist unterste Schublade. Wie soll da eine Vertrauensbasis bestehen wenn Lehrer zu solch unsauberen Mitteln greifen?

    T.G. Ich finde toll wenn sich endlich auch mal Lehrer mit solchen Dingen beschäftigen und wenigstens etwas IT Erfahrung bieten können. Was die draus machen ist eine Frage der Persönlichkeit.

    H.K. ‎@Benjamin: oberflächlich? Erklär mal wieso. Wenn andere unter Pseudonym (oder Nickname) das lesen, was ich öffentlich ins Netz stelle, hat das weder was mit Datenschutz, noch mit Persönlichkeitsrechten bzw. deren Verletzung zu tun.

    Würden die Kids nicht so lax mit dem “adden” umgehen, gäbe es diese Meldung nicht. Aber das habe ich weiter oben schon geschrieben.
    Folglich liegt es wohl eher daran, dass Eltern in der Regel nicht wissen, was die Kids im Netz treiben, geschweige denn aufklärend oder regulierend einzugreifen. Insofern finde ich es ganz in Ordnung, wenn da mal jemand “drüberschaut”. Und wenn dann das Bewusstsein bei den Kids für die Eigenverantwortung über seine Daten im Netz geweckt wird, ist das ein positiver Effekt.
    Ich selber bin bei meinen Kids auch in der Freundesliste und werfe so ab und an einen Blick au

    H.K. ‎…eine Blick auf deren Online-Aktivität. Nur viele Erziehungsberechtigte sind mit Facebook & Co schlichtweg überfordert.
    Samstag um 23:47 • Gefällt mir

    H.K. ‎@ T.W.: Danke. :)

    • Rappel

      Danke für den Hinweis. Gut zu wissen, dass ich mit meiner ablehnenden Meinung zum Geschehen nicht alleine im Raum stehe.

  2. Jörg Kuleßa

    Das Gefühl des “kalten Grausens” überkam auch die Lehrer der Pestalozzischule und mich als Person. Allerdings erfüllt mich ein ähnliches Gefühl, wenn ich hier davon ausgehen muss, dass der Betreiber dieser Seiten den Behauptungen im genannten Artikel Glauben schenkt ohne die darin genannten Fakten zu hinterfragen und mit den darin genannten Personen zu sprechen.
    Ich jedenfalls habe reagiert und alle die genannten Personen über das tatsächliche Zustandekommen dieser Meldung informiert, eine Gegendarstellung gefordert und erwäge eine Strafanzeige. Der Autor des genannten Artikel verstößt gegen Artikel 5 (2) GG und der Inhalt erfüllt den Straftatbestand §§ 185 ff StGB.
    Wenn hier nähere Informationen darüber gewünscht werden, bin ich sehr gern bereit darüber ins Gespräch zu kommen.

    • Rappel

      Den Wahrheitsgehalt des Artikels in Zweifel zu stellen steht mir nicht zu, da ich die Umstände des Zustandekommens dieser Geschichte nicht kenne. Ich habe allerdings keinen Grund, an den zitierten Aussagen des Herrn Schneider zu zweifeln, zumindest bis dato nicht, da bisher keine Gegendarstellung erschienen ist. Also gehe ich zunächst davon aus, dass der Herr die Wahrheit spricht. Wenn dies denn den Tatsachen entspricht, bleibe ich freilich bei meiner ablehnenden Haltung zum Geschehen. Da sich mittlerweile die Zweifler mehren, die Hintergründe jedoch weiterhin im Dunklen bleiben, habe ich mir erlaubt, meine Ausführungen nun zumindest mit einem Fragezeichen zu versehen. Wenn Sie – im Rahmen des Möglichen – zur weiteren Aufklärung der Sachlage beitragen möchten, wäre ich Ihnen sehr verbunden. Selbstverständlich wird Ihre Darstellung der Sache – mit Ihrem Einverständnis – dann an dieser Stelle publiziert.

      • Jörg Kuleßa

        Entschuldigen Sie bitte. Ich kann hier keinen Aussagen eines Herrn Schneider erkennen. Was mir natürlich eine Antwort bis hin zur Unmöglichkeit erschwert.
        Im Hinblick auf das von Ihnen angenommene Dunkel muss ich Ihnen auch widersprechen. Denn auch Sie haben die Möglichkeit die Reaktionen der Pestalozzischule und auch meiner Person zu verfolgen.

        Wer eine eine juornalistisch geprägte Website führt sollte sich besser auch über die Quellen seiner Beitraäge sehr genau informieren. In aller Zustimmung Ihrer Absicht hier möcte ich Sie außerdem auf einiege zum Teil sehr schwerwiegende Verstöße hinweisen: Das Urheberrecht wird von Ihnen ganz sicher nicht geachtet! Und Ihr Impressum schützt sie davor ohnehin nicht.

      • Rappel

        @ Herr Kuleßa: Sie scheinen mir dann doch etwas mitgenommen nach der Aufregung der vergangenen Tage.

        Schauen Sie doch bitte einmal nach oben in den Artikel – die Aussagen des Herrn Andreas Schneider (auf die ich mich ausdrücklich beziehe) sind als Zitat farblich unterlegt und hervorgehoben. Zu gerne verweise ich diesbezüglich auch noch einmal auf den als Quelle angegebenen Artikel in der Sächsischen Zeitung: bitteschön.

        Im Hinblick auf die für mich weiterhin nicht ersichtlichen Hintergründe in der Sache muss ich Ihnen auch widersprechen: eine Gegendarstellung Ihrer Schule habe ich bis dato nicht in den lokalen Medien entdecken können, und auch Ihre Person war mir bis zum ersten, heutigen Kommentar an dieser Stelle namentlich nicht bekannt. Sorry, aber die vom stellvertretenden Schulleiter auf die Webseite der Schule gestellte Gegendarstellung ist für meine Recherchen keine seriöse Quelle. So kann ich etwa eine von Ihnen dort angeprangerte Erwähnung einer namentlichen Datenerhebung und Verwertung im Artikel der SäZ leider nicht entdecken …

        Die Empörung sei Ihnen zugestanden, allein Ihre Argumentation (so weit mir diese ersichtlich ist) spricht gegen Sie, und scheint mir die in der SäZ erhobenen Vorwürfe zu bekräftigen.

        PS: Ihre Hinweise auf “schwerwiegende Verstöße” und das Urheberrecht nebst Impressum amüsieren und interessieren mich gleichermaßen. Sie dürfen mir diesbezüglich gern weitere Informationen zukommen lassen – aber bitte ausschließlich über das Kontaktformular dieser Seite.

        Und noch eines: sollte es weiterhin den von Ihnen hier abgegebenen Kommentaren an der gebotenen Sachlichkeit mangeln, behalte ich mir eine kommentarlose Löschung derselben vor.

  3. Zur Sache: Wer sich die öffentlich zugängliche Gruppe bei dampfer.net anschaut, der wird schnell feststellen, dass der Lehrer seit Mitte 2007 mit dem Spitznamen “Kuli” dort aktiv ist. In seinem Profil ist (Stand: heute) ein Bild zu sehen. Aber auch ohne Bild kann jeder Schüler seinen Lehrer Herrn Kuleßa am Spitznamen “Kuli” erkennen und als Gründer der “Crew” identifizieren.

    • Rappel

      Stimmt so. Ich glaube jedoch nicht, dass sich die erhobenen Vorwürfe hierauf beziehen, das wäre dann – auch meines Erachtens nach – tatsächlich haltlos. Leider ist es immer noch nicht bekannt, welche Vorfälle explizit zur Wortmeldung Andreas Schneiders in der Presse führten …

  4. Frank

    Ich finde es gut, dass sich hier ein betroffener Lehrer gemeldet hat und mal etwas Licht in die Angelegenheit bringt. Ich hatte ja bei Stefan schon geschrieben: “Um den Fall aber wirklich sachlich beurteilen zu können, müsste man schon wissen, was im Vorfeld konkret passiert ist. Aus reiner Langerweile werden die Lehrer das sicher nicht getan haben.” Inzwischen hatte ich schon überlegt, in der Schule mal anzufragen, woher denn diese Information eigentlich stammt, die man in der SZ verbreitete. Aber nun hat sich diese Arbeit schon erledigt.

  5. @Frank: Dahinter können noch viele andere Dinge stecken. Aber nach den bisher vorliegenden Informationen kann dieser Lehrer mit diesem Profil auf »dampfer.net« nicht gespitzelt haben.

    Möglicherweise ist es Lehrern gar verboten, auf solchen Seiten mitzumachen. Vielleicht ist es aus formaljuristischer Sicht schon eine illegale Datensammlung, wenn ein Lehrer eine Gruppe gegen Mobbing gründet und die Namen auf »dampfer.net« registriert sind. Aber mal ganz ehrlich: Bespitzelung ist das nicht. Und zur Skandalisierung taugt es auch nicht.

    Es mag andere »verdächtigte« Lehrer geben, es mag auch noch mehr Profile geben. Ich bin z.B. nicht bei facebook und kann nach solchen Profilen nicht suchen. Aber bis zum Vorliegen eines Beweises gilt die Unschuldsvermutung. Die gilt bei viel härteren Beschuldigungen nämlich auch.

  6. Jörg Kuleßa

    @Rappel:
    Verehrter Herr Schulz, ich habe hier tatsächlich einiges überlesen bzw. falsch verstanden. Dafür entschuldige ich mich.
    Allerdingsist eine Erwähnung namentlicher Datenerhebung im genannten Artikel und seinem Gesamtkontext eindeutig zu erkennen. Auch hat sich nicht Andreas Schneider in der Presse geäußert. Ihr Zitat ist Bestandteil des Artikels von Ronny Zimmermann in der Sächsischen Zeitung Ausgabe Pirna vom 3./4. September 2011 Seite 15.

    Zur Sache:
    In den letzten Wochen der Sommerferien rief mich Ronny Zimmermann an. Ausgehend vom wirklich erheblichen Wirbel verursachenden Fall von Internet-Mobbing am BSZ für Wirtschaft wollte er wissen ob dieses Problem auch an unserer Schule eine Rolle spielt. Ich gab ihm zu verstehen, dass dies nicht der Fall ist und technisch auch nicht möglich, weil wir in unserem System den Schulfilter Plus installiert haben, der einen Zugang zu sozialen Netzwerken unterbindet, und außerdem über Master Eye die Tätigkeiten der Schüler an ihren Arbeitsplätzen beobachten können. Als meine persönliche Meinung gab ich ihm auf den Weg, dass es der Sache nicht wirklich dient wenn man nur über das Problem spricht und so die Schüler nur darauf aufmerksam macht. Nein man muss direkt m i t ihnen darüber sprechen um die Folgen für sie und andere abschätzen zu können. Weiterhin gab ich ihm bekannt, dass ich mich auf Einladung meiner Schüler vor 4 Jahren auf dampfer.net registriert habe um gemeinsam mit ihnen Freude zu haben. Dazu zählten auch die Gründungen der CREW mspesta und der CREW dampfies gegen Mobbing. Danach war das Gespräch beendet. Unsere Schulsekretärin war Zeugin.

    Herr Ronny Zimmermann hat in beiden seiner Artikel ( am 02. September erschien ein anderer Artikel in der Dresdnder Ausgabe) meine Äußerungen entweder durch Weglassen under Verdrehen jeweils seinem Ziel angepasst und damit ganz eindeutig gegen Artikel 5 (2) – Grenzen der Pressefreiheit – GG verstoßen und mich verleumdet und zwar so, dass ich derzeit erheblich in meinem Wirken beeinträchtigt bin. Letzteres verstößt eindeutig gegen § 188 StGB – Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens.

    Noch einmal ganz deutlich:

    Ich habe ihm gegenüber niemals bestätigt, dass sich Lehrer unserer Schule mit Wissen der Schulleitung in soziale Netzwerke einloggen um Schüler auszuspähen! Im Übrigen bin ich selbst Mitglied der Schulleitung.
    Als unsere Lehrer den Artkel lasen mussten sie diesen Vorwurf auch ganz persönlich nehmen, denn zur Formulierung “die Lehrer …” muss sich jeder zählen und genau so kann es auch der Leser interpretieren. Ich versichere hier, dass nicht einmal eine handvoll von Lehrern diese genannten sozialen Netzwerke kennen.

    Gemeinsam mit meinen Schülern elebe ich das genannte soziale Netzwerk mehr oder weniger intensiv und natürlich auch nur mit denen die dazu Lust haben.

    Weiterhin:
    Die Erziehung zur Medienkompetenz ist Teil aller Fächer in den sächsischen Lehrplänen. Dazu zählt natürlich auch das Arbeiten m i t und das Bewegen i m Internet. Was die Schüler in ihrer Freizeit dort erleben interessiert die Schule schon von ihrem Auftrag her nicht.
    Allerdings wird hier wieder einmal der gesellschaftliche Widerspruch deutlich, dass Schule alles zu leisten hat. Es wird weiterhin viel zuwenig nach der Verantwortung der Eltern gefragt und schon gar nicht nach der Verantwortung der Anbieter solcher sozialer Netzwerke. Dampfer.net bildet dabei eine Aussnahme, weil Geschäftsführung und Kapitäne (die ich persönlich kenne) ein sehr hohes Verantwortungsgefühl an den Tag legen und z.B. auch einen Jugendschutzbeauftragten haben.

    Ich hoffe, dass dieser Beitrag sachlich war und das meine Empörung und auch meine Sorge um eine objekte Berichterstattung etwas verständlicher wurde.

    • Rappel

      @ Jörg Kuleßa: ich danke Ihnen für Ihre deutlichen Worte an dieser Stelle, und verstehe ihre Nöte nun um so mehr. Damit haben wir (ich schließe einfach einmal die vielen an der Sache Interessierten mit ein) endlich eine konkrete Aussage zum Vorgefallenen – die im Artikel der SäZ ja nur sehr allgemein geführt wurde.

      Sollte es sich bei dem von Ihnen geschilderten Vorgängen tatsächlich so verhalten haben, sehe ich nun allerdings Herrn Ronny Zimmermann in dringender Erklärungsnot. Vielleicht mag er ja doch einige Worte dazu an dieser Stelle sagen?

      PS: verehrter Herr Kuleßa, meine eingangs der Diskussion gewählten Worte habe ich bereits revidiert (nicht ohne einen kleinen Kollateralschaden). Ich hoffe nun in Ihrem Sinne für eine schnellstmögliche Aufklärung der Situation und werde die weitere Entwicklung im Auge behalten, um hier – ganz im Sinne der Wahrheitsfindung – weiter dazu zu berichten.

  7. Jörg Kuleßa

    Ich danke Ihnen.

    Ergänzen möchte ich noch einmal: Den hier nur kurz beschriebenen Vorgang habe ich in ausführlicher Form und mit der Forderung einer Gegendarstellung an alle im Artikel erwähnten Personen und Institutionen geschrieben, zusätzlich natürlich an die Geschäftsführung der Sächsischen Zeitung und an die Stadtverwaltung Pirna. Die Versendung an die Sächsische Zeitung erfolgte als Einschreiben mit Rückschein am 05.09.2011, alle anderern per e-Mail am selben Tag.
    Leider hat mir daraufhin nur meine übergordnete Dienststelle geantwortet und der Rückschein ist bisher noch nicht bei uns eingetroffen. Dafür meldete sich sehr zeitnah RTL und hat sogar bei der Großmutter unseres Schülersprechers angerufen. Außderdem meldete sich ein Mitglied der Piratenpartei.
    Ja und auch Herr Ronny Zimmermann hat in unserer Schule angerufen und wollte mich sprechen. Das ich dazu nicht bereit war können die Interessierten sicher nachvollziehen, denn ich wollte ganz einfach nicht Gefahr laufen erneut völlig verdreht in irgendeinem medium zitiert zu werden. Das sind nur einige Folgen des ganzen Vorgangs. Meine Gesundheit ist angeschlagen und natürlich wirkt es sich auch auf meine Familie aus. Alle meine vier Kinder sind übrigens auf Dampfer.net registriert.

    Zu Facebook: Dort habe ich mich registriert, weil ein türkischer Mitspieler des Browser-GAmes “Die Stämme” im Juni diesen Jahres aus seinem Heimatort karacahisar mit mir zu kommunizieren wünschte. Auch dort wurde ich sehr schnell von meinen Schülern entdeckt (wer sucht hier eigentlich wen? ;) ). Seither ist meine Postmappe voll von Freundeanfragen und Mitteilungen wie “Deine Freunde warten auf Antwort” Einige wenige Ehemalige habe ich geaddet, werde sie aber wohl wieder entfernen und mich nur auf die genannte Korrespondenz beschränken. Auch wenn es mir prinzipiell leid tut. Facebook funktioniert ja nach dem Schneeballprinzip und wird von vielen legalen und illegalen Institutionen in unterschiedlichster Weise genutzt. In meinem Informatikunterricht mache ich meinen Schülern immer wieder klar, was das bedeutet. Auch die anderen Informatiklehrer tun dies bereits.
    Und dann kommen sehr oft Äußerungen wie: Ich habe nichts zu verbergen o.ä. Ein efreundeter Polizist, der gerade in unserer Schule über Kriminalität referiert (auch Internet-Kriminalität) gab ihnen da zu verstehen, dass sie sich dann auch nackt auf den Marktplatz zu Pirna stellen können. Ich finde: ein guter Vergleich.

    • Frank

      Herr Ronny Zimmermann hat in unserer Schule angerufen und wollte mich sprechen. Das ich dazu nicht bereit war können die Interessierten sicher nachvollziehen, denn ich wollte ganz einfach nicht Gefahr laufen erneut völlig verdreht in irgendeinem medium zitiert zu werden.

      Ich an Ihrer Stelle würde ein solches Interview durchaus mitmachen*, aber dabei eine Kamera zwecks Tonaufnahme mitlaufen lassen. So könnten Sie jederzeit nachweisen, ob Ihre Aussagen wieder verdreht wurden.

      (*Vorausgesetzt, Sie hätten die nervliche Ruhe dafür)

      • Rappel

        Das sehe ich auch so – und eigentlich warte ich täglich auf die Gegendarstellung bzw. ein “Nachhaken” in der Sache durch die Verantwortlichen. Statt dessen: ein beredtes, vielsagendendes Schweigen in der Sächsischen Zeitung … Schlimm.

      • Jetzt hatten sie einen weiteren Arbeitstag Zeit zur Stellungnahme und zur Korrektur. Der der Text steht immer noch so im Netz. Vielleicht recherchieren sie jetzt mal richtig?

        Wenn eine ausführliche schriftliche Stellungnahme vorliegt, dann müssen sie doch kein erneutes Interview führen. Erst recht müssen sie nicht noch mal den Journalisten losschicken, der den ganzen Fall losgetreten hat.

        Man kann doch diese Aussagen nicht so entstellen, dass Bespitzelung daraus wird. Man muss doch wenigstens mal bei dampfer.net /nachsehen/, wie ich das am Freitag getan habe. Das dauert doch nur eine halbe Stunde. Dann sieht man doch, was gemeint war. Oder man kann beim Betreiber /nachfragen/, wenn man selbst keine Ahnung hat.

      • Rappel

        Vielleicht ist es so, dass nun Angst bzw. die Vorsicht vor den möglichen Konsequenzen eines Rechtsstreites die Verantwortlichen an weiteren Aussagen hindert?

      • Meine ganz persönliche Meinung: wenn mir das passiert wäre, würde ich ein Gespräch mit dem zuständigen Redakteur oder einem Vorgesetzten dieses Journalisten anstreben. Ich würde darauf bestehen, dass die Angelegenheit von der Zeitung berichtigt wird und im Gegenzug auf rechtliche Schritte verzichten. Erst wenn die Zeitung sich beharrlich weigern würde, würde ich eine Gegendarstellung erzwingen.

        Man sieht aber an dieser Angelegenheit, dass man nie so ungesichert mit Journalisten reden darf. Am besten ist, wenn man ihnen gar nichts sagt.

      • Aber auf die Aufnahme müsste man den Journalisten vorher hinweisen, oder?

  8. Jörg Kuleßa

    Ich danke den hier Beteiligten für die Anteilnahme. Aber genau diese feige Ruhe des Autors und das Schweigen der im Artikel Angesprochenen bringt mich nervlich an meine Grenzen. Ich denke, dass ich nach allen Regeln des menschlichen Zusammenlebens und auch nach den Regeln eines s a u b e r e n Juornalismus erwarten darf, dass der Autor sich auf die gleiche technische Art und Weise aus meinem Leben verabschiedet wie er sich dort eingemischt hat.
    Ich muss nun schon auf mehreren Seiten im Internet den Link auf diesen Artikel ertragen, der meinen Namen im Zusammenhang mit Bespitzelung nennt. Und wenn die verehrten Blogger hier einmal googeln finden sie ihn schon jetzt weltweit.

  9. Pingback: Die “Sächsische Zeitung” und das Internet – oder: die verlorene Ehre eines Lehrers

  10. Pingback: Die “Sächsische Zeitung” und ein Lehrer im Internet | Mathilde

  11. Pingback: Lumperladen » Blog Archiv » Spitzel, überall Spitzel

  12. Hunter

    Ich finde es sehr bedenklich, dass ein Blogger die zweifelhaften Behauptungen eines Journalisten unreflektiert übernimmt und verbreitet. Die Unschuldsvermutung gilt für jeden Menschen in diesem Land. Daher wären das Fragezeichen und das Wörtchen “mutmaßlich” von Anfang an angebracht gewesen.
    “Den Wahrheitsgehalt des Artikels in Zweifel zu stellen steht mir nicht zu”, schreiben sie. Doch, es steht ihnen zu (Stichwort: Medienkompetenz)! Es ist sogar Ihre Verantwortung als Blogger. Haben Sie eine Ahnung, wie sehr Sie Herrn K. mit ihrem Beitrag geschadet haben könnten? Jeder neue Artikel, der diesen Vorfall unhinterfragt aufgreift, trägt in den Augen vieler Leser zur vermeintlichen “Verifizierung” und Manifestierung des Sachverhaltes bei. Herr K. wird seinen Namen vermutlich nicht mehr aus den Google-Suchergebnissen verbannen können. Das geht auch auf Ihre Kappe, zumal Sie sich mit eindeutigen, unsachlichen – und wohl vorschnellen – Wertungen (“mit Recht”, “das kalte Grausen”, “ganz und gar verwerfliches Tun”) nicht zurückgehalten haben. Das ist Stammtischniveau. Halten Sie sich das nächste Mal lieber an Dieter Nuhr.

    • Rappel

      Ich denke, ich habe mich in dieser Hinsicht ausreichend erklärt. Wer über Google zu diesem Beitrag findet, liest hoffentlich genau und erfährt anhand der Diskussion die eigentlichen Hintergründe zum Sachverhalt. Von daher möchte ich an dieser Stelle Herrn Kuleßa noch einmal ausdrücklich für seine offenen Worte danken.

      Zudem sei der Hinweis erlaubt, dass der betreffende Artikel in der SäZ bereits zwei Tage zuvor erschien und niemand im Netz (bis auf den Betroffenen) auch nur irgendeine Notiz dazu anmerkte. Insofern brachte dieser Beitrag wenigstens ein wenig Aufklärung und eine Diskussion dazu in Gang – wenngleich auch meine Wenigkeit dabei einer – nennen wir es FALSCHINFORMATION – aufgesessen ist.

      Was hier bis dato allerdings noch fehlte, war der Auftritt eines “Blogwarts”, der – eine Woche im Nachgang – sich “in der Etappe” erhebt und die moralische Keule schwingt …

  13. Rappel

    Auf Grund der zunehmenden Anzahl unsachlicher und unflätiger Kommentare (die hier grundsätzlich und kommentarlos gelöscht werden) sehe ich mich genötigt, die Diskussion an dieser Stelle zu beenden.

    Sollten sich neue Aspekte in der Sache ergeben (dann hoffentlich im Sinne von Herrn Kuleßa!), werde ich die Thematik gerne wieder aufgreifen. Ich danke allen, die sich an einer sachlichen Diskussion beteiligt und damit zur Aufklärung des Geschehens beigetragen haben.

Scroll to top