Wir nutzten den gestrigen “Tag des offenen Denkmals” vor Ort, um (neben anderem) einmal einen Blick in das …

Ehemaliges Kulturhaus "Tanne"

Wir nutzten den gestrigen “Tag des offenen Denkmals” vor Ort, um (neben anderem) einmal einen Blick in das ehemalige Kulturhaus der Stadt – die “Tannensäle” – zu werfen.

Ausschlaggebend dafür war vor allem das Interesse am aktuellen, baulichen Zustand des Gebäudes, da in Bälde mit dem Beginn der Sanierung zu rechnen ist. Im Gegensatz zur Mehrzahl der zahlreichen Besucher verbinden wir allerdings keinerlei Erinnerungen mit dem Komplex (zu einem Besuch ist es nie gekommen), somit sahen und sehen wir das Procedere um die “Tanne” also mit einer ganz und gar gelassenen Distanz – frei von Emotionen.

Ganz kurz zur Erläuterung: die “Tannensäle” sind mit gesellschaftlichen Leben der Stadt Pirna seit Jahrzehnten eng verknüpft. Das ehemalige Konzert- und Ball-Etablissement war als Kulturhaus viele Jahre lang Ort für eine lange Liste von Veranstaltungen – von daher sieht natürlich und vor allem die ältere Generation die weitere Entwicklung mit hohem Interesse.

In den vergangenen Jahren stand das Haus leer und verfiel zusehends. Anno 2010 kam es zur Zwangsversteigerung – die Stadt Pirna erhielt für 20 000 Euro den Zuschlag für das Objekt. Vom Traum einer Sanierung des Gebäudes musste sich jedoch alsbald verabschiedet werden – auf Grund des desolaten Zustandes empfahl die eigens gegründete Arbeitsgruppe den Abriss des Hauses. Anfang diesen Jahres wurde das Objekt dann überraschend an einen privaten Investor weiter verkauft, der nun plant, das Traditionsobjekt (im Verbund mit dem benachbarten, ehemaligen “FDGB-Haus”) zu einem Vier-Sterne-Hotelkomplex umzubauen. Mittlerweile wurde das Haus entkernt und das Dach gesichert, das Haus somit also vor dem Abriss bewahrt.

Soviel dazu. Ich selbst kam bei der gestrigen Besichtigung nicht ganz auf meine Kosten, war ich doch (schon aus beruflichen Gründen) vor allem am Zustand der kleinen Bühne interessiert. Diese war jedoch – aus der berechtigten Besorgnis um die Gesundheit der Besucher – für eine Begehung leider nicht zugänglich.

Somit blieb vor allem der Anblick der jüngst freigelegten gusseisernen Säulen (zwei von ehemals vier sind noch vorhanden), die auch schon auf historischen Ansichten zu sehen sind (klick) und später einfach eingemauert wurden, als nachhaltiger Eindruck.

Die geplante Eröffnung des Komplexes datiert der Investor auf das Frühjahr 2013. Schauen wir einmal, was daraus wird …

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