Dem Vernehmen nach ist heute mit den Bauarbeiten zur Errichtung der Kriegsgräberstätte „Am Elbhang Pirna-Sonnenstein“ begonnen worden. Hiermit …

Kriegsgräberstätte Pirna-Sonnenstein

Dem Vernehmen nach ist heute mit den Bauarbeiten zur Errichtung der Kriegsgräberstätte „Am Elbhang Pirna-Sonnenstein“ begonnen worden. Hiermit soll der etwa 15.000 Opfer gedacht werden, die in den Jahren 1940/41 in der als “Euthanasie”-Anstalt genutzten ehemaligen Heilanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet und anschließend verbrannt wurden. Die Asche wurde schlicht und einfach auf dem angrenzenden Elbhang entsorgt.

Anno 2002 wurden dort – im Auftrag der Gedenkstätte – archäologische Grabungen durchgeführt, die im Ergebnis das Vorliegen menschlicher Knochen bestätigten.

Ziel ist die Gestaltung einer würdevollen Außenanlage mit einem Gedenkkreuz für die Euthanasie-Opfer Pirna-Sonnenstein. Die im Zuge der Planungen durchgeführte Baugrunduntersuchung ergab eine Mächtigkeit der aschehaltigen Auffüllungen verschiedener Herkunft von bis zu 8,60 Meter im westlichen Bereich der Hangkante. Da sich hier vermutlich das „Aschetor“ befand, wird dieser Bereich symbolhaft als „Gedenkfläche am Aschetor“ gestaltet. Sie wird mit einem Gedenkkreuz als kraftvollem Symbol für das Ausmaß der Euthanasie markiert. Mit einer Gesamthöhe von rund sieben Metern zeigt das Kreuz den symbolischen Schichtenaufbau der Asche in schlichtem künstlerisch bearbeitetem Stampfbeton … Zwischen der Gedenkfläche und dem Hangbereich ist eine bodendeckende, weißblühende Bepflanzung als Symbol der „Aschefläche“ vorgesehen. Diese dient gleichzeitig dem Erosionsschutz im Bereich der Hangkante … Da die tatsächliche Ausdehnung des Gräberfeldes (bzw. Aschefeldes) damals nicht dokumentiert wurde und heute aufgrund der Waldbildung und starken Hangneigung schwer zu bestimmen ist, wird die Dimension des Gräberfeldes auf dem Hang symbolisch in Gebäudebreite der Gedenkstätte von der Hangkante bis zum unteren Wanderweg (Canalettoweg) dargestellt. Dazu werden in diesem Bereich die Bäume mit einem weißen Anstrich deutlich hervorgehoben und der punktuelle Wildaufwuchs beseitigt. Als respektvoller Rahmen entsteht entlang des Gebäudes eine dekorative Pflanzfläche, in Anlehnung an Grabflächenschmuck.

Verweis: Baubeginn für Kriegsgräberstätte Pirna-Sonnenstein.

7 comments on “Kriegsgräberstätte Pirna-Sonnenstein

  1. Ich habe während meiner Ausbildung als Hep ältere Behindert kennen gelernt, die damals der Euthanasie entkommen sind, indem man sie einfach versteckte. Leider hatten nicht alle das Glück :-(

    • Rappel Reply

      Wohl dem, der dazumal an solch ehrbare HelferInnen geriet …

      Zu dem Thema wird hier und jetzt ganz gut informiert: es gibt die Gedenkstätte in der ehemaligen Anstalt, und auch im Dresdner Hygiene-Museum gab es unlängst eine große Sonderausstellung zur “Euthanasie”.

      Immerhin hat es knappe 60 Jahre gebraucht, bis die hiesigen Opfer die angemessene Ehrung erfahren …

      • Jürgen

        Das stimmt, vieles dauert viel zu lange …

  2. funkloch Reply

    Es wäre schön, wenn Sie das Wort “Eutanasie” in diesem Zusammenhang nicht ohne Gänsefüßchen nutzen würden. Das T4 Programm der Nazis war wohl eher ein eugenisches Projekt, als der “schöne Tod”

    • Rappel Reply

      Danke für den Hinweis, Sie haben natürlich recht und ich habe die Korrektur vorgenommen. Ich hoffe, dass aus meinen Worten zum Thema ersichtlich ist, dass es sich hier lediglich um einen Formfehler handelte.

  3. In dieser Form (mit Gänsefüßchen) verwendet auch die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein das Wort »Euthanasie«. Das Wort hat ja zwei Bedeutungen. Im Bewusstsein der meisten Menschen hat sich wohl die Bedeutung »Mord an behinderten oder kranken Menschen« durchgesetzt, so dass es eigentlich nicht missverstanden werden kann.

    Ich finde es auch richtig, dass man dort ein Denkmal errichten wird. Besser wäre noch gewesen, wenn zusätzlich ein »Grauer Bus« permanent stehen geblieben wäre.

    • Rappel Reply

      Das sehe ich auch so. Dazu hätte ich ebenfalls den Grauen Bus als ein dauerhaft mahnendes Denkmal in Pirna begrüßt. Ich wurde bereits einige Male – in der Hauptsache von Besuchern der Stadt – nach dem Verbleib des Busses befragt …

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