Stippvisite in Chemnitz
Unverhofft kam ich heute zu einigen Stunden Aufenthalt in Chemnitz, ein Angebot, das ich nur zu gerne annahm. War ich doch, von zwei schnellen Theaterbesuchen einmal abgesehen, noch nie so richtig in dieser „Stadt der Moderne“ – und wollte doch wenigstens einmal den “Nischel” im Original gesehen haben. Haben Sie eigentlich schon gewusst, dass eben dieser Bronze-Schädel zum Einen die größte Porträtbüste der Welt und zum Anderen der zweitgrößte freistehend modellierte Kopf der Welt nach der ägyptischen Sphinx (Wikipedia) ist? Ein Superlativ, der im Realen dann jedoch weit weniger beeindruckt, als zuvor gedacht…
Es folgte ein Spaziergang durch das Zentrum der Stadt: der “Rote Turm”, das sehenswerte Doppelrathaus und der Theaterplatz natürlich. Viele Plattenbauten, Beton und Glass prägen das Stadtbild – das Stadtzentrum wurde in den Bombennächten des Zweiten Weltkrieges beinahe zur Gänze zertrümmert und der anschließende Wiederaufbau hatte vor allem das schnelle Schaffen von Wohnraum zum Zweck.
Dazu dann die üblichen, stereotypen Einkaufspassagen der Neuzeit – wir wurden schnell pflastermüde und sahen zu, zum Abschluss unserer Visite (und in gebotener Ruhe) dem “Museum Gunzenhauser” unsere Aufwartung (nach Empfehlung – Dank!) zu machen.
Hier wird seit dem 1. Dezember 2007 die legendäre Sammlung des Münchner Kunsthändlers Alfred Gunzenhauser (welche 2.459 Werke von 270 Künstlern des 20. Jahrhunderts umfasst) präsentiert. 300 davon werden in der Dauerausstellung präsentiert: Otto Dix (das Haus beherbergt die weltweit größte Otto Dix-Sammlung in einem öffentlichen Museum), Alexej von Jawlensky, Gabriele Münter, Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel seien hier stellvertreten für viele weitere, nahmhafte Künstler genannt.
Der Besuch des Hauses lohnt also – entsprechendes Interesse vorausgesetzt – unbedingt.


