12. April 1961
Auf den Tag genau vor 50 Jahren flog Juri Gagarin als erster Mensch ins Weltall. Mit dem Raumschiff Wostok 1 umrundete er in exakt 108 Minuten einmal die Erde.
Natürlich war diese erste Weltumrundung zur Zeit des Kalten Krieges ein Riesenerfolg für die sowjetische Raumfahrt und wurde – ganz im Sinne der technologischen Überlegenheit – entsprechend gefeiert und propagiert.
Die bei dem Flug aufgetretenen technischen Probleme wurden dabei jedoch tunlichst verschwiegen.
Am Anfang stand die „Landelüge“. Gagarin war nicht – wie suggeriert – mit seinem Raumschiff gelandet, sondern mit einem Fallschirm. Die sowjetischen Oberhäupter befürchteten wohl, dass der Raumflug international nicht als solcher anerkannt würde, da Gagarin nicht mit jenem Gerät landete, mit dem er gestartet war … Schon vor dem Start gab es eine lange Schrecksekunde für den Chefinstrukteur und die Bedienungsmannschaft, als ein Sensor an der Einstiegsluke nicht funktionierte. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verzögerte sich die Abtrennung der Gerätesektion von der Landekapsel, was um ein Haar fatale Folgen gehabt hätte und dazu führte, dass Gagarin nicht da landete, wo er erwartet wurde. (Quelle)
In der Folge wurde der Kosmonaut Nummer 1 zunehmend unbequem für die sowjetische Führung. So weigerte er sich unter anderem, die vorbereiteten, offiziellen Reden zu verlesen und sprach frei mit den eigenen Worten. Gagarin war äußerst beliebt im Volke und nahm seine Aufgaben als Abgeordneter sehr ernst. So trug er gerne die Sorgen und Nöte der Menschen weiter vor die entsprechenden Gremien, was nun so gar nicht im Sinne der Bürokraten war …
Juri Gagarin kam am 27. März 1968 beim einem Absturz einer MiG-15 im Alter von nur 34 Jahren ums Leben – die genauen Umstände scheinen bis heute ungeklärt (Wikipedia).
Was bleibt, ist die grandiose Pioniertat der Ingenieure und eines russischen Bauernsohns, die den Weg in die bemannte Raumfahrt ebnete – Hut ab.
Anbei noch einige aktuelle Verweise zum Jubiläum:
- 108 Minuten für die Ewigkeit (Süddeutsche Zeitung)
- Juri Gagarin, der erste Raumflug und der Schnaps (Die Welt)
- „Die Geheimhaltung jener Jahre war schädlich“ (Frankfurter Rundschau)
- Mit Juri Gagarin fing es an (taz)
- Planeten, Pech und Pannen (spon)
- Die letzten Tage einer Legende (Dokumentation)
- The First Man In Space (Bilderstrecke)

die kindheiten meiner generation waren geprägt von diesem 12. april. im kindergarten war das zeichnen von mondautos total angesagt und dann hat uns alfons zitterbacke mit dem raumfahrtraining vertraut gemacht.
Zitterbacke ist köstlich – eines meiner liebsten Kinderbücher! Tubensenf und Kettenkarussel, hi hi … :lol:
Aber im Ernst, ich sehe Gagarin durchaus als einen symphatischen, positiven Helden. Der Hype um seine Person hielt sich meines Erachtens auch noch in Grenzen – beim Sigmund Jähn war das dann anders.
passend zum thema stiess ich eben über diese wunderliche zusammenstellung von manipulierten bildern der russen. sehr interessant ;-]
http://www.wired.com/wiredscie.....ewall=true
Großartig! Wie kommst du nur immer an solche Sachen?
nur drei tage später wusste ich auf diese frage so ganz auf die schnelle schon keine antwort mehr. man kommt halt ganz schön rum im netz. aber ich habe mal fix hinterher gegoogelt. und zwar fand sich der wired link im BILDblog. genauer gesagt in der rubrik “6 vor 9″, wo sich jeden tag handverlesene und mitunter sehr spannende verweise zu interessanten geschichten finden lassen.
all right, vielen Dank – der ist wieder im Abo.