Pirnaer Linke will Schlosslinden erhalten
Die Pirnaer Linke will die Aufhebung des Beschlusses zur Fällung der Linden an der Schlosstreppe und hat dem Stadtrat einen entsprechenden Antrag zur Entscheidung vorgelegt.
Pirnaer Linke will Rodung der Schlosslinden verhindern
Von Alexander Müller
Bisher zeugt eine Lücke vom schon beschlossenen Schicksal der Linden an der Schlosstreppe. Ein Baum ist bereits gefallen. Die restlichen über 100 Jahre alten Bäume an der Allee sollen nach dem Willen der Pirnaer Stadtverwaltung und einem Beschluss des Stadtrats ebenfalls noch gerodet werden.
Doch dagegen regt sich weiter Widerstand. Nun will die Fraktion der Linken die Entscheidung wieder aufheben lassen. „Wir haben die Aufhebung des Beschlusses zur Fällung der Linden entlang der Schlosstreppe beantragt“, berichtet ihr Chef Tilo Kloß. Im Januar laufe die sechsmonatige Bindungsfrist für das umstrittene Votum vom Juni ab. Die Linke begründet ihren Antrag mit neuen Erkenntnissen und den Vorfällen, die sich in der Zwischenzeit ereignet haben.
So hat die Bürgerinitiative „Lebenswertes Pirna“, die sich für den Erhalt der Linden einsetzt, einen Kompromiss angeregt. Die Stadtverwaltung begründet die Rodung unter anderem mit der nötigen Sanierung der Schlosstreppe. Die Bäume wären in dem Zusammenhang nicht mehr oder nur mit zu großem Aufwand zu retten. Die Bürgerinitiative sieht eine Lösung darin, den Beginn der Treppenanlage auf die rechte Seite neben den Treppenkopf zu verlegen.
Als weiteres Argument nennt die Linke die noch ausstehenden Gutachten. Obwohl die noch nicht vorliegen, wurde im Oktober schon ein Baum umgesägt. Wegen der fehlenden Verkehrssicherheit, wie die Stadt erklärte. Inzwischen liegen die Gutachten aber tatsächlich vor. Allerdings nur der Verwaltung. „Die fehlenden Unterlagen wurden dem Landratsamt übergeben“, erklärt Enrico Voigt, Büroleiter des Pirnaer Oberbürgermeisters Klaus-Peter Hanke. Eine Entscheidung und Beurteilung der Gutachten sei noch nicht erfolgt. Den Stadträten sollen die Unterlagen später gemeinsam mit der Entscheidung der Naturschutzbehörde zur Verfügung gestellt werden.
Die Linden können nach Aussage des Büroleiters erst nach dieser Entscheidung des Landratsamtes gefällt werden. Wann die Bäume gerodet werden, richte sich ganz nach der Bestätigung der Naturschutzbehörde. Viel Zeit bleibt der Linken mit ihrem Antrag also nicht. Im Januar soll er zur Entscheidung in den Stadtrat kommen.
Quelle: SäZ vom 11. Dezember 2010
Soweit der Stand der Dinge. Eine mehrheitliche Zustimmung im Stadtrat darf nach den bisherigen Erfahrungen zwar bezweifelt werden, jedoch sollte nichts unversucht bleiben, den Kahlschlag zu verhindern.
Drücken wir also die Daumen und hoffen auf ein kleines Wunder …
