Aktuell und brisant, überaus witzig und voller überraschender Wendungen … Dieser Theaterabend ist ein Muss für Eltern, Pädagogen und alle Menschen, die gute Unterhaltung zu schätzen wissen.

Die Szenerie: fünf entschlossene Eltern warten im Klassenzimmer der 4b auf die Klassenleiterin Frau Müller. Mit den Unterschriften fast aller Eltern wollen sie der Lehrerin das Vertrauen entziehen – sie halten sie für ganz und gar ungeeignet, ihren Kindern den erhofften Sprung auf das Gymnasium zu ermöglichen.

Was folgt ist (beinahe) ein Kampf bis auf’s Messer – es geht ans Eingemachte. Die eventuell auftretenden Probleme bei den Schülern zu suchen ist ein Ding der Unmöglichkeit, eigene Unzulänglichkeiten werden über die Kinder kompensiert und für deren Fortkommen scheint sowieso jedes Mittel recht.

„Am Elternabend zeigt sich, wie solidarisch eine Gesellschaft wirklich ist und wie sie mit Erfolg und Niederlagen umgeht. Da werden keine Gefangenen gemacht und keine Konzessionen. Wessis haben was gegen die Lehrerin aus dem Osten, Ossis finden die Westkinder völlig verzogen, soziale Vermischung schön und gut, aber doch nicht in der Klasse meines Kindes! Und weil an Elternabenden nicht nur Eltern um ihre Kinder kämpfen, sondern auch immer die Eltern für sich selbst, ist man sich im Vorfeld des Treffens einig geworden: Es geht darum, die blöden Bälger irgendwie durchzukriegen! Frau Müller muss weg!“ (Lutz Hübner)

Allerfeinstes Menschenkino also – von mir hiermit ausdrücklich empfohlen.

Verweis: “Frau Müller muss weg” (Komödie von Lutz Hübner, Staatsschauspiel Dresden).