Die erste Linde ist gefallen
Seit heute morgen 08.00 Uhr wurden am Pirn’schen Schlossberg Tatsachen geschaffen: die erste Linde fiel der Säge zum Opfer. Gegen 11.30 Uhr fand die Maßnahme ihr vorläufiges Ende.
Hierzu muss allerdings gesagt werden, dass dieser erste Baum bereits im grundlegenden Gutachten zur Sache (klick) als stark geschädigt und damit zur notwendigen Fällung empfohlen wurde.*
Zur Erinnerung: am 22. Juni 2010 befürwortete der Pirnaer Stadtrat nach langer und hitziger Diskussion die Fällung der zehn über 100jährigen Linden an der Schlossbergtreppe. Acht Stadträte votierten gegen diese Entscheidung. Und das, obwohl sich innerhalb kürzester Zeit circa 762 Pirnaer Bürger mit ihrer Unterschrift für die Erhaltung der wertvollen Bäume ausgesprochen hatten (weiterlesen zum Thema).
Die Zukunft der überwiegend gesunden und mit gutem Willen zu erhaltenden Bäume an der Schlosstreppe scheint – sollte nicht noch ein kleines Wunder geschehen – nach meiner Kenntnis ebenso besiegelt. Es steht zu befürchten, dass die Stadt Pirna hier als Auftraggeber ebenfalls und sobald als möglich (ein Gutachten steht noch aus) Tatsachen schaffen wird.
*Nachtrag 16.10.2010: eine Erkrankung des Baumes konnte im Nachgang nirgends festgestellt werden. Über den ganzen Stammquerschnitt von unten bis oben war das Innere des Baumes vollkommen gesund und vital!
*Nachtrag 28.10.2010: was für Stamm und Krone gilt muss nicht für den Wurzelbereich gelten. Mit Verweis auf die heutige Pressemitteilung revidiere ich mein Urteil zum Zustand und der in diesem Fall wohl unumgänglichen Fällung des Baumes.
Unabhängig davon würden mehr Transparenz und Offenheit seitens der Stadtverwaltung der öffentlichen Wahrnehmung des Themas fürderhin dienlich sein.




Somit hat auch Pirna sein Stuttgart 21. Mein aufrichtiges Beileid.
es gibt tatsächlich viele Parallelen: die fehlende Transparenz, gezielte Desinformation, die Verweigerung einer öffentlichen Diskussion. Leider haben wir hier in Pirna nicht die Lobby à la Stuttgart, es ist nur ein kleines Häufchen Aufrechter, der großen Menge scheint das Thema hier im Allerwertesten vorbei zu gehen.
Sogenannte “Volksvertreter” maßen sich an, über die Köpfe ihrer Wähler hinweg über deren Lebensraum zu bestimmen – es ist unfassbar, macht wütend und Lust auf mehr … Veränderung.
So oder so, (wir müssen die Gewalt-Frage sowieso neu erörtern, denn es geht in diesem Land längst um mehr als “nur” den Erhalt der Bäume).
Bitte halte uns auf jedem Fall auf dem Laufenden. Indessen wird in Pieschen gerade die Flutmauer hochgezogen …
Mach ich, versprochen. Zur Flutmauer in Pieschen habe ich bisher nur die Planungsmodelle gesehen – ganz schlimm, ohne Frage, und ebenso wie in Laubegast ein unsäglicher Frevel. Wenn ich einmal wieder mehr Zeit für das Web habe muss ich zum Thema nachlesen …