Die Netzneutralität wahren
Was ist überhaupt unter Netzneutralität zu verstehen?
Netzneutralität ist die Grundlage für ein Internet, wie wir es kennen. Wir sind gewohnt, dass Daten ohne Ansicht von Inhalt und Größe – abgesehen von technischen Restriktionen – diskriminierungsfrei transportiert werden. Netzneutralität besagt, dass alle Daten, seien es Emails, Websites oder Musikdateien, gleich zu behandeln sind. Dadurch wird kein Dienst bevorzugt oder benachteiligt. Netzneutralität ist die Voraussetzung für die Gleichberechtigung aller Datenpakete.
Ein freies und barrierefreies Internet ermöglicht es, dass innovative Produkte und Dienstleistungen überall auf der Welt angeboten werden können. Dies fördert Innovationsprozesse.
Die Netzwerktechnologie ermöglicht es heute, Datenpakete, welche vom Sender zum Empfänger via Netzprovider gesendet werden, eine Vor- oder Nachrangigkeit zuzuteilen. Damit werden bestimmte Daten schneller oder langsamer transportiert. Die Telekommunikationsunternehmen wollen dadurch die Qualität, Schnelligkeit und Transportfähigkeit zu einem neuen Geschäftsfeld – auch vor dem Hintergrund des nur langsam vorankommenden Netzausbaus – entwickeln.
Gleichzeitig entsteht durch diese Aufhebung der Netzneutralität durch die Internet-Service-Provider (ISP) aber eine digitale Spaltung der Nutzer des Netzes. Nur wer es sich leisten kann, wird auch künftig seine Emails, Dateien oder digitale Werke schnell, barriere- und diskriminierungsfrei transportieren können. Gleichzeitig besteht die Gefahr der Einschränkung von Meinungs- sowie Informationsfreiheit und werden Hürden aufgelegt, die Innovationsprozesse über das Netz für kleinere Unternehmen und auch für die Wissenschaft erschweren.Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages definiert Netzneutralität so:
„Der Begriff Netzneutralität bezeichnet die neutrale Übermittlung von Daten im Internet, das bedeutet eine gleichberechtigte Übertragung aller Datenpakete unabhängig davon, woher diese stammen, welchen Inhalt sie haben oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben.“ (via)
Eben diese lobenswerte und freie Internet-Infrastruktur ist nach dem jüngst publik gewordenem Deal Google’s mit dem US-Provider Verizon (zwecks bevorzugtem Datentransport) akut bedroht. Somit könnte das Internet, so wie wir es kennen und schätzen, in Bälde einem Zwei-Klassen-Internet weichen.
Dies gilt es natürlich zu verhindern. Wer sich für ein freies und offenes Internet einsetzen möchte sollte daher mit seinem Signum die Initiative Pro Netzneutralität unterstützen.
Siehe auch: Google jetzt offiziell “evil” – Initiative “Pro Netzneutralität” gegründet – ein äußerst lesenswerter Beitrag zum Thema.

das zweigeteilte netz ist für mich schon länger realität.
einerseits nutze ich das allseits geläufige weltnetz mit google, youtube und mortek.de. dort komme ich recht komfortabel an die meisten informationen ran, aber leider halt nicht an alle. denn durch zensur und die möglichkeit einen server durch die behörden einfach einkassieren zu können ist das gängige www für mich schon lange kein ort mehr um eine “gleichberechtigte Übertragung aller Datenpakete unabhängig davon, woher diese stammen [und] welchen Inhalt sie haben” sicherzustellen.
darum nutze ich punktuell eine dezentrale struktur namens “Freenet Project” um informationen zu verteilen und anonym darauf zuzugreifen. durch die nutzung unterstütze ich dieses netzwerk gleichzeitig (und gerne) mit festplattenspeicher und bandbreite. derzeit noch elendig langsam und mit dem “normalen” surferlebnis noch lange nicht zu vergleichen, sehe ich in dererlei “unternetzen” zumindest was den inhalt und den anonymen zugriff auf diese datenströme anbelangt die zukunft.
davon abgesehen: die absehbare aufteilung in ein normales www und in ein ungedrosseltes premium angebot sehe ich als logisches zuendedenken der marketingabteilungen der jeweiligen isp. und ich bin der festen überzeugung: die meisten leute, zumindest aber die poweruser, werden für einen ungehinderten zugriff auf alle inhalte auch mehr zahlen. nicht schön, aber so wirds kommen.
das befürchte ich auch – der Markt ist einfach zu lukrativ für die Unternehmen – und sie werden sich damit eine goldene Nase verdienen. trotzdem sollten zuvor alle legalen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, dies zu verhindern. auch wenn es zunächst nur eine “naive” Unterschriftenliste ist – immerhin wird das Thema damit publik und die Öffentlichkeit sensibilisiert …
das Freenet project klingt vielversprechend und zukunftsträchtig, werde mir das mal bei Gelegenheit näher anschauen.