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vincent will meer

Heute, 12 Uhr mittags im Programmkino Ost: “vincent will meer” – ein Roadmovie vom Allerfeinsten.

Wunderschöne, poetische Bilder in einer Komödie weitab jedes platten, inzwischen leider landesüblichen Brachialklamauks. Herzhaft gelacht wurde trotzdem …

Doch worum geht es in diesem ersten Film von Ralf Huettner?

Der 27-jährige Vincent (Florian David Fitz) leidet am Tourette-Syndrom, jener neurologisch-psychiatrischen Erkrankung, die sich durch Tics wie das unkontrollierte Aussprechen von Obszönitäten und Schimpfwörtern äußern kann. Vincents einzige Bezugsperson, seine Mutter, ist gerade gestorben. Sein Vater (Heino Ferch), ein routiniert-blasierter Lokalpolitiker, weiß mit dem Sohn nichts anzufangen und deponiert ihn in der Reha-Anstalt von Frau Dr. Rose (Katharina Müller-Elmau).

Hier trifft Vincent auf die introvertierte, magersüchtige Marie (Karoline Herfurth) und den pathologisch-pedantischen Zwangsneurotiker Alexander (Johannes Allmayer). Vincent, und mit ihm der Zuschauer, wird mit den Neurosen und Ängsten, Sehnsüchten und Träumen seiner Mitpatienten konfrontiert. Zwischen ihm und Marie entwickeln sich alsbald freundschaftliche Bande, denn beide haben eigentlich ein Ziel, nämlich der sie umgebenden Realität zu entfliehen. Während Vincents Traum eine Reise ans Meer ist, liegt Maries Streben in der Auslöschung ihrer Existenz durch fortgesetzte Nahrungsverweigerung. Pragmatisch lässt sich der Plan aber nicht umsetzen, solange beide unter Obhut von Dr. Rose stehen. Deshalb entwenden beide kurzerhand Roses Auto und machen sich gemeinsam auf ihre so unterschiedlichen Reisen, die nur äußerlich eine gemeinsame Richtung haben. Durch einen Zufall schließt sich auch Alexander, der Zwangsneurotiker als Sidekick den beiden an. (critic.de)

Der Beginn eines turbulenten Abenteuers …

Mein Fazit: 96 wunderbare Minuten sind das. 96 Minuten, fein nuanciert zwischen der teilweise grotesken Dramatik des Themas an sich und natürlich situationsbedingtem, feinsinnigem Humor dazu.

Florian David Fitz als Vincent (und Drehbuchautor!) weiß in seiner Rolle ebenso zu überzeugen wie die oben bereits benannten Kollegen. Dazu die wunderbare Kulisse der Alpen – Abenteuer und Freiheit (Gipfelsturm auch) – Berglandschaft satt und am Ende dann die italienische Küste, das Meer. Jedoch keine Plattitüden, kein Druck auf die Tränendrüsen, die Geschichte nimmt locker-luftig ihren Lauf bis zum (nicht ganz) bitteren Ende.

Wer die Gelegenheit hat sollte sie nutzen und sich dieses kleine Meisterstück deutscher Filmkunst anschauen – es lohnt unbedingt.

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