Amphibienwanderung
Kleiner Nachtrag zur gestrigen Wanderung: beim abschließenden Rundgang durch Kleingießhübel sahen wir eine große Anzahl von Kröten, die auf Wanderschaft waren. Genauer gesagt: Unmengen von Kröten, die – paarweise oder als Single und liebestoll wohl sowieso – über Straßen und Wege und Wiesen hüpften und schritten. Dazu leider auch jede Menge überfahrener Artgenossen …

Schutzzäune habe ich keine gesehen, nicht auf der von uns begangenen Strecke und bevor jemand fragt: das Dorf im Ganzen haben wir nicht gesehen und gleich gar nicht “kontrolliert”.
Grund genug jedoch, einmal zur Thematik der Laichwanderung nachzulesen:
Mitteleuropäische Erdkröten führen im Frühjahr meist im Laufe des März ihre synchronen, oft massenhaften Wanderungen vom Winterquartier zum Laichgewässer durch. Späte Frosteinbrüche führen zur Unterbrechung der Wanderungen; die Tiere graben sich dann an Ort und Stelle ein und verharren in der Erde, bis die Wetterbedingungen eine Fortsetzung der Wanderung zulassen. Wegen ihrer langsamen Fortbewegung und ihres großen Aktionsradius sind Erdkröten in hohem Maße durch den Straßentod gefährdet …
Sobald ein paarungsbereites Männchen ein (vermeintliches) Weibchen erspäht, versucht es, auf dessen Rücken zu klettern und klammert sich nun mit seinen Armen hinter den Achseln des Weibchens fest (Näheres dazu unter: Amplexus). Dies kann auch schon während der Wanderung geschehen – dann lässt sich das Männchen huckepack zum Gewässer tragen. Da in vielen Erdkrötenpopulationen ein starker Männchen-Überschuss herrscht (oft im Verhältnis von 3 zu 1 oder noch mehr), ist dies ein opportunistisches Verhalten, um die Partnerfindung zu sichern. Nebenbuhler werden mit heftigen Tritten auf Distanz gehalten.
Männliche Erdkröten, die noch kein Weibchen gefunden haben, stoßen im Laichgewässer gelegentlich einen leisen, langsamen Ruf aus, der wie „öök … öök … öök…“ klingt und manchmal auch metallisch knarrend ist. Zur Paarfindung spielen solche Balzrufe der Männchen in der Regel aber keine Rolle, da Erdkröten ortstreue „Traditionslaicher“ sind und oft in großen Gesellschaften zu immer wieder demselben Gewässer wandern. Kurze, lautere und rasch hintereinander ausgestoßene Laute („ük, ük, ük“) sind „Befreiungsrufe“ von Männchen, die von anderen Männchen irrtümlich geklammert werden. Derartige Lautäußerungen sind wesentlich häufiger zu hören als die eigentlichen Paarungsrufe … (Wikipedia)
Mir scheint, es “menschelt” gar sehr unter den Lurchen …
Wer mehr zum Thema wissen möchte liest bitte mit beim NABU.
