Die Idee, mittels eines Aufzugs einen wahrhaft barrierefreien Zugang zum Sonnenstein zu schaffen, wurde in Pirna schon öfter diskutiert, bisher jedoch nie konkretisiert und stets verworfen. Die Umgestaltung des Schlossbergs – im Zuge der Sanierung des Schlosses – bietet nun allerdings Anlass genug, das Thema wieder auf die Tagesordnung zu setzen.
Zur gestrigen Sitzung des Bauausschusses präsentierte Andreas Krohn – seines Zeichens Studiosus aus Dresden – den Pirn’schen Stadträten das Thema seiner Diplomarbeit: einen Aufzug auf den Sonnenstein. Sein Vorschlag sieht einen zweistufigen Fahrstuhl auf zwei miteinander verbundenen Türmen vor – Kostenpunkt 1,3 Millionen Euro*. Der Entwurf fügt sich meines Erachtens gut in die Landschaft ein und wäre wohl, nach Aussage des frisch gebackenen Bauingenieurs, auch in ökologischer Hinsicht durchaus vertretbar. So weit so gut – es handelt sich derzeit um einen lobenswerten Entwurf – mehr nicht.
Was mich jedoch stutzig macht ist die Tatsache, dass diese Variante bereits mit der Stadtverwaltung abgesprochen ist und das Rathaus die (für die Stadt kostenlose) Diplomarbeit beauftragt und begleitet hat. Was an sich in Ordnung ist, mich allerdings – mit Blick auf den bereits im vergangenen Jahr (sehr zum Leidwesen der Anwohner – es gibt auch eine Bürgerinitiative) beschlossenen Neubau eines neuen, 600000 Euro teuren, nicht wirklich barrierefreien Fußwegs quer über den Schlossberg – mit Verwunderung aufhorchen lässt.
Somit stellt sich die Frage, warum nicht vor der Absegnung dieses (meines Erachtens nach) unsinnigen, neuen Wegebaus die Fahrstuhl-Variante nachhaltig geprüft und ernsthaft als alternativer Zugang zum Sonnenstein – auch mit Blick auf die knappen Finanzen – diskutiert wurde?
(* Quelle: SZ vom 05.03.2010, Lokalausgabe Pirna)