“DACHS VII” war der Tarnname für das in Pirna/Mockethal-Zatzschke gelegene Außenlager des KZ Flossenbürg (10. Januar 1945 bis …

Zeitzeugengespräch

“DACHS VII” war der Tarnname für das in Pirna/Mockethal-Zatzschke gelegene Außenlager des KZ Flossenbürg (10. Januar 1945 bis Mitte April 1945). Ebenso wie die Außenlager in Königstein und Porschdorf unterstand es dem Geilenberg-Stab. Edmund Geilenberg – seines Zeichens „Generalkommissar für Sofortmassnahmen“ – sollte die durch Luftangriffe zerstörte Treibstoffindustrie wieder in Gang bringen.

Im Lager interniert sind zunächst 100 Häftlinge, vor allem Handwerker. Je 30 Italiener und Russen, 14 Polen sowie Angehörige neun weiterer Nationen, darunter auch fünf Juden. Sie sollen Baracken für ein größeres Häftlingslager erreichten und werden zu Straßenbauarbeiten für den Geilenberg-Stab gezwungen.
Am 13. April 1945 sind 131 Häftlinge in Mockethal registriert. 13 Tote sind in den Flossenbürger Nummernbüchern vermerkt, Zeugenaussagen sprechen jedoch von mindestens 53 Toten. Häftlinge berichten von Erschießungen, todkranke Gefangene werden ins Außenlager Leitmeritz abgeschoben. Mitte April 1945 müssen die Häftlinge zunächst in Richtung Erzgebirge marschieren. Sie werden dann jedoch nach Leitmeritz gebracht und dort etwa drei Wochen später befreit.

Heute abend fand hier in Pirna (im voll besetzten Kapitelsaal des Stadtmuseums) ein Zeitzeugengespräch zum Thema statt. Veranstalter waren die Aktion Zivilcourage, der VVN sowie der AKUBIZ e.V.. Am Ende wurden es zwei hochinteressante Stunden, in denen – neben Ulrich Fritz (Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg) – die Brüder Michael und Josef Salomonovic eindrucksvoll über die Zeit ihrer Internierung berichteten.

Letztlich bleibt die Erkenntnis, dass die Geschichte der vielen, kleinen KZ-Außenlager (nicht nur im Sächsischen) nur unzureichend in der öffentlich Wahrnehmung steht, was gewiss den verschiedensten Gründen obliegt. Das rege bekundete Interesse der Pirn’schen Bürgerinnen und Bürger am heutigen Abend zeigt jedoch, dass durchaus ein selbiges (und keinesfalls geringes) an der Aufarbeitung des Geschehens besteht, und das macht Mut.

Gerade am Vorabend des 13. Februar – mit dem Blick auf Dresden.

Siehe auch: TARNNAME “DACHS VII” – DAS PIRNAER KZ AUSSENLAGER IN MOCKETHAL-ZATZSCHKE (Aktion Zivilcourage)

Update: das Lokal-Fernsehen hat eine ganz gute Zusammenfassung gebracht:

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


E-Mail bei neuen Kommentaren?
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Scroll to top