Vor 20 Jahren
Es sei hiermit erlaubt – um das 20-jährige Jubiläum des Berliner Mauerfalls hier nicht völlig unter den Tisch fallen zu lassen – eine besondere Posse des alten Apparates aus der Schublade zu ziehen: die legendäre Rede des Erich Fritz Emil Mielke vom 13. November 1989.
Zum Anhören bitte einfach den folgenden Link klicken:
- Mielkes Rede in der Volkskammer (06:30 min)
(Quelle: BStU, MfS via)
Das Gestammel ist in seiner Art das unschlagbare Argument wider eine Diktatur von Überwachung und Willkür, und es steht wie kein Zweites für die viel zu späte Entlarvung einer Riege von Damen und Herren, die meinten, dass an ihrem Wesen die Welt genesen müsse. Allerbestes Kasperle-Theater also.
Nachtrag: nach dem Hören der Rede sollten die interessierten LeserInnen sich auf keinen Fall die Lektüre dieses Dokumentes aus der Kreisdienststelle Gardelegen entgehen lassen. Es ist ein weiteres, beredtes Zeugnis für die Hilflosigkeit und Verwirrung jener Kreise nach dem Auftritt des Genossen Ministers.
PS: wir wissen: die Vorstellung dauert an, nur die Protagonisten sind andere. Bleibt zu hoffen, dass sich auch dieser Vorhang eines nicht zu fernen Tages schließt …

Darf ich mal nachfragen, wie Dein PS zu verstehen ist?
Nun – es ist nicht unbedingt der Rat der Weisen, der dieses Land regiert. Dazu die schrittweise, aber stetig voranschreitende Beschneidung der Bürgerrechte (Vorratsdatenspeicherung, Netzzensur, Einsatz der Bundeswehr im Innern …), das alles weist in eine Richtung: die des allmächtigen Staates.
Ich würde es doch mal nett finden, nicht von Parteisoldaten, Lobbyisten und Hofschranzen regiert zu werden, sondern statt dessen kompetente Leute an der Spitze dieses Landes zu sehen, die tatsächlich das Gemeinwohl als das höchste Gut ansehen.
Nachtrag Soll heißen: nach 20 Jahren haben wir zwar andere Apparatschiks, aber leider noch immer nicht die wirklich “Guten”. Insofern ist das Drama noch lange nicht am Ende, wir sind nur im nächsten Akt.