
Gestern abend fand sich die Gelegenheit, Michael Moore’s neuen Film KAPITALISMUS – EINE LIEBESGESCHICHTE anzusehen und ich habe sie genutzt.
Um es in einem Satz zu sagen: es handelt sich um einen überaus unterhaltsamen Dokumentarfilm mit dem Prädikat: pädagogisch wertvoll. Moore verknüpft das eigene (auf Super-8 gebannte) Kindheitserleben des amerikanische Nachkriegskapitalismus – als es den kleinen Leuten im Vergleich zu heute durchaus gut ging – mit den gegenwärtigen Ereignissen. Dies wird anschaulich durch Begegnungen mit Menschen, die dem Raubzug des Kapitals zum Opfer gefallen sind. Sprich denen, die in Folge der Finanzkrise ihr Haus verlieren oder jenen, die ihren Job und damit ihre Existenz verlieren.
So findet er signifikante Beispiele für die “Entartung” des Kapitalismus als allein profitorientiertes Wirtschaftssystem, die keinen Zuschauer kaltlassen können, wie die elende Bezahlung von Piloten oder die durch Korruption erreichte, willkürliche Verbringung von Jugendlichen in Zuchtanstalten. Wie ein Thriller aufbereitet ist die ganz aktuelle Aktion des Großkapitals, sich unter Bush jr. zur Abminderung der Finanzkrise die Steuermilliarden einzuverleiben. Und letztlich steht Michael Moore auch wieder abgewiesen vor verschlossenen Chefetagen, worauf er die gesamte Wallstreet als “Crime scene” markiert. (via)
Fazit: “Capitalism: A love story” ist m.E. eine weitere, perfekte Moore-Produktion, die auf amüsante Weise den jüngsten Finanzzusammenbruch analysiert und zugleich schonungslos das in die Jahre gekommene und jetzt (global) entfesselte Schweinesystem als ein solches entlarvt.
Sagt also bitte nicht, ihr hättet von all dem nichts gewusst – ihr müßt nur ins Kino gehen. Ein Sonntag im November ist ein guter Tag dafür.
11/12/2009 @ 12:50
Michael Moore – ich mag den Mann ja sehr. Ich habe seinen neuen Film „Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte“ schon gesehen und finde ihn hervorragend. Übrigens sind alle seine Filme klasse!