Drei Friedhofsbilder
Anbei drei Ansichten des Jüdischen Friedhofes in Nordrach (Schwarzwald). Wir haben ihn auf einer unserer Wanderungen im Frühjahr gesucht und gefunden …
Zur Geschichte dieses kleinen, mitten im Wald gelegenen Friedhofes finden sich im Netz folgende Fakten:
Ältester Grabstein aus dem Jahre 1907 – Judenfriedhof in Nordrach
(Zeitungsartikel von ca. 1982 von Hans-Georg Kluckert)Vor etwa 75 Jahren wurde außerhalb des Nordracher Ortskerns im Untertal ein Judenfriedhof angelegt. Er findet heute wieder viel Beachtung, weil der noch relativ neue Dorfrundweg an diesem Friedhof vorbeiführt. Im Jahre 1905 kaufte Emma von Rothschild das heute Th. Zajac gehörende St.-Georgs-Krankenhaus in Nordrach und brachte es in den Besitz der Rothschildstiftung. In diesem Haus wurden – wie auch beim vorherigen Besitzer Dr. Hettinger – Lungenkranke versorgt, und zwar Jüdinnen, die aus ganz Deutschland, aber auch aus Belgien, England und anderen europäischen Ländern hierher kamen. Die Stiftung kaufte dem Nordracher Leo Maile ein Grundstück ab und legte dort für die Toten dieser Anstalt einen Friedhof an, der heute noch besteht.
Während des Terrors im Dritten Reich wurden zwar einige Grabsteine zerstört bzw. beschädigt. Ansonsten wurden die Nordracher Juden relativ gut behandelt. Dies war hauptsächlich dem Einfluss des bekannten jüdischen Arztes Dr. Zehner zu verdanken; aber auch der damalige Bürgermeister Spitzmüller trug dazu bei. Erst nach der Kriegswende wurden die Juden dann aber doch abtransportiert und kehrten nie mehr wieder zurück!
Als 1952 Thaddäus Zajac, der mit einer Jüdin verheiratet war, das Haus vom alten Baron von Rothschild, einem Sohn der Emma von Rothschild ankaufte, übernahm seine Frau die Pflege des Friedhofs. Seit sie aber von Nordrach wegzog, ist der Enkel des damaligen Grundbesitzers, Georg Isenmann, im Auftrag der jüdischen Gemeinde Karlsruhe für die Friedhofspflege zuständig. Die erhaltenen Grabsteine sind heute noch gut lesbar. Sie fallen dadurch auf, dass sie meist jüdische Schriftzeichen tragen, nur Name und Lebensdaten sowie Geburtsort sind oft in deutscher Schrift. Viele der hier bestatteten Lungenkranken sind auch schon relativ früh an dieser Krankheit gestorben. Das letzte Begräbnis auf diesem Friedhof fand 1977 statt. Meta Beinstein war aber keine Lungenkranke (die gibt es heute in Nordrach ja nicht mehr), sondern die Tochter der früheren Verwalters des Rothschild-Hauses. Sie war nach Indien ausgewandert, wollte aber in heimischer Erde begraben sein. Da sie in Nordrach aufgewachsen war, gab man ihr auch hier die letzte Ruhestätte. (Quelle)
Ich habe die Bilder eben im Archiv wiedergefunden und denke, in dieser Bearbeitung fügen sie sich ganz gut in die mystisch-düstere Phase.




ja der judenfriedhof bei uns in nordrach halt bin oft dort