Sascha Dickel: "Bio-Nostalgie"
Anno 2006 wurde “Bio-Nostalgie” zum Siegerstück des Jurypreises im internationalen Autorenwettbewerb “What if – Visionen der Informationsgesellschaft” gekürt, welcher vom Bayerischen Rundfunk und Telepolis anläßlich des Informatikjahres 2006 ausgelobt wurde. Grund genug also, einmal hineinzuhören.
Das Stück spielt nach der “dritten industriellen Revolution” im Jahre 2072.
Im Jahr 2072 hat die Menschheit ihre lästigen Körper zurückgelassen und existiert nur noch in Form von Datenströmen im Netz. Jeder kann jederzeit kopiert und überwacht werden, und reich ist, wer viel Speicherplatz besitzt. Während ein Teil seines multitaskingfähigen Bewusstseins die Frau aus dem Werbefilm verfolgt, erhält er ein ungewöhnliches Angebot. Zusammen mit ihr soll er an einem Experiment teilnehmen, das zunächst wie ein anachronistisches Spiel für Bio-Nostalgiker erscheint:
Für einen Tag haben sie die Möglichkeit, echte Körper zu erhalten, in die ihr Bewusstsein heruntergeladen wird – die Möglichkeit, an einem unvollkommenen, aber wirklichen Strand zu liegen. Doch als alles für den Download bereit ist, führt ihre Sehnsucht nach der Wirklichkeit zu einer unerwarteten Erkenntnis.
Eine interessante Fiction, die so hoffentlich nie Realität sein wird. Vielleicht ein wenig zu naiv geschrieben, und auch der stete Bezug zur Gegenwart ist unnötig und mindert als solches das Hörvergnügen. Zum einmalige Hören jedoch gut geeignet und hiermit empfohlen – nicht nur für Geeks und Nerds …
Verweis: Bio-Nostalgie (Hörspiel und Medienkunst) (via)
