Neu im Regal: Weltreise. 4300 Tage unterwegs auf 5 Kontinenten
von Dieter Kreutzkamp. (amazon-Partnerlink)

Der Mann weiß, wovon er spricht, hat er doch quasi schon vor Jahrzehnten seinen Traum verwirklicht und ist einer dieser (beneidenswerten) professionellen Globetrotter geworden. Zwei Weltreisen mit seiner Frau (die zweite dann mit Kind) und etliche bemerkenswerte Einzel-Unternehmungen sprechen für sich. Wenn der Mann einmal nicht unterwegs ist schreibt er Reise-Bücher oder veranstaltet Diashows zum Zwecke des Broterwerbs.

Der vorliegende Band schildert die – wenn man so will – ersten beiden Teile seiner Weltreise.

Ursprünglich wollten Kreutzkamp und seine Frau nur für drei Jahre quer durch sämtliche Kontinente fahren. Bis zum Abschluss des Buches sind nun schon 4.300 Tage daraus geworden: 66.000 Kilometer mit dem VW-Bus durch Afrika, 12.000 Kilometer mit dem Fahrrad durch Australien, 13.000 Kilometer mit dem Kanu durch Kanada und mit dem Hundeschlitten 6.000 Kilometer durch Alaska … Zwischendurch waren die Kreutzkamps auch mal für eine kurze Zeit zu Hause. Doch dort hält es sie nicht lange. Zum zweiten Teil der Reise sind sie dann schon gemeinsam mit der kleinen Tochter aufgebrochen. Und so kommt es, dass Dieter Kreutzkamp im Alleingang ohne seine Frau den Kilimandscharo und den Fudschijama besteigt …

Eine locker-leichte Reise-Lektüre ist es im Ganzen, einzelne Episoden werden beschrieben, vieles hingegen nur erwähnt oder kurz angerissen. Was letztlich ja auch verständlich ist bei der Menge an Erlebtem. Allerdings liegt darin auch das Problem des Buches: eine latente Oberflächlichkeit stellt sich in der Schilderung der Ereignisse ein, zudem vermisse ich tiefgründigere Informationen zu den bereisten Ländern, der Mann scheint mir mitunter gar ein gänzlich unpolitischer Mensch zu sein?

Insofern ist das Konzept dieses Reise-Buches für mich nicht stimmig, die Menge an “Material” auf nicht einmal 400 Seiten unterzubringen ist schlicht ein Ding der Unmöglichkeit …

Was bleibt ist ein kurzweiliger – aber leider aber auch sehr oberflächlicher – Weltreise-Bericht, der bei aller Kritik eine ordentliche Lanze für das Individual-Reisen bricht.