So lautete der eigentliche Arbeitstitel und eigentlich passt es so (m. E.) auch besser zum Roman.
Aber wie auch immer – “Die Romantiker” von Nazim Hikmet ist eines dieser Jahrhundert-Bücher, das mensch gelesen haben sollte. Der Autor selbst ist bekannt – wer ihn bis dato nicht kennt lese nach: hier (!) (Der Mythos des Märtyrers, d-radio) oder dort (wikipedia).

Hikmet schrieb “Die Romantiker” 1962, ein Jahr vor seinem Tode und erzählt uns hierin die Geschichte seines Lebens. Kurzerhand zitiere ich die Rahmenhandlung aus dem Klappentext:

In einer Hütte in Anatolien wartet 1924 der von einem tollwütigen Hund gebissene Nazim Hikmet die Inkubationszeit ab. Treten die im Lehrbuch beschriebenen Symptome auf? … In diesen vier Wochen erinnert sich der erst Zweiundzwanzigjährige an das, was er während seiner politischen Arbeit in Rußland und in der Türkei erlebt hat …

Was es zu sagen gilt erzählt Hikmet in einem wunderbaren, leichten und überaus lebendigen Ton und läßt uns damit auf unverfängliche Weise teilhaben am Geschehen seiner Zeit. Doch nicht nur die große Politik – auch die Geschichten von Liebe und Freundschaft sind Bestandteil des Romans, seine erste und zweite Frau treten ebenso auf wie die Freunde des Autors.

Es ist eine ebenso abenteuerliche wie spannende Geschichte, die von großen Gefühlen und großen Hoffnungen, von Entbehrung und Leiden, von Unrecht und von dem Kampf gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt erzählt, und von der Liebe junger Leute, Moskauer Studenten, türkischer Kommunisten, von Türken, Russen, Chinesen, vom Aufbrechen alter Beziehungsformen und von den Schwierigkeiten mit dieser Situation umzugehen, dieser Roman handelt von Gott und der Welt und oft von allem zugleich und er lässt sich dennoch – wie durch ein Wunder – ohne jede Schwierigkeit, also ganz leicht lesen. (d-radio)

Dem ist bis auf die Eckdaten nichts hinzuzufügen.

Nazim Hikmet: Die Romantiker (amazon), Bibliothek Suhrkamp, 264 Seiten (16,80 €)