Zwei Tage lang habe ich mich in absoluter Selbstbeherschung geübt, beinahe gewunden, vor überschäumender Wut gekocht und urzeitliche, eigentlich verschwunden geglaubte Aggressionen nur mühevoll unterdrückt – das alles mit schmerzverzerrtem Gesicht und Hammer und Sichel in den Pupillen. Ursächlich verantwortlich: drei Laubbläsermänner in Aktion, mit Brille und Gehörschutz nebst Werkzeug bewaffnet. Grausige sechs Stunden lang an jeweils zwei Tagen, nur kurzzeitig unterbrochen von Brotzeit mit Wurst- und Käseblatt. Mit stoischer Mine putzten die Mimen (sowas existiert doch nicht wirklich, es war sicher ein Test, versteckte Kamera oder so?) den Schlossberg sauber – das Ergebnis kann sich nicht wirklich sehen lassen und mensch ist unterdessen um Jahre gealtert. NORMAL IST DAS NICHT!
Wozu um Himmels willen hat der mensch Laubbesen und Rechen erfunden, wer bitte ist verantwortlich für den Ersteinsatz solcherlei Unfugs? Er soll auf ewig in der Hölle schmoren!
Die FAZ steht auf meiner Seite (der Autor liebt die Ruhe) und zeigt sich solidarisch:
Was die Technik anbetrifft, hat Junker bei den Anwendern entwicklungspsychologisch „Relikte aus unterdrückten Erfahrungen in der analen Phase nach Sigmund Freud“ ausgemacht. „Salopp gesagt, hat das mit der heimlichen Freude am Furzen zu tun. In der Gesellschaft ist das verboten, aber mit einem großen Auspuff oder Laubbläser kann ich ordentlich Krach machen und das ausleben.“ Ein bloßer Rechen oder Besen demütige diese Menschen. „Durch eine Maschine fühlen sie sich aufgewertet, und sie genießen zudem das befriedigende Gefühl des ,Für-sich-Arbeitenlassens’.“ (Alles muss weg – faz)
Ein Hoch auf den Autor, die Faust zum bösen Gruß an die Störenfriede erhoben und dazu ein lautes, des Sieges sicheres: Paßt bloß auf, wir kriegen euch alle!
Vorerst muß eiskalte Verachtung genügen. Ende der Durchsage …
18/11/2008 @ 07:51
Mir ist gestern auch erst so ein Typ aufgefallen stupide versucht hat in Dresden mit seinem Laubblasegerät gegen den Wind anzukämpfen… Solange das Ding nicht in der Sekunde mehr Sprit verbrät als der Tank enthalten kann, sehe ich keinen Weg wie das mehr Leistung entwickeln sollte als der Wind dort anliegen hat. Aber das nennt man wahrscheinlich einen typischen Fall für 1€-Jobs… Dinge die die Stadt ohne solche Stellen nicht in Auftrag geben würde, die nichts produktives machen und die keine bestehende Stelle ersetzen können. Wo findet man sowas schon noch?
19/11/2008 @ 08:54
ich weiß nicht ob ich die männer verachten soll – die machen nur was sie gesagt bekommen um wenigstens ein bißchen was für ihren lebensunterhalt zu verdienen (denn ich denke auch das es 1 teuro-jobber sind). verurteilen muß man die, die das anordnen – wider besseres wissen. wegen der insekten, igel usw. – verurteilen würde ich den man sofort wenn es ein privatmensch wäre…
19/11/2008 @ 10:08
hmm, ich glaube es liegt da ein missverständniss vor. es geht mir in diesem beitrag keinesfalls um die leutz, die ihren job machen. sorry dafür, wenn das so herüber kommt … auch der sinn oder unsinn von ein euro jobs sollte nicht das thema sein (was die richtigkeit eurer aussagen nicht in frage stellt)
es geht mir einzig und allein um dieses unsinnige und überflüssige gerät, dessen einsatz (durch wen auch immer) die ganze ignoranz, kurzsichtigkeit und dekadenz dieser gesellschaft vorführt wie kein zweites. m. e. gehört der einsatz dieser tröten schlicht untersagt, gerade auch mit blick auf den klimaschutz, lärmvermeidung etc …
19/11/2008 @ 10:45
da stimme ich dir uneingeschränkt zu – wie bei benzinrasenmähern und -kantenmähern un d und . den erfinder würde ich wochenlang in einen kreis aus seinen geräten setzen und mit dem lärm beschallen. die dinger hasse ich wie die pest…
du hättest vielleicht “laubblasegeräte” nicht -männer schreiben sollen…
lg ins – hoffentlich – ruhige pirna!
19/11/2008 @ 11:22
gruß zurück :)
ich habe jetzt doch den titel editiert – um weitere, eventuelle missverständnisse zu vermeiden.
19/11/2008 @ 16:36
:-) —- gut so…