Arbeite!
Du Mann im schlechten blauen Kittel
Arbeite! Schaffe Salz und Brot!
Arbeite! Arbeit ist ein Mittel,
Probat für Pestilenz und Not.
Arbeite! Rühre deine Arme!
Arbeite sechzehn Stunden so!
Arbeite! Nachts ja lacht das warme,
das Lager dir von faulem Stroh.
Arbeite! Hast ja straffe Sehnen.
Arbeite! Denk, mit schwangerem Leib
Harrt in der Hütte dein mit Tränen
ein schönes leichenbleiches Weib.
Arbeite! Gleich der Stirn der Rinder
ist ja die deine breit und dick.
Arbeite! Deine nackten Kinder,
die küssen dich, kehrst du zurück.
Arbeite, bis die Adern klopfen!
Arbeite, bis die Rippe kracht!
Arbeite, bis die Schläfen tropfen -
du bist zur Arbeit ja gemacht!
Arbeite, bis die Sinne schwinden!
Arbeite, bis die Kraft versiegt!
Arbeite! – Wirst ja Ruhe finden,
wenn dein Gebein im Grabe liegt.
Georg Weerth [Quelle]
Paßt hier und dort und beinahe täglich und (fast) überall und geht mir schon lang nicht aus dem Kopf…

rappel 31. Mai 2006 Kunterbunt